Samstag, 11. Juni 2016

Alice in "Amoris Laetitia Land", Fortsetzung und Schluss

Fortsetzung und Schluss von "Alice in Amoris-Leetitia Land"

                   Die weiteren Implikationen von "Amoris Laetitia"


"Die ernsten Schwierigkeiten, die ich besonders für Priester sehe, rühren von den widersprüchlichen Interpretationen der diskret in "Amoris Laetitia" eingebauten Schlupflöcher her. Was wird ein junger neuer Priester tun, der- gut informiert- daran festhalten möchte, daß wiederverheiratete Geschiedene auf keine Weise zur Hl. Kommunion zugelassen werden können, während sein Gemeindepfarrer einer Politik der "Begleitung" folgt, die im Gegenteil davon ausgeht, daß sie das können.
Was wird ein Gemeindepfarrer mit einem ähnlichen Sinn für Treue tun, wenn sein Bischof und die Diözese sich für eine liberalere Politik entscheiden?  
Was werden Regionalbischöfe in Beziehung zu anderen Regionalbischöfen tun, weil jede Bischofsversanmlung selbst entscheidet, wie sie die Nuancen dieser neuen Doktrinen zerteilen und einteilen soll, so daß im schlimmsten Fall, das was auf der einen Seite der Grenze für eine Todsünde gehalten wird, auf der anderen Seite der Grenze "weg-begleitet wird und verziehen? 
Wir wissen, daß das schon seit Jahren offiziell in gewissen deutschen Diözesen passiert und inoffiziell in Argentinien und sogar hier in Australien - wie ich durch meine eigene Familie verbürgen kann. Ein solches Ergebnis ist sehr erschreckend. Es kann sein, daß das, wie ein anderer Freund, auch er ein verheirateter Mann, glaubt, der Zusammenbruch der katholischen christlichen Überlieferung sein wird.
Aber natürlich haben uns auch andere Aspekte kirchlichen und sozialen Niedergangs an diesen Punkt gebracht: die Verwüstung.durch Pseudo-Erneuerungen der Kirche in den vergangenen Jahrzehnten, die taubmachend dumme Politik der Inkulturation in eine entwurzelte westliche Kultur des militanten Säkularismus, die unermüdliche progressive Erosion von Ehe und Familie in der Gesellschaft, die größeren Angriffe auf die Kirche von innen und außen, die Papst Benedikjt so beklagte, der lange Abfall bestimmter Theologen und Laien bezüglich der Empfängnisverhütung, die schrecklichen sexuellen Skandalen, die unzähligen leichten Sakrilegien, der Verlust des Liturgiegeistes, das innere de-facto-Schisma und eine ganze Reihe ernsthafter Themen und Pläne, von dünnen "Papieren" mit einer Art de-jure-Ähnlichkeit untermauerte Kircheneinheit, die Muster tiefer spiritueller und moralischer Dissonanz, die heutzutage unter dem Titel "katholisch" unter der zerfetzten Oberfläche lauert.
Und wir, wir wundern uns, daß die Kirche geschwächt ist und wegdämmert?



Wir können auch eine lange Reihe von Vorgängern von Amoris Laetiiae aufspüren. Weil ich so etwas wie eine alte Seele bin. sehe ich dieses Dokument als schlechte Frucht einer bestimmten Entwicklung in der Kirche des 2. Jahrtausends an. Ich weise kurz besondere auf zwei davon hin: die stark rationalistische und dualistische Form des Thomismus, die von den Jesuiten im 16. Jahrhundert entwickelt wurde und in diesem Kontext ihre Ausarbeitung des kasuistischen Verstehens der Todsünde im 17. Jahrhundert. Die Kunst der Kasuistik wurde in einer neuen Kategorie der heiligen Wissenschaft weiter verfolgt, die "Moraltheologie" genannt wurde, in der, wie mir scheint, der Rechenschieber so verstellt wurde, daß die Schuldhaftigkeit als minimal eingeschätzt werden kann, nötig, um die "Todsünde " zu vermeiden- zumindest technisch.
Was für ein spirituelles Ziel!  Was für eine spirituelle Vision!
Heute -erhebt die Kasuistik wieder ihr häßliches Haupt in der neuen Form der Situations-Ethik und "Amoris Laetitia" ist im Klartext- voll davon- sogar obwohl sie vom Hl. Johannes Paul II in der Enzyklika "Veritatis Splendor" ausdrücklich verurteilt wurde!

                                                                                   Peroration

Kann ich Ihnen irgendwie helfen? Der Hl. Basil hat eine große Predigt zum Text " Achtet nur auf euch selbst und hütet eure Seele fleißig," gehalten.

Zuerst müssen wir uns unserer eigenen Disposition zuwenden. Die Wüstenväter haben mehrere Geschichten darüber, wie ein junger Mönch sein ewiges Seelenheil dadurch rettete, durch die heroische Sanftmut seines Gehorsams gegenüber seinem sehr fehlerbehafteten Abt. Und er erreicht damit am Ende, auch den Abt zu Reue und Rettung zu bringen. Wir dürfen uns nicht  in Versuchung zu Feindseligkeit gegenüber Papst Franziskus  führen lassen, sonst werden wir Teil des Spiels des Teufels.
Auch diesen schwer fehlerbehafteten Hl.Vater müssen wir ehren und wert halten und für ihn beten. Mit Gott ist nichts unmöglich. Wer weiß, ob Gott Jorge M. Bergoglio nicht  in diese Position gebracht hat, um eine ausreichende Zahl von Betern zu finden, die für die Rettung seiner Seele beten kann.

