Freitag, 6. Mai 2016

Wegweiser durch das Labyrinth von Amoris Laetitia

Sandro Magister veröffentlicht auf seiner website www.chiesa einen Beitrag de Theologen aus dewm Dominikaner-Orden Angelo Bellon, der sich als Wegweisung durch die veschlungenen Pfade von Amoris Laetitia versteht.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"INSTRUKTIONEN UM DEN WEG IM LABYRINTH VON AMORIS LAETITIA NICHT ZU VERLIEREN"

Absichtlich in vager Form geschrieben erlaubt die postsynodale Exhortation zwei entgegengesetzte Wege hinaus. Ein dominikanischer Theologe zeigt hier den richtigen. Wie in einem kleinen Katechismus für den Gebrauch durch Priester und Gläubige. 

Einen Monat nach der Veröffentlichung der postsynodalen Exhortation "Amoris Laetitia"wird immer offensichtlicher, daß es bei ihrer Interpretation und Anwendung eine wachsende Unsicherheit und Verwirrung gibt, von den Bischofskonferenzen zu den kleinen Gemeinden mitten im Nirgendwo"-so die kraftvolle Kritik des berühmten deutschen Philosophen Robert Spaemann, ...und langjähriger Freund Joseph Ratzingers.
Hier folgt der Text von Angelo Bellon


"INSTRUKTIONEN ZUM LESEN DER POSTSYNODALEN EXHORTATION AMORIS LAETITIA"
In der Exhortation "Amoris Laetitia" betrifft die kontroverseste Frage die Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen, die jedoch nie ausdrücklich erwähnt wird.
Man muß darauf hinweisen, daß in allen 8 Kapiteln die Sprachen manchmal sehr ungenau ist und dadurch zu Schlußfolgerungen führen kann die nicht nur unterschiedlich sondern sogar entgegen gesetzt sind.
Deshalb -möchte ich im Hinblick auf dieses Kapitel einige generelle Überlegungen präsentieren und dann die kontroversesten Ausdrücke überdenken.

HAUPTKRITERIEN EINER INTERPRETATION

1.Das erste Kriterium der Interpretation ist das des Kontextes, in dem die Exhortation gelesen werden muß, um Verdrehungen zu vermeiden.
Dieser Kontext wurde von Johannes Paul II in der Enzyklika "Veritatis Splendor", speziell in Fußnote 100 geliefert:

" Die Entwicklung der Morallehre der Kirche ist ähnlich der der Glaubensdoktrin. Die Worte , die Johannes XXIII bei der Eröffnung des II. Vaticanischen Konzils kann auch auf die Moraldoktrin angewendet werden:"Diese sichere und unveränderliche Lehre der die <gläubigen Gehorsam schulden, muß besser verstanden und auf eine an die Bedürfnisse der Zeit angepaßte Weise fortgesetzt werden muß. In der Tat ist dieses depositum fidei und die darin in unserer.....Zeit enthaltene Wahrheit ist eine Sache,die Art in der diese Wahrheiten ..werden ( mit ihrer intakten Wahrheit) ist etwas anderes."

Deshalb kann man die hermeneutischen Prinzipien der Interpretation hier finden: die Dokumente des Lehramtes, einschließlich der zu Moral-Themen, müssen gemäß der Hermeneutik der Kontinuität und Entwicklung interpretiert werden. Und sicher nicht gemäß der Hermeneutik der Diskontinuität, Ruptur oder Veränderung des Lehramtes alles Zeiten."




Der Fortschritt der Moraldoktrin der Kirche findet durch das Handeln des Hl. Geistes statt, der schrittweise zum Erkennen der ganzen Wahrheit führt ohne je dem vorhergehenden Lehramt zu widersprechen oder es zu leugnen.

Es ist also ein homogener Prozess und kein dialektischer.


