Freitag, 13. Mai 2016

Was hat er -wahrscheinlich- wirklich gesagt?

Marco Tosatti, altgedienter Vaticanist von LaStampa schreibt, wie er es sieht und bezieht sich auf A. Tornielli
Hier geht´s zum Original: klicken

                             "DAS DIAKONISSEN-THEATER AUS DEM "OFF" 
Man kann über den glücklich regierenden Pontifex Vieles sagen aber nicht, daß er nicht wüßte, wie man den Enthusiasmus der Medien stimuliert und erregt, die in dauernder Erwartung eines neuen Köders, auf den sie sich stürzen können, sind.

Und so - während die Diskussionen und Debatten zur Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen Zeichen von Ermüdung aufweisen - hat der Papst gestern die Gelegenheit ergriffen sich die Ovationen der Schwestern der Uisg (International Vereinigung der Generaloberinnen) zu sichern., indem er der Welt die Diakonissen präsentierte.

Was hat der Papst gesagt? Zitieren wir aus dem Artikel  des "Vatican Insider" vom Kollegen Tornielli: 
"Im Verlauf der Frage- & Antwortstunde bei der Begegnung, wurde der Papst u.a. gefragt, warum die Kirche die Frauen davon ausschließe, als Diakone zu dienen.
Die Nonnen sagten dem Papst, daß in der Urkirche die Frauen als Diakone dienten und fragten: "warum nicht eine offizielle Kommission gründen, die diese Frage studiert?"
Der Papst hat geantwortet, daß er vor einigen Jahren über das Thema mit einem guten, gelehrten Professor gesprochen habe, der den Einsatz von Frauen als Diakone in den ersten Jahrhunderten der Kirche studiert habe. Franziskus habe dann erklärt, daß es ihm noch nicht klar ist, welche Rolle diese Diakone hatten. 
"Was waren diese weiblichen Diakone?" habe er den Professor gefragt, wie er sich erinnerte."Waren sie geweiht oder nicht? Es war ein bißchen unklar", habe er gesagt, Was war die Rolle der Diakonisse zu der Zeit? 
"Eine offizielle Kommission gründen, die die Frage studieren könnte?" hat Bergoglio dann mit lauter Stimme gefragt, "Ich glaube ja. Das wäre gut für die Kirche, um diesen Punkt zu klären. Ich bin einverstanden. Ich werde darüber sprechen, etwas in dieser Art zu tun. Ich akzeptiere das" hat der Papst dann gesagt. "Mir scheint es nützlich, eine Kommission zu haben, die das gut klärt."

Wenn mich das Gedächtnis nicht täuscht, erinnere ich, daß dieses Thema in den 70-er und 80-er Jahren ausführlich von den Spezialisten debattiert wurde, die zu dem Schluss kamen, daß der Begriff "Diakon" oder die weibliche Form "Diakonisse" eine Form des Dienstes waren, aber nichts mit dem Dienst der Priester zu tun hat, oder auch der männlichen Diakone. Sicher scheint mir nicht, daß es sich um den ersten Schritt zum Priestertum handelte - wie das jetzt und seit vielen Jahrhunderten bestehende Diakonat.

Insgesamt hat der Papst der Idee einer Historiker-Kommission zugestimmt; und wie es aussieht - nicht mehr. Aber das reicht, damit einige Tageszeitungen ankündigen, daß die kommenden weiblichen Diakone (aber hat der Papst angekündigt, daß es welche geben wird?) trauen und taufen und wer weiß, was sonst noch tun könnten.

Ein Crescendo, das hilft das Diabolische eines Kommunikationsmechanismus zu verstehen, in dem es nicht immer einfach ist, zu unterscheiden, ob der Papst Opfer, mehr oder weniger bewußt und mehr oder weniger glücklich mit seiner Rolle ist.
Meiner Meinung nach amüsiert er sich damit, zu sehen, welchen Eindruck er macht. Aber das ist eine persönliche Meinung. Die Wahl überlasse ich Ihnen. 

Quelle: Marco Tosatti, LaStampa  

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen