Freitag, 6. Mai 2016

Wegweiser durch das Labyrinth von Amoris Laetitia, Fortsetzung

Fortsetzung
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2.
In Nr 299 sagt der Text: "Getaufte, die geschieden und wiederverheiratet sind, müssen mehr in die Christliche Gemeinde auf verschieden Weise integriert werden, während man jede Möglichkeit eines Skandales vermeidet
Auch das muß immer in Betracht gezogen werden. Sollte der Priester einem wiederverheirateten Geschiedenen oder in Kohabitation Lebenden, die Absolution erteilen, ist es nötig in Erinnerung zu rufen, daß man die Hl. Kommunion  nur empfangen kann, wenn man nicht als wiederverheiratet oder in Kohabitation lebend bekannt ist, sonst würde es einen Skandal unter den Gläubigen hervorrufen,

Die Erklärung des Päpstlichen Rates für Legislative Texte vom 7.Juli 2000 zur Zulassung der wiederverheirateten Geschiedenen zur Hl. Kommunion sagt:
"Jene Gläubigen, die geschieden und wiederverheiratet sind, werden nicht als in einer Situation ständiger Sünde lebend angesehen, wenn sie aus ernsten Gründen, wie  z.B. das Aufziehen von Kindern -die Verpflichtung zur Trennung und der Aufgabe zum Leben in voller Abstinenz - also sich aller ehelichen Akte zu enthalten, nicht nachkommen, wären sie in der Lage die eucharitsihe Kommunion zu empfangen- und zwar "remoto scandalo."

"Remoto scandalo" bedeutet, daß die Kommunion privat empfangen werden kann, an einem Ort, wo nicht bekannt ist, daß man geschieden und wiederverheiratete oder in Kohabitation lebt, um Probleme unter den Gläubigen zu vermeiden,


3. 

Das ist auch die Perspektive um zu verstehen, was in Nr. 305 geschrieben ist:

Wegen mildernder und,abschwächender Faktoren ist es möglich, daß eine Person in einer objektiven Situation  der Sünde- für die sie subjektiv nicht schuldig ist -als Person in Gottes Gnade leben, lieben und im Leben der Gnade und Barmherzigkeit wachsen kann ,während sie die Hilfe der Kirche dazu erhält. Differenzierung muß dabei helfen, mögliche Wege zu finden, Gott zu antworten und innerhalb der Grenzen zu wachsen."


Hier wiederholt die Exhortationausdrücklich, daß es nötig ist, in der Gnade Gottes zu sein, um die Kommunion zu empfangen.

Das ist keine menschliche sondern eine göttliche 
Norm, weil die Hl, Schrift verkündet : "Wer immer das Brot ißt, oder den Kelch des Blutes des Herrn auf unwürdige Weise trinkt - ist schuldig der Profanierung des Leibes und Blutes des Herrn. Es prüfe sich also jeder selbst und esse dann das Brot und trinke den KelchWeil jeder, der ißt und trinkt ohne den Leib zu erkennen, sich das Gericht ißt und trinkt. Deshalb sind viele Kranke unter euch, und viele sind gestorben ( 1. Kor. 11, 27-30)

4. 

Dann ist da das, was in Fußnote 351 geschrieben ist, und das die Hilfe der Kirche für die betrifft, die objektiv im Zustand der Sünde ist: ",,,in bestimmten Fällen kann das die Hilfe der Sakramente einschließen. Daher will ich die Priester daran erinnern, daß der Beichtstuhl keine Folterkammer sein soll sondern eher eine Begegnung mit der Gnade des Herrn (Evangelii Gaudium, 44) Ich würde auch darauf hinweisen,  daß die Eucharistie kein Preis für die Perfekten ist sondern eine kraftvolle Medizin und Nahrung für die Schwachen." (EG 47)
Hier sagt der Papst nicht, tout court- daß den wiederverheirateten Geschiedenen  die Kommunion erteilt werden sollte.
Er sorgt dafür, daß die, die bereut haben und in der Gnade leben, was bedeutet, ohne ehebrecherische Beziehung  oder Unzucht, die Kommunion empfangen können und an der Eucharistie teilhaben und sogar die Hl. Kommunion empfangen können, Remoto scandalo.

5. 

Auch wenn der Papst sagt, daß die Eucharistie kein Preis für die Perfekten ist, sondern kraftvolle Medizin und Nahrung für die Schwachen, betont er etwas zutiefst Wahres. Genau deshalb, weil wir alle schwach sind, auch wenn wir in der Gnade Gottes leben, müssen wir uns mit diesem Brot stärken um uns auf der Reise in den Himmel zu stärken.
Aber es ist immer noch wahr, daß einer, der spirituell tot ist, weil er in Todsünde lebt,  bevor er sich selbst von der heilbringenden Nahrung ernährt, wiederbelebt werden muß und das übernatürliche Leben durch die Beichte, die die Hl, Kirchenväter als zweite Taufe bezeichnen-wieder gewinnen muß.
Deshalb ist das richtige Sakrament für den, der spirituell tot ist, die Beichte. Sonst wird das, was die Hl. Schrift sagt, wahr "wer immer das Brot ißt und den Kelch des Herrn unwürdig trinkt,  wird schuldig der....des Hl.Leibes und Blutes des Herrn." (1Kor. 11, 27)

  

Deshalb sagt Johannes Paul II in der Enzyklika "Ecclesia de eucharistia" in Nr. 36
Der Apostel Paulus erninnert an diese Pflicht, wenn er warnt, " es prüfe jeder Mann sich selbst und esse dann das Brot und trinke aus dem Kelch."

