Sonntag, 12. Juni 2016

Das H-Wort

Kelly Michaels schreibt in The Remnant über das H-Wort, das immer häufiger in Zusammenhang mit Äußerungen innerhalb und außerhalb der Vaticanischen Mauern gebraucht wird. 
Hier geht´s zum Original: klicken

Über das Benutzen des H-Wortes (oder alles hängt davon ab, was dieses "das"ist)

"Wie viele Male hören wir in der Kirche diese Dinge, wie oft! Aber dieser Priester, dieser Mann oder diese Frau von der Katholischen Aktion, dieser Bischof oder dieser Papst sagen uns, daß wir das auf diese Weise tun müssen und dann tun sie das Gegenteil. Das ist der Skandal, der die Menschen verwundet und hindert das Volk Gottes daran, zu wachsen und vorwärts zu kommen. Es befreit sich nicht...
Das ist der gesunde Realismus der Katholischen Kirche: Die Kirche lehrt uns nie: dieses oder jenes zu tun. Das ist nicht katholisch, das ist häretisch." (Papst Franziskus am 9. Juni, Radio Vatican)

Tut mir leid, aber nein.
Das ist alles, was man abschließend als Antwort auf die  Bemerkungen, die der Hl. Vater kürzlich während der Hl. Messe in Santa Marta machte, geben kann. Sogar nach Bergoglios Standards gehen diese Behauptungen zu weit und das ist vorsichtig ausgedrückt, Nach Äußerungen wie dieser, beginnt man, sich zu fragen, ob es seine Strategie ist, zu warten, daß wir die Hände hochnehmen und weggehen. Weggehen- von wo? "Herr, zu wem sollen wir gehen?" (Joh.6, 68)

Gehen wir also daran, die letzte Ladung sinnverwirrender Rhetorik zu entwirren.

Wir können das machen, Immerhin bedeuten Worte etwas: wenn ich meinem Kleinkind sage "Stop", wenn es drauf und dran ist, auf die Straße zu laufen, dann will ich, daß es stehen bleibt und nicht losgeht. Es soll lieber anhalten, wo es ist, als sich weiter in den fließenden Verkehr zu bewegen, der es verletzen oder sogar töten könnte, 
Immer wenn wir einen Terminus und keinen anderen benutzen (außer die Worte selbst werden als Synonyme angesehen), drücken wir nicht eine einzige, solitäre Meinung aus sondern zwei verschiedene, Wenn man es recht bedenkt, ist das der ganze Sinn von Worten.
Würden sie am Ende alle das Gleiche bedeuten (wie z.B. Gnade und Vermutung) gäbe es zu allererst kaum einen Sinn in den gesamten linguistischen Bemühungen oder?



Das Wort Häresie bedeutet auch etwas- etwas Wichtiges, etwas sehr Ernstes, mit dem selbst das Überfahrenwerden mit einem Mack-Truck* nicht verglichen werden kann. Ist es wichtig, daß der Hl. Vater hier die Adjektivform des H-Wortes benutzte? 
Ja, das ist es. Wenn nicht, sollte er sie nicht gebraucht haben.

Es gibt auch eine Grammatik, so daß individuelle Einheiten zu größeren kombiniert werden können. Deshalb gibt es so etwas wie eine Zweideutigkeit der Worte, mit unklaren Vorläufern als Schuldigen.
Wenn ich sage "zwischen Orangen und Bananen sind meine Favoriten", gelingt es mir nicht, irgendetwas effektiv zu kommunizieren, weil das Pronomen dritte Person Plural sich sowohl auf die Orangen als auch die Bananen beziehen kann. 
Man muß unterscheiden und den Regeln der Grammatik folgen, zur geistigen Zufriedenstellung der anderen. Darauf beruht der Erfolg von Papst Franziskus´ Lieblingsbemühung, auch als Dialog bekannt- zu allererst. Wenn es allein auf die Grammatik ankommt, sind die erwähnten Bemerkungen fast wie ein Augias-Stall. Wieder einmal haben wir Dank des Hl.Vaters unsere liebe Mühe.

Was sollen wir dann also aus der Behaupung, daß "die Kirche uns niemals lehrt, dieses oder jenes zu tun...das ist nicht katholisch, das ist häretisch" machen? 

Auch nach 3 Jahren päpstlicher Verkündungen, die von benebelnd bis empörend rangieren, haben wir hier eine, die alles übertrifft.
Was ist dieses "das", daß es verdient, mit nicht weniger als mit dem H-Wort etikettiert zu werden? Erinnern Sie sich, wie das Schicksal der Nation an der Bedeutung des Wortes "ist" abhing? Jetzt hängt die wahre Unterstellung des Wortes "Häresie" von der Bedeutung des Wortes "das" ab.

