Dienstag, 17. Mai 2016

Über die Zerstörung der Kirche, oder "es ist noch immer jud jejangen"

es gibt zum Thema diverse Anekdoten die eine von G.K. Chesterton der feststellt:

Wenigstens fünf Mal ist mit den Arianern und den Albigensern, den humanistischen Skeptikern, mit Voltaire und mit Darwin der Glaube allem Anschein nach vor die Hunde gegangen. Doch stets war es der Hund, der starb.

oder die bekannte Bemerkung des Kardinals Consalvi, der mit Napoleon verhandeln musste und dieser ihm drohte mit: "Ist Ihnen  klar Eminenz, dass ich imstande bin, Ihre Kirche zu zerstören?" und wo der Kardinal dann antwortete: "Sire, nicht einmal wir Priester haben das in achtzehn Jahrhunderten fertiggebracht"

und  als der Kulturkampf erfolglos aus war, bauten die Preußen in Köln am Rhein den dortigen katholischen Dom endlich, nach Jahrhunderten, zuende, sozusagen damit die bösen ultramontanen, schlechten Untertanen einen schönen Dom hatten, oder so. Auch eine Anekdote, aus der Weltgeschichte, wenn man es recht überlegt.

Kein Wunder dass gerade die Kölner der Ansicht sind:
Es is wie es ist, es kütt wie es kütt un es is noch immer jud jejange
(es ist wie es ist, es kommt wie es kommt und es ist noch immer gut gegangen)

so viel zum Trost und zur Aufmunterung.



Nun als bibelfeste Katholiken, die auch ein bisschen im Katechismus gelesen haben, wissen wir allerdings, ja die Kirche auf Erden wird  zerstört werden.
Sie wird zerstört werden, wenn sie nicht mehr gebraucht wird, wenn der jüngste Tag da ist.
Wann das sein wird, dass wissen wir nicht, das weiß noch nicht mal Jesus Christus, das weiß  nur der Vater im Himmel. Uns ist gesagt worden, es sei nicht an uns "Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater in seiner Allmacht festgesetzt hat" (Apg 1,7)
Von daher wissen wir nicht, ob der Vater im Himmel da ein fixes Datum festgesetzt hat ,den 17. Mai, 2016, gerechnet nach dem gregorianischen Kalender, oder den 32. Fourtimer 4321, gerechnet nach dem dann gebräuchlichen neuen Einheitskalender nach Abdel Quing.
Oder ob der Vater im Himmel dafür eine "Wenn dann" Frist gesetzt hat und wie die aussieht.
Es ist darüber schon viel spekuliert worden, eine jüdische Überlieferung geht davon, aus dass es immer 36 Gerechte gibt, und wenn es sie nicht mehr gibt, dann geht die Welt unter.
Christliche Überlieferung kann sich nicht richtig entscheiden, geht die Welt dann unter, wenn alle gläubig geworden sind, oder eher, wenn alle wieder ungläubig geworden sind?
Hintergrund ist die Erklärung Jesu, dass vor seinem zweiten Kommen, welches das Ende der Welt bedeutet, das Evangeliums  allen Völkern verkündet  sein wird (Matth. 24,14) und andererseits seine skeptische Frage, "Ob der Menschensohn denn noch Glaube vorfinden wird, wenn er kommt?"(Lk 18,8)

Nun gibt es immer wieder, und nicht erst seit gestern, Leute die sich die Zerstörung der Kirche auf die Fahne geschrieben haben.
Diese Leute halten sich nun keineswegs für den lieben Gott, oder dessen Gesandten, und wollen auch nicht das Ende der Welt einläuten, sondern finden einfach, es ginge der Welt ohne Kirche besser.
Nun es hat bisweilen den Anschein, als dürften wir die Richtigkeit dieser These in den nächsten Jahren, in unseren Breitengraden mal ausprobieren.
Fakt ist, das ehemalige oströmische Reich, hat auf jeden Fall nie wieder zu seiner  kulturellen, wissenschaftlichen  Höhe gefunden, nachdem man dort die Kirche losgeworden war. Allerdings haben die geflohenen Christen von dort uns die Renaissance und in ihrem Gefolge den gewaltigen technischen, wissenschaftlichen  und humanitären Fortschritt gebracht, den wir mittlerweile für selbstverständlich erachten. Auch und wenn das alles nicht so einfach und glatt gelaufen ist.
Allerdings hat der Blick in die Geschichte auch eine seltsame Erkenntnis parat, es kommt immer wieder zu absoluten Höhen in der christliche motivierten Geschichte und immer wieder zu furchtbaren Abstürzen. Nichts ist von Dauer die Kirche ist manchmal Motor des Fortschritts, waren die ersten Universitäten doch kirchliche Einrichtungen, und manchmal hechelt sie mit hochgelupfter Soutane dem Zeitgeist hinterher, manchmal hat man das Gefühl. dass die Kirche, genau dann,  wenn die Welt ihren zeitgeistigen Fehler anfängt einzusehen, die Kirche diesen Fehler für das einzig Wahre erklären möchte, besonders dann, wenn die Kirche diesen Fehler, vorher, vehement bekämpft hat.
Es ist,  als wolle Gott nicht, dass wir uns gemütlich auf dieser Welt einrichten.
Aber es ist gewiss, er ist bei uns, alle Tage bis zum Ende der Welt (Matth28,20)
Und weil ER eben in der Eucharistie bei uns ist, und es für die Eucharistie die Kirche braucht, so wird eben die Kirche bestehen bis zum Ende der Welt, weil. es sei mir hier ausnahmsweise gestattet Martin Luther zu zitieren;
Wir sind es doch nicht, die da die Kirche erhalten könnten. Unsere Vorfahren sind es auch nicht gewesen. Unsere Nachkommen werden es auch nicht sein, sondern der ist's gewesen, ist's noch und wird's sein, der da sagt: Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt.

das hat er wirklich gut gesagt der Martin Luther, leider hat ers wohl selber nicht geglaubt. sondern gedacht, er müsse es machen, weswegen wir nun schon fast 500 Jahre den Salat haben, nun ja mit dem Gottvertrauen ist es nun mal manchmal sehr schwer, oder wie es Theresa von Avila mal formulierte,. als es ihr dreckig ging:
Wenn du [Gott] alle deine Freunde so behandelst wie mich, dann musst du dich nicht wundern, dass du so wenig davon hast.
So wollen wir uns getrost weiter mühen, um Glaube, Hoffnung und Liebe!

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