Der Hl. Johannes Chrysostomos mit seiner überwältigenden  Eloquenz hat den Gläubigen verkündet: "Auch ich erhebe meine Stimme, um darum zu bitten, zu betteln und flehen, daß niemand sich dem Hl. Tisch nähere, mit einem beschmutzten und korrupten Gewissen,
Eine solche Handlung könnte nie Kommunion genannt werden, sogar dann nicht sollten wir den Leib des Herrn 1000 mal berühren, sondern Verdammung, Qual und zunehmende Bestrafung."

Mit diesen Zeilen stimmt der KKK überein, wenn er zu Recht feststellt, daß jeder, der sich einer schweren Sünde bewußt ist, das Sakrament der Versöhnung empfangen muß, bevor er zur Kommunion kommt. Ich möchte deshalb bestätigen, daß in der Kirche jetzt und in Zukunft die Regel in Kraft bleibt, der Warnung des Hl.Paulus, der das Konzil von Trient einen konkreten Ausdruck gab, daß man um die Kommunion in würdiger Weise zu empfangen, man zuerst seine Sünden beichten muß, wenn man sich einer Todsünde bewußt ist.

6.
In Nr 298 erkennt der Papst an, daß es "Geschiedene gibt, die eine neue Verbindung eingegangen sind,  die sich über die Zeit gefestigt hat, mit neuen Kindern, erprobter Treue, großzügigem sich-selbstschenken, christlichem Engagement im Bewußtsein ihrer Irregularität und der großen Schwierigkeit, zurück zu gehen, ohne im Bewußtsein zu fühlen, daß sie in eine neue Sünde verfallen würden, und daß aus ernsthaften Gründen-wie die Aufzucht von Kindern, ein Mann und eine Frau die Verpflichtung zur Trennung, nicht erfüllen können.

Und in Fußnote 329 fügt er hinzu; "In solchen Situationen kennen und akzeptieren viele die Möglichkeit wie Bruder und Schwester zusammen zu leben, die die Kirche ihnen anbietet. Sie weisen darauf hin, daß wenn ein gewisser  Ausdruck der Intimität fehlt, es häufig vorkommt, daß die Treue in Gefahr gerät und das Wohl der Kinder leidet. (Gaudium et Spes, 51)

Im Hinblick auf diese Fußnote, die viel Aufmerksamkeit erregt hat, muß gesagt werden:
- zuerst erinnert der Papst an Familiaris Consortio, in der verlangt nicht in .... zu leben sondern in Keuschheit wie Freunde und Bruder und Schwester.

zweitens: spricht der Papst, obwohl er sich auf das II. Vaticanische Konzil bezieht, das von ehelicher Intimität spricht, hier nur von Intimität.. Es ist klar, daß die auf alle Fälle nicht ehelich sein sollte, weil die beiden nicht Ehemann und Ehefrau sind.

drittens : der Papst meint, daß trotz des Akzeptierens  des Zusammenlebens als Bruder und Schwester es manchmal passiert, daß sie weiter gehen, man geduldig sein und ihnen erklären muß,  daß sie das tun müssen, was Paul VI in Humanae Vitae  Nr 25 sagt; "Wenn aber die Sünde sie weiterhin im Griff hat, sollen sie nicht den Mut verlieren. Sie müssen - demütig und anhaltend- sich auf die Barmherzigkeit Gottes verlassen, die großzügig im Sakrament der Beichte gewährt wird."

Veritatis Splendor sagt in der Tat in NR. 52: "Die negativen Vorschriften des Naturrechts sind universal gültig, Sie verpflichten jeden, immer und unter allen Umständen. Es ist eine Sache der Verbote, die eine bestimmte Handlung immer und für immer und ohne jede Ausnahme verbieten, weil die Wahl eines solchen Verhaltens in keinem Fall mit dem Guten im Willen der handelnden Person kompatibel ist, in seiner Berufung zum Leben mit Gott und in Kommunion mit seinem Nachbarn,  ist es jedem und in jedem Fall verboten, diese Vorschriften zu verletzen.
Sie verpflichten jeden -gleich zu welchen Kosten-niemals jemanden zu verletzen, beginnend mit sich selbst oder der persönlichen Würde die allen gemeinsam ist.

