Donnerstag, 30. Juni 2016

Ein bisserl Geschichte: Wie der Münchner Dom finanziert wurde

Kurz nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges erhielt München den Ehrentitel "Das deutsche Rom". Der Grund waren damals nicht die vielen hier lebenden Italiener und die italienischen Restaurants in allen Stadtteilen - sondern die vielen Kirchen die das Bild der Stadt prägten.
Herausragend schon damals war die Münchner Frauenkirche - die auch deshalb notwendig wurde, weil im Vorgängerbau einfach nicht mehr genug Platz für rasch wachsende Stadt war.

Nuremberg chronicles - MONACUM
München im 15. Jahrhundert. Die Frauenkirche ist noch nicht ganz fertig. Es fehlen noch die heute so charakteristischen
"Welschen Hauben", die aber eigentlich dem Felsendom in Jerusalem nachempfunden waren und das Urbild
der  Zwiebeltürme sind, die heute die bayerische und auch südschwäbische Landschaft  prägen.
Bildquelle: Public domain via Wikimedia-Commons














Die Stadt zählte im Jahr 1500 (also 6 Jahre nach der Weihe der Kirche) 13.447 Einwohner, das entspricht heute der Einwohnerzahl so mancher Gemeinde aus dem Speckgürtel.
Aber trotzdem wollten die Bürger der Stadt eine große Kirche in ihrer Mitte haben - gebaut zur Ehre Gottes und ein Segen für die Menschen, die in der Stadt lebten.
Es waren harte Zeiten damals. Teilweise herrschte große Not und trotzdem beteiligten sich alle Bürger am Bau mit Spenden und mit tätiger Mithilfe. Da fragt sich natürlich so mancher, wie es möglich war, dass eine solche "Kleinstadt" ein derartiges Projekt stemmen konnte.


Wikipedia schreibt dazu:
"Zur Finanzierung des Baus konnte die Kirche zuerst auf die schon reichlich vorhandenen Stiftungen der alten Kirche zurückgreifen, indem sie z. B. Grund und Gebäude verkaufte. Als die Mittel im Jahr 1479 erschöpft waren, gewährte Papst Sixtus IV. einen vollständigen Ablass denjenigen, die in den Jahren 1480 bis 1482 jeweils in der Woche von Sonntag Laetare bis Judica nach München pilgerten, dort ihre Sünden beichteten und einen Wochenlohn spendeten. Die so eingenommenen Gelder, über 15000 rheinische Gulden, wurden zur Finanzierung des Baus eingesetzt." 


Von nix kommt nix - könnte man heute dazu sagen, denn es war  eine wirklich immense Anstrengung und Leistung der Münchner Bürger, denen zum Bau dieser großen Kirche keine Anstrengung und kein finanzielles Opfer zu groß waren:

Die Kirche wurde zur Ehre Gottes gebaut und allein das zählte!  

Interessant, dass für den Bau der Kirche gerade einmal 20 Jahre benötig wurden (Wer ko, der ko!) Und wenn man sich vorstellt, welche technischen Mittel damals zur Verfügung standen, ist das wirklich eine immense Leistung. Die Kraft Gottes und der Glaube hat hier also einiges in Bewegung gebracht!

Das ist auch heute noch so.
Obwohl die Münchner Kirchen teilweise im Staatsbesitz sind, wird ein Großteil des Geldes für deren Erhalt und Renovierung von den Gläubigen aufgebracht - sowohl durch die Kirchensteuer als auch durch Spenden. Gerade dann, wenn es sich um Baumaßnahmen im Innenraum der Kirche handelt. So werden z.B. die Restaurierung der Evangelisten-Statuen in der Theatinerkirche ausschließlich durch Spenden finanziert. Und auch die Restaurierung der Orgel in St. Michael gelang nur durch einen Spenden-Kraftakt der Gläubigen, ebenso der Bau der Chororgel in St. Peter. Von den kleinen Kirchen, die sogar das Neueindecken der Dächer durch Spenden finanzieren, will ich hier gar nicht reden.

Warum mir das ausgerechnet heute einfällt? Es ist weder Kirchweih und der Stadtgeburtstag sowie das Bennofest sind auch gerade vorbei. Trotzdem lohnt sich manchmal ein Blick ins Geschichtsbuch, um die Gegenwart besser (oder auch nicht) zu verstehen:
Wie man den Medien entnehmen kann, ist der Traum des Herrn Imam I., der der Münchner Innenstadt eine Großmoschee schenken wollte, nun endgültig geplatzt. Die arabischen Finanziers sind abgesprungen und jetzt fehlt dem Imam das Geld.
Und schon heult man bei der Süddeutschen wieder rum, dass es doch in einer Großstadt wie München möglich sein müsse, dass die Bürger und Unternehmen der Stadt dieses Geld aufbringen können! Wie bitte? Ich habe jetzt gerade mal die Spenderliste für die St. Michaelsorgel angeschaut. Also da finde ich keinen einzigen türkischen oder arabischen Namen. Auch der Imam Ildriz steht da definitiv nicht drauf. In München leben 100.000 Muslime. Wenn jeder von denen jeweils 300 Euro spenden würde, wären die 30 Mio im Kasten, die für den Bau benötigt werden. Muslime zahlen keine Kirchensteuer. Da sollte das doch dem einzelnen ein leichtes sein, hier ein ähnliches Opfer zu bringen, wie es die Münchner Katholiken beim Bau ihrer Kirchen taten und noch tun.
Naja vielleicht macht ja das SZ-Team den Anfang. Verzichtet mal ein paar Jahre auf einen Teil des Gehaltes und spendet das Geld dann für die Völkerverständigung. Ablass kriegen sie dafür allerdings nicht.

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