Donnerstag, 30. Juni 2016

Ein in Gott versunkenes Leben

Diakon Keith Fournier kommentiert bei CNA das Buch, das anläßlich des 65-jährigen Weihejubiläums Benedikts XVI erscheint, ein Sammelband mir Predigten und Reden über
das Priesteramt. Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPA EMERITUS BENEDIKT XVI RUFT UNS ALLE ZU EINEM DURCH DAS GEBET IN GOTT VERSUNKENEN LEBEN AUF"

                           Pope Emeritus Benedict XVI calls us all to lives immersed in God through prayer
               
"Ein neues Buch von Papa Emeritus Benedikt XVI mit dem Titel "Gottes Liebe lehren und lernen" wird am 29.Juni erscheinen. Es ist eine Sammlung von Predigten und Reden, die sich an die wenden, die zum Priestertum berufen sind. Papst Franziskus hat ein Vorwort geschrieben, in dem er die Gründe darlegt, warum Benedikt ein so außerordentlicher Theologe ist. Franziskus erklärt, daß Benedikt durch Gebet ein in Gott eingetauchtes Leben lebt und eine Theologie auf Knien betreibt. Er betont, daß ein ganz in Gott versunkenes Leben ein Ruf ist, den Diakone, Priester und Bischöfe niemals vergessen dürfen.   

Ich muß zugeben, ich vermisse Benedikt XVI wirklich sehr, Er ist ein heiliger Mann und war einer der größten Theologen der Kirche. Seinen letzten Akt der Demut, vollzog er am 28. Februar 2013, als er auf sein Amt verzichtete, um sich ganz dem Gebet zu widmen.

Die Ankündigung wurde bei einem Konsistorium mit seinen Brüdern im Episkopat gemacht, die sich in Rom versammelt hatten, um der Kanonisierung von 800 Kandidaten zuzustimmen. 
Der Zusammenhang war klar. Das letzte Konzil der Kirche hat uns an den universalen Ruf zur Heiligkeit erinnert. Dieser Ruf richtet sich an alle Glieder des Leibes Christi und kann nicht ohne Gebet erfüllt werden.


Wenn ich über Benedikt XVI nachdenke, werde ich an eine meiner Lieblingsdefinitionen eines Theologen erinnert, die von einem Mönch namens Evagorius von Pontus stammt, der im 4. Jahrhundert lebte,

In seinen Überlegungen mit dem Titel "Spiegel für Mönche": "Die Kenntnis Gottes, ist die Brust Christi und wer immer an ihr ruht, wird ein Theologe sein." Das Bild beschwört den geliebten Jünger Johannes, den Autor des 4. Evangeliums, herauf- mit seinem Kopf an der Brust Jesu beim letzten Abendmahl-, das so oft als Einsetzung der Eucharistie beschrieben wird.
Sein Evangelium war das zuletzt geschriebene und ist das theologisch reflektktierteste. Ganz klar lernte Johannes die Theologie in der Schule des Gebetes.

So ist es mit dem Papa emeritus Benedikt. Wie passend und wie wunderbar, daß er jetzt eine Art mönchisches Leben innerhalb der Mauern des Vaticans lebt- Es bewegt mich zutiefst, zu denken, daß dieser heilige Priester für die Kirche und die Welt, in die sie geschickt ist, betet. Er betet für dich und mich. Ich erinnere seine wunderschöne Botschaft bei der Generalaudienz für die Gläubigen vom 6. März 2012.
Er erklärte, daß Stille nötig ist, um das Wort Gottes zu hören und bemerkte, daß unsere Zeit Reflektion und Kontemplation nicht fördert, ganz im Gegenteil- es scheint, daß die Leute Angst haben, sich selbst zu lösen sogar -und sei es auch nur für einen Augenblick aus dem Raum der Worte und Bilder, die unsere Tage füllen."




Er fuhr fort:"Die Evangelien zeigen uns Jesus oft, wie er sich an einen weit von der Menge entfernten Platz zurückzieht, sogar von seinen eigenen Jüngern, wo er in Stille beten kann." Und mehr noch: die große patristische Tradition lehrt uns, daß die Mysterien Christi an die Stille gebunden sind und nur in der Stille kann das Wort einen Platz in uns finden, um zu wirken."


"Dieses Prinzip" erklärte der Hl. Vater "gilt für das individuelle Gebet aber auch für unsere Liturgien, die- um das authentische Hören zu erleichtern- reich an Augenblicken der Stille und des nicht-verbalen Empfangens sein müssen. ...Stille, die einen Raum in unserem Inneren öffnen kann, einen Raum in dem Gott wirken kann, der sicher stellt, daß sein Wort in uns bleibt und daß die Liebe zu ihm in unserem Geist und unserem Herzen verwurzelt ist und unser Leben beseelt."


Er erklärte, daß wir uns "manchmal in unseren Gebeten einem Schweigen Gottes gegenüber sehen. Wir erleben fast ein Gefühl von Verlassensein; es scheint, daß Gott nicht zuhört, und nicht antwortet. Aber dieses Schweigen, das auch Jesus widerfahren ist, bedeutet nicht Abwesenheit. Christen wissen, daß der Herr anwesend ist und zuhört, sogar in Augenblicken der Dunkelheit und des Schmerzes, de Zurückweisung und er Einsamkeit. 

Jesus versichert seinen Jüngern und jedem von uns, daß Gott sehr wohl in jedem Augenblick unseres Lebens um unsere Nöte weiß."

"Für uns, die wir uns so oft um Effektivität und Ergebnisse sorgen...die wir erreichen, ist das Gebet Jesu eine Erinnerung daran, daß wir innehalten müssen, um Augenblicke der Nähe zu Gott zu erleben, uns selbst vom Durcheinander des täglichen Lebens lösen, um zuzuhören, zu der Wurzel, die uns nährt und unserer Existenz erhält. 

Einer der schönst Augenblicke im Gebet Jesu ist, wenn er mit Krankheit, Beschwernissen und den Begrenzungen seines Gegenübers konfrontiert, Seinen Vater im Gebet anspricht und denen um ihn herum zeigt, wo sie hingehen müssen um die Quelle der Hoffnung und Erlösung zu suchen,

Unabhängig von unseren Lebensumständen, Berufung oder Karriere sind wir alle zum kontemplativen Gebet aufgerufen, In seinen Kapiteln zum kontemplativen Gebet erklärt der KKK (2709- 2719) : "Sich in ein kontemplatives Gebet zu versenken ist wie in die Eucharistische Liturgie einzutreten: wir erheben die Herzen, sammeln unser ganzes Sein darin, den Hl. Geist anzurufen, um in Seine Gegenwart einzutreten, der auch auf uns wartet.

Wir lassen unsere Masken fallen und wenden unsere Herzen zurück zum Herrn, der uns liebt sodaß wir uns ihm überantworten als Opfer, das gereinigt und verwandelt werden muß." (CCC 2711)

"Für uns, die wir uns so oft um Effektivität und Ergebnisse sorgen...die wir erreichen, ist das Gebet Jesu eine Erinnerung daran, daß wir innehalten müssen, um Augenblicke der Näjhe zu Gott zu erleben, uns selbst vom Durcheinander des täglichen Lebens lösen, um zuzuhören, zu der Wurzel, die uns nährt und unserer Existenz erhält. 


Einer der schönsten Augenblicke im Gebet Jesu ist, wenn er mit Krankheit, Beschwernissen und den Begrenzungen seines Gegenübers konfrontiert, Seinen Vater im Gebet anspricht und denen um ihn herum zeigt, wo sie hingehen müssen um die Quelle der Hoffnung und Erlösung zu suchen,

Er zeigte auf den tiefsten Punkt des Gebetes Jesu zum Vater, im Augenblick seines Leidens und Todes. Indem er den Katechismus (2006) zitierte, erklärte er daß:"Sein Schrei zum Vater vom Kreuz herab alle ....für alle Zeit einbezog, für die durch die Sünde und Tod versklavte Menschheit, alle Bitten und Anrufungen um Erlösung der Geschichte sind in diesem Schrei des inkarnierten Wortes gesammelt.Hier nimmt der Vater sie an und beantwortet sie, indem er Seinen Sohn auferweckt. So wird das Drama des Gebets in der Schöpfung und Erlösung erfüllt und vollendet.  
Der emeritierte Papst Benedikt XVI führt auch weiterhin sein in Gott versunkenes Leben und lädt uns alle ein, ihm in seinem Beispiel und seiner Lehre zu folgen. Dieses Versunkensein wir ermöglicht , wenn das Gebet eine Lebensform wird. Er ist ein Mann des lebenden Glaubens; so daß es bis ins Knochenmark eines Mannes dringt, der mit Gott geht, ihn stark, beständig und vor jedem Feind unerschrocken macht. Das besonders weil er kontemplativ ist. 
Er ruft uns alle zu einer Art der Umkehr auf, die nur aus einem durch Gebet in einem in Gott versunkenem Leben kommt.  
Nur eine Kirche der Heiligkeit, des Mysteriums, der Mission und Majestät kann die riesige Aufgabe erfüllem, die in diesem neuen Missionszeitalter vor uns liegt. Die Kirche, die aus der verwundeten Seite Jesu Christi entstand, der seine Arme vom Baum der Erlösung ausstreckte, um die Welt zu umarmen, die jetzt verzweifelt eine tiefe und gründliche Umkehr im Inneren braucht.Das Gebet ist der sichere Weg zu dieser so dringend gebrauchten Umkehr und der beginnt in unserem eigenen Herzen.