7, 
Zu Nr. 301 von Amoris Laetitia
"Die Kirche besitzt einen soliden Corpus von Überlegungen die mildernde Faktoren und Situationen betreffen, Deshalb kann man nicht mehr einfach sagen,, daß alle die in irgendeiner irregulären Situation im Stand der Todsünde leben und von der Göttlichen Gnade ausgeschlossen sind,"

Um die Wahrheit zu sagen, dieses "kann nicht mehr einfach gesagt werden" ist niemals weder vom Lehramt noch von den Theologie-Handbüchern je gesagt wurde,
Es sollte genügen, die Erklärung der Kleruskongregation vom 26. April 1976 in Erinnerung zu rufen, die sich auf etwas bezieht, das der "Washington Fall" genannt wurde. Bestimmte Umstände, die ein objektiv böses menschliches Handeln umgeben, können es nicht objektiv tugendhaft machen, aber sie vielleicht schuldfrei machen oder die Schuld vermindern oder subjektiv verteidigenswert machen können."
Der Papst bezieht sich deshalb auf etwas, was auch von Pater Tom, Dick oder Harry gesagt werden könnte. Hier finden wird den erklärenden Charakter des Dokumentes und den Gesprächsmodus des päpstlichen Ausdrucksweise.

8.
Analog dazu stellt Nr- 304 fest:
Es schränkt ein, festzustellen, ob eine Handlung einem allgemeinen Gesetz oder Regel entsprechen, weil das nicht genügt, um zu differenzieren und die volle Treue zu Gott im konkreten Leben eines menschlichen Wesens zu sichern.

Oberflächlich gelesen scheint dieses Statement wie eine Kritik der Moraltheologie, wie sie uns bisher gelehrt wurde.
Aber das korrespondiert nicht mit der Wahrheit, weil immer gelehrt wurde, daß bei der Moral drei Dinge differenziert werden müssen:
das Ziel (finis operis) die Absicht (finis operantis) und die Umstände.
Auch hier bezieht sich der Papst deshalb auf die Art einer Person zu handeln, ohne auf das Subjekt und die Umstände zu achten, nur auf der Basis der Moralgesetzes beurteilt werden dürfen
  
9. auch in Nr. 301 schreibt der Papst:

Der Hl.Thomas von Aquin selbst erkennt an, daß jemand die Gnade und Barmherzigkeit besitzen kann und dennoch nicht eine einzige Tugend gut ausüben kann, (Summa Theologiae 1-II, 65, 3 und 2) mit andern Worten auch wenn jemand alle moralischen Tugenden besitzt, er dennoch keine ganz manifestiert, weil die äußere Praxis dieser Tugend schwierig geworden ist; "Von bestimmten Heiligen wird gesagt, daß sie bestimmte Tugenden nicht besitzen, insofern, als sie Schwierigkeiten hatten, diese Tugenden auszuüben..." .

Und  hier meint der Hl.Thomas, daß manche eine bestimmte Tugend schlecht oder gar nicht praktizieren (z,B; die Versammlung im Gebet) wegen einer Disposition, die ihnen durch vorhergehende Handlungen (z,B, durch schlechte Nachrichten oder ein schweren Streit, denn wie aus der Erfahrung  hervorgeht, betet man schlecht, wenig gesammeltt und leicht abgelenkt) zurück geblieben ist.
Aber es ist eine Sache eine Tugend schlecht auszuüben oder gar nicht.

Eine andere Sache ist es, eine wahre Sünde gegen diese Tugend zu begehen. Mit der Sünde ist immer auch eine Beschädigung und Beleidigung des Herrn einhergeht.

Unter anderem ist für den Hl.Thomas bewirkt ein individueller Akt gegen eine erworbene Tugend nicht den Verlust dieser Tugend, weil dieser Akt  der Tugend widerspricht aber nicht zu einer Gewohnheit  wird (genauso wie einer, der einmal betrunken war, deshalb nicht die Tugend der Nüchternheit verliert). Da gibt es allerdings eine  Ausnahme; die Lüsternheit.
Sed actu luxuriae castitas  per se privatur." Aber durch einen Akt der Lüsternheit wird die Keuschheit von innen heraus zerstört.(Summa Theologiae II )

Deswegen kann man über Nr. 301  wenn man sie"in meliorem partem"interpretiert  sagen, daß die wiederverheirateten Geschiedenen, selbst wenn sie wie Bruder und Schwester zusammen leben zusammen in Anbetracht der Anwesenheit von Kindern die Keuschheit nicht auf beste Weise ausüben.

 Aber wenn in diesem Text gesagt werden sollte,  daß sie in der Gnade leben, sogar wenn sie eine sexuelle Beziehung haben, wäre das vollkommen falsch,weil es nicht nur der Lehre des Hl.Thomas widerspricht, sondern auch der Gottes und der Kirche,

Auf diese Weise interpretiert bereitet der brennendste Punkt der Exhortation keine Schwierigkeit, Während viele Schwierigkeiten durch eine andere Interpretation entstehen,
Schließlich muß bedacht werden, daß diese Exhortation ganz und gar von Akzeptanz und Barmherzigkeit durchzogen ist , Das ist der Stil, der für sie geplant war, Und das muß bedacht werden,,  

Quelle: www.chiesa, Sandro Magister,Angelo Bellon, OP

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