Ist dieses "das" -wie in "das ist nicht katholisch, das ist häretisch" das selbe das, wie in "dies oder das"?  In diesem Fall würde das häretische "das" in "das ist häretisch" sich darauf beziehen, dies oder das zu lehren. Nun, die richtige korrelierende Konjunktion, die mit oder zusammengeht, ist nicht ein weiteres oder, sondern eher ein entweder, 
Aber machen Sie sich nichts draus, 
Welches Wort auch immer grammatisch vorangeht, das Streitziel des Hl. Vaters scheint das selbe zu sein. Er behauptet, daß das Unterscheiden- nicht die Unterscheidungen selbst, die verdächtig unspezifiziert bleiben,- theologisch ernsthaft problematisch ist.

Man wünscht sich, daß Papst Franziskus seine Behauptung, daß die Kirche "niemals etwas lehrt, was als "dies oder das" charakterisiert werden könnte", untermauern würde. Beim ersten Anschein, scheint es näher an der Wahrheit zu liegen, daß sie das immer tut. Himmel oder Hölle, Gut oder Böse, Wahrheit oder Lüge, Rettung oder Verdammung. Christus akzeptieren oder zurückweisen, an Gott glauben oder nicht. Welche dieser Antithesen- oder vielleicht alle?- sollen wir aufgeben, jetzt wo wir realisieren, daß die Kirche sie "nie lehrt"?

Und was ist mit der Antithese, auf der die genannten Bemerkungsn des Hl. Vaters selbst beruhen?
Wenn das Lehren von "diesem oder jenem" nicht Katholisch ist, dann ist es nur das Lehren von "diesem und jenem". Mit anderen Worten: um katholisch zu sein, muß man-nach Papst Franziskus- die Hegelianische Dialektik akzeptieren, Das heißt, das "dies oder das" zugunsten des "dies und das" zurückzuweisen.  

Das einzige Problem ist, daß wenn "das" ist, was das bedeutet, zieht der Hl. Vater selbst eine Trennungslinie zwischen der Hegelianischen Dialektik und allem, was außerhalb von ihr ist. Er lehrt, daß es einen Unterschied zwischen "entweder dieses oder das" und diesem "dies und das" gibt, und daß das "entweder dieses oder das" zugunsten des "dies und das" zurückgewiesen werden muß und daß "seiner Meinung nach es entweder das eine oder das andere ist." 
Um der Anklage der Häresie zu entgehen, müssen wir es mit dem anderen probieren.

Aber in der Zwischenzeit ist Papst Franziskus fleißig dabei, die Menschen zwischen dem einen oder dem anderen wählen zu lassen und sie zuerst zu verurteilen, mit anderen Worten: die Lehre, die er uns gerade darüber erteilt hat, was häretisch ist und was nicht, ist logischerweise seiner eigenen Meinung nach häretisch. Die endlose Regression im Kern der liberalen Geisteshaltung kann wirklich manchmal ermüdend werden. 

Wenn der Hl. Vater so weit geht, etwas häretisch zu nennen, sollte er die Höflichkeit besitzen, uns zu erklären, was es ist. Statt dessen- mirabile dictu-finden wir uns dabei, wie wir doch wieder unsere "kahlen Bergoglio-Stellen" kratzen-weil jede lebensfähige Interpretation fehlt und im Licht der vielen Standpauken von Papst Franziskus für die, die es wagen, anderer Meinung zu sein, bleiben wir mit dem unleugbaren Eindruck zurück, daß häretisch für ihn einfach nur bedeutet, der vom neuen Vaticanischen Regime gezogenen Linie nicht zuzustimmen- in welchem Sinne auch immer. 
Lassen wir die überwältigende Ironie beiseite,  ausgerechnet von ihm belehrt zu werden, daß es eine Sünde ist, ein sehr kreatives Vokabular zum Beleidigen anderer zu haben, und konzentrieren wir uns darauf, nicht als Häretiker gebrandmarkt zu werden, wollen wir?
Augenscheinlich müssen wir hirnlose Bergoglianer werden, wenn wir nicht wünschen, angeklagt zu werden, auch wenn es unmöglich ist, zu entziffern, was der Mann sagt. das aber niemals entfernt dem ähnlich war, ist und sein wird, was das H-Wort wirklich bedeutet."

Quelle: The Remnant, 

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