Gebet ist der fortgesetzte Dialog intimer Kommunion mit Gott. Im Gebet geht es darum, sich in Gott zu verlieben, immer wieder: Isaak von Niniveh war ein Mönch im frühen 8. Jahrhundert, Bischof und Theologe. Für Jahrhunderte wurde er in der Christlichen Kirche des Ostens verehrt fast nur für seine Schriften und Gebete verehrt. Im letzten Jahrhundert wurden die Schönheit seiner Einsichten zum Gebet auch wieder von beiden Lungenflügeln,Osten und Westen, aufgenommen. Er schrieb diese Worte in einem seiner vielen Traktate über das Gebet:
"Wenn der Geist in einem Menschen weilt, verläßt er ihn in dem Moment, wo er als Person zum Gebet geworden ist, nie wieder.
Ob dieser Mensch wach ist oder schläft, verläßt das Gebet seine Seele nicht mehr. Ob er ißt oder trinkt oder schläft oder was auch immer tut, selbst im tiefsten Schlaf erhebt sich der Duft des Gebetes ohne Mühe in seinem Herzen.
Das Gebet verläßt ihn nie wieder."


In jedem Moment seines Lebens , sogar wenn es anzuhalten scheint, arbeitet es ausdauernd heimlich in ihm, sagt einer der Väter, den Trägern Christi, das das Gebet die Stille der Reinen ist. Weil ihre Gedanken göttliche Bewegungen sind. Die Bewegungen des Herzens und des Intellekts, die gereinigt wurden und Stimmen voller Süße sind, mit denen solche Menschen niemals aufhören im Stillen zum verborgenen Gott zu singen. 

Durch Seine Inkarnation, Sein Erlösendes Leben, Seinen Tod und Seine Auferstehung öffnet Jesus den Weg zur vollen Kommunion mit Gott für alle Männer und Frauen. Er führt uns aus der Leere und Verzweiflung, die die verrotteten Früchte des Narzissmus, Nihilismus und Materialismus sind. Wenn wir in den Dialog des Gebetes eintreten, können wir eine zunehmende, dynamische und intime Beziehung mit Gott erleben. Er verwandelt uns von innen heraus. Wir können, wie Isaac sagt, "Gebet werden"  wenn wir uns selbst leer machen, um durch IHN gefüllt zu werden.
Durch Gebete gewinnt dass tägliche Leben eine neue Bedeutung. Es wird ein Klassenzimmer der Kommunion. In diesem Klassenzimmer lernen wir die Wahrheit darüber, wer wir sind und wer wir werden-in Jesus. Durch Gebete bekommen wir neue Gläser, durch die wir die wahre Landschaft des Lebens sehen.Durch Gebete wir die Finsternis vertrieben und der Weg des Fortschreitens erleuchtet.