Ich stelle fest, daß die Kardinäle Sarah und Pell schweigen. Welche Weisheit auch immer darin liegen mag-in dieser Zeit
In der Zwischenzeit müßt ihr, die ihre Verantwortung in der Regierung der Kirche habt, praktische Entscheidungen zu den dornigen Themen von Amoris Laetitiae Stellung beziehen müssen.
Zunächst sollten wir selbst im Geiste keine Zweifel daran  haben, was die Lehre der Evangelien ist und immer sein wird. 
Das empfehle ich besonders den Bischöfen, welche Strategie für eine offizielle Klärung der geplanten pastoralen Praxis, die angeraten und ausprobiert werden muß. auch immer angewandt wird
Einige von euch werden sich vielleicht in sehr schwierigen Situationen wiederfinden, angesichts euer Oberen, die fast die Tugend eines Glaubenszeugen von euch fordern. Seit ihr bereit für das bildlich versprochene Auspeitschen, daß euch wiederfahren kann?
Ihr könnt natürlich die illusorische Sicherheit der traditionellen Seichtheit und oberflächlichen guten Laune wählen, eine große Versuchung für Kleriker als Männer der Gemeinschaft. Ich rate nicht dazu. Die Zeiten sind ernst, vielleicht sehr viel ernster als wir ahnen. Wir werden auf die Probe gestellt. "Der Herr ist hier. Er ruft euch".

   Zur angemessenen eucharistischen Disposition der wiederverheirateten Geschiedenen


Vor kurzem hatte ich eine e-mail-Unterhaltung, in der ein Freund einige Bemerkungen zur würdigen eucharistischen Disposition derer in "irregulären Situationen" machte. In meiner Antwort drückte ich meine eigenen Gedanken dazu aus, was ich für das anzuratende spirituelle und sakramentale Verhalten eines Katholiken in irregulärer Situation halte. 
Es gibt bei uns eine wunderschöne Frau, die üblicherweise zur Messe in unserer Kathedrale kommt und sich im Hintergrund hinsetzt. Ich habe mich mit ihr unterhalten und erfuhr, daß sie in einer dieser irregulären Situationen lebt, immer noch gewissenhaft an der Hl. Messe teilnimmt aber nicht an der Hl. Kommunion, Sie klagt nicht gegen die Kirche oder sagt "es ist die Schuld der Kirche" oder "wie ungerecht die Kirche ist ", Gefühle, die ich von anderen gehört habe, die ich sanft zur Ordnung rief, ich finde die Haltung dieser Frau bewundernswert.

Die beste Haltung für jene, die in diesen Situationen sind und sich noch nicht zu den erforderlichen Bußmaßnahmen durchringen können (und zur Beichte), die aber nicht davon ablassen wollen, auf Gott zu blicken, ist sich genau in ihrem Zustand von Entbehrung und Not dem Herrn bei der Messe zu präsentieren und nicht nach vorn zu gehen und nach der Eucharistie zu greifen, sondern sich selbst für die Intervention der Gnade zu öffnen und die Umstände  zu ändern, wenn und wann es möglich ist. Mein Verständnis ihrer Zwangslage ist: es ist besser, daß sie selbst- wenn es auch schmerzt- in der Spannung ihrer Lage vor Gott bleiben, ohne Ausflüchte. Ich denke, daß ist für sie die beste Haltung für den Triumph der Gnade.
Wer von uns kann sich nicht mit dieser ungleichen Situation in der sprituellen Herausforderung unserers Lebens identifizieren, d.h. hart, mit einer scheinbar unbezwingbaren Leidenschaft zu kämpfen und kaum den Weg aus ihr heraus zu finden, oder vielleicht lange Zeit in irgendeiner Sünde gefangen zu sein, bevor unser moralisches Leben in einem Platz größerer Freiheit hervorkommt? Erinnern wir uns an das berühmte Gebet des Hl. Augustinus zu Gott, das zu seiner defintiven Bekehrung führte: "Domine da mihi castitatem sed noli modo". O Herr gib mir Keuschheit, aber noch nicht."
Ich denke, daß wenn solche Menschen an der Messe teilnehmen und darauf verzichten, die Kommunion zu empfangen,dann ist das ein großes Zeugnis für uns alle. Und ja, es ruft uns auf, unsere eigene Disposition gut bedenken, wenn wir nach vorn gehen und am Allerheiligsten Göttlichen Leib und Blut partizipieren.
Apropos - mir fällt ein, zu berichten, daß der Schauspieler Richard Harris ein "hellraiser", ein viele Jahre lang "gefallener Katholik " sagte: "Ich bin zweimal geschieden, aber ich würde es vorziehen, eher als schlechter Katholik zu sterben, als daß die Kirche sich ändert, um zu mir zu passen."

Ich finde darin mehr Wahrheit als in ...also ich sollte das besser nicht sagen."

Quelle: Anna M. Silva, S. Magister, www.chiesa





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