2. Nachdem ich diese fundamentale Prämisse präsentiert habe, muß "Amoris Laetitia" im Licht des vorigen Lehramtes gelesen werden, weil sie das fortsetzt und erkundet, wie die Exhortation selbst wiederholt sagt, so z.B. in Nr. 79:


"Deshalb - während die Kirchenlehre klar festgestellt wird- sollen die Hirten Urteile vermeiden und die Komplexität der Situationen nicht in Betracht ziehen und aufmerksam darauf achten, wie Menschen Distress in ihren jeweiligen Situationen erleben und ertragen.

Weil es vor allem das 8. Kapitel der Exhortation ist, das auf die .....und widersprüchlichste  Weise interpretiert wird, ist es nötig zu sagen, daß die genaue Interpretation, die eine vom Lehramt angezeigte ist, diejenige - die in "meliorem partem" gegeben ist,wenn man so will in einer Liniezur Kontinuität.

Darüber  hinaus ist das die einzige Interpretation, die den Text ohne Zweideutigkeiten und Widersprüche verstehen läßt.

3. Während nun also die Interpretation in meliorem partem nicht auf Widerspruch stößt, die sie blockieren würde,würde eine Interpretation "in peiorem partem".also nach der Hermeneutik der Ruptur-nirgendwo hin führen, sondern Front machen gegen eine Myriade von Lehramtsäußerungen machen würde und sich selbst als unentschieden und fehlerhaft erweisen.

DIE RICHTIGE INTERPRETATION EINIGER STATEMENTS IN "AMORIS LAETITIA":

1. Nr. 302 der Exhortation ruft eine große Auswahl an Gründen in Erinnerung, die bei der Wertung
individueller Fälle in Betracht gezogen werden sollen:

Der Katechismus der Katholischen Kirche erwähnt klar folgende Faktoren die:.....und Verantwortung für eine Handlung vermindern oder aufheben können Nichtwissen, fehlende Wahrnehmung, ....Angst, Gewalt oder erworbene Angewohnheiten und andere psychologischen oder soziale Faktoren (Nr.1735).
In einem andere Paragraphen bezieht sich der Katechismus noch einmal auf die Umstände, die moralische Verantwortung abschwächen und erwähnt ausführlich emotionale Unreife, Gewalt oder erworbene Gebräuche, Angstzustände oder andere psychologische oder soziale Faktoren, die moralische Schuld mindern oder sogar tilgen (Nr. 2352)
Deshalb schließt ein negatives Urteil über eine objektive Situation keine Beurteilung von Nichtschuld oder Schuld der betroffenen Person ein (Päpstlicher Rat für Legislative Texte, Erklärung zur Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Hl. Kommunion, vom 24.Juni 2000)

Das sind also alles Gründe, warum ein Kirchengericht nachgeben kann und warum es auch schon bereits vollzogene Ehen annulliert.

Um vermeiden u können in einer Gemeinde zu sagen, daß wiederverheirateten Geschiedenen Absolution erteilt wurde und anderen nicht, ist es das Beste methodisch vorzugehen, was bedeutet,ein Annullierungsurteil zu fordern und so die Zivilehe an ihren Wurzeln zu heilen..

Das ist der erste von Papst Franziskus vorgeschlagene Weg -mit der Reform der Prozedur der Ehe-Annullierungsprozesse. Mehr noch,er selbst forderte, daß das Urteil ohne bürokratische Verzögerungen innerhalb eines Jahres gefällt werden solle. Das ist der ordentlichste und sicherste Weg.

Dagegen kann alles der nicht immer erleuchteten Bewertung durcch den Gemeindepfarrer oder Beichtvater  zu überlassen zu Unsicherheit führen und Verwirrung und Unzufriedenheit in den Gemeinden erzeugen, Es könnte leicht zu Frage warum der eine und der andere nicht kommen,
Fortsetzung folgt.......

Quelle: www.chiesa, S. Magister, Angelo Bellon


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