Durch Gebete beginnen wir zu verstehen, warum diese Kommunion manchmal flüchtig erscheinen. wenn wir mit unseren ungezügelten Appetit kämpfen und ein Leben
leben, das nicht im Einklang mit der Schönheit und Ordnung der Schöpfung  in der wir unterwegs sind, nur um einen neuen Anfang zu finden, wann immer wir unsere Sünden beichten und zu unsrer ersten Liebe zurück kehren. Das Gebet öffnet uns für die Verkündigung, und erweitert unser Fähigkeit die Wahrheit zu verstehen und uns für die Änderung auszustatten.
Durch das Gebet werden wir durch Liebe in eine vertiefte Beziehung mit JEsus, gezogen, dessen liebende Umarmung auf dem Hügel von Golgotha den Himmel mit der Erde verband. Seine Beziehung mit Seinem Vater ist jetzt für uns offen; der selbe Geist, der Ihn von den Toten auferweckte, um uns ein neues Leben zu geben, wenn wir uns bekehrt und verwandelt haben und neu gemacht sind. 
Durch das Gebet wird himmlische Weisheit in den Acker unseres Herzens gepflanzt und wir erleben eine Vertiefung der Kommunion mit dem Dreieinigen Gott. Nach Worten des Apostels Petri, werden wir "Teilhaber an der Göttlichen Natur" (2 Peter, 1, 4). Diese Teilhabe wird nur vollständig, wenn wir mit IHM in der Fülle Seiner Umarmung sind, im auferstandenen Körper in einem Neuen Himmel, aber es beginnt jetzt, in der Gnade dieses gegenwärtigen Augenblicks 
wenn wir-im wahren Sinne- Gebet werden.
Der geliebte Jünger Johannes wurde Gebet. Er schreibt in dem Brief, den er in einen späteren Jahren schrieb: "Siehe was die Liebe des Vaters uns gewährt, daß wir Kinder Gottes genannt werden können. Und das sind wir. Die Gründe, daß die Welt uns nicht als solche erkennt, ist, daß sie IHN nicht kennen. Geliebt-sind wir jetzt Kinder Gottes; was wir sein werden, ist noch nicht enthüllt worden. Wir wissen, daß wenn es enthüllt wird, wir wie er sein werden, weil wir ihn sehen werden, wie er ist. Jeder, der diese Hoffnung auf Ihn hat, reinigt sich selbst, weil er rein  ist. Jeder der Sünden begeht, begeht eine Gesetzlosigkeit, weil Sünde Gesetzlosigkeit ist." (1Joh. 3, 1-4)  
Wenn wir "Gebet werden" wird unser tägliches Leben das Feld seiner Wahl und wir werden fähig, den besseren Weg der Liebe zu wählen, von dem der große Apostel Paulus schreibt (1. Kor. 13). Wenn man die Folgen der Ausübung unserer menschlichen Freiheit wägt, wird sie ein regelmäßiger Teil unseres Lebens, wie wir lernen, "unser Gewissen zu prüfen" unsere Sünden zu bereuen und freudige Büßer zu werden. Das Gebet liefert das Umfeld für eine solche Sammlung, weil es die Dunkelheit bloßlegt und uns hilft, sie dem Licht der Liebe unterzuordnen, dem in uns lebendigen Gott.   

"Gebet werden" ist für alle Christen möglich, gleich was ihr Stellung im Leben oder ihre Berufung ist, weil Gott vor denen, die er liebt, nichts zurück hält. Diese Beziehung der Kommunion wird von IHM begonnen. Unser Aufgabe ist es, zu antworten. Diese Antwort sollte aus dem in ergebener Liebe schlagenden Herzen fließen, ist der Vorgang der Befreiung von dem was uns niederdrückt.



Gott, der die Liebe ist hungert nach der Gemeinschaft mit seinen Söhnen und Töchtern- und wir hungern nach der Gemeinschaft mit Ihm- weil Er uns si gemacht hat. Nichts anderes wird zufrieden machen. Der frühe Kirchenvater Origenes schrieb einmal: "Jedes spirituelle Sein ist-von Natur aus- ein Tempel Gottes, geschaffen um in sich die Glorie Gottes zu empfangen."
Mutter Theresa hat einmal geschrieben: "Gott ist der Freund der Stille, in dieser Stille wird er uns zuhören; da wird er zu unserer Seele sprechen und dort werden wir seine Stimme hören. Dir Frucht der stille ist der Glaube. Die Frucht des Glaubens ist das Gebet, die Frucht des Gebetes ist die LIebe, die Frucht der Liebe ist das Dienen und die Frucht des Dienens ist die Stille.

"In der Stille des Herzens spricht Gott. Wenn du Gott im Gebet und in Stille gegenüber stehst, wird Gott zu dir sprechen. Dann wirst du wissen, daß du nichts bist. Nur wenn du deine Nichtigkeit anerkennst, deine Leere, daß Gott dich ausfüllen kann. Stille gibt uns einen neuen Weg auf alles zu sehen. Wir brauchen diese Stille um unserer Seele zu berühren. Gott ist der Freund der Stille.Seine Sprache ist Stille.

"Sei still und wisse, daß ich Gott bin". 

Quelle: Keith Fournier, CNA



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