Samstag, 18. Juni 2016

Pfeifen im Walde? oder der Trost der Schrift!

Irgendwie versuch ich ja immer zu verstehen, was so abgeht in der Kirche und in der Welt, aber ich muss sagen, ich kapiere es nicht.
Auch was dem lieben Gott sein Bodenpersonal angeht, so heißen sie zwar nicht mehr so, aber ,man kann es nicht, und konnte es wohl noch nie, leugnen, dass unter den Hochwürden genug Merkwürden sich tummel(t)en.
Und was unseren derzeitigen Pontifex angeht, ja er fällt mir nicht leicht, aber ich habe mich auch hier auf den Standpunkt zurückgezogen, dass es dem Sklaven nicht besser geht als dem Herrn. (Matth 10,24)
Die Bibelstelle im Kontext* gelesen, zeigt uns eigentlich nur, dass es uns noch recht gut geht, wenn man so will.
Um das mal aufzudröseln, wenn man sich nun die religiösen Führer zur Zeit Jesu anguckt, so haben wir auf der einen Seite den Sanhedrin, das war sozusagen das Kardinalskollegium mitsamt dem Papst und das waren mehrheitlich Saduzzäer, diese Saduzzäer waren die liberalen, die die die Römer ganz gut fanden, die die, vor allem nicht, überhaupt nicht an ein, wie auch immer geartetes Leben nach dem Tod, damit an kein Gericht und an gar nichts glaubten. Sozusagen fromme Atheisten, die Religon wegen ihrer Moral gut fanden und rein innerweltlich dachten.
Also besonders originell ist das nicht und von den geänderten politische  Machtverhältnissen mal abgesehen, haben wir genug Sadduzäer im Sortiment.
Dann haben wir die Pharisäer und mit keiner Gruppe setzt sich Jesus so viel auseinander wie mit denen, das sind sozusagen die jüdischen Rubrikenreiter, die 150% igen, die die vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen, die wie wir hier lesen können, es absolut gut meinen und dabei vor lauter Angst was verkehrt zu machen, sich einen Panzer von Vorschriften schaffen und denken damit wäre gut.
Heutzutage ein bisschen ausgestorben bei uns, aber geben tut es sie noch.
Zu guter Letzt haben wir viel wundersüchtiges Volk und ja das haben wir auch noch.
Von daher hat sich seit den Tagen Jesu nicht viel geändert,
Man sagt das nun so leicht, aber man möge sich vergegenwärtigen, von was wir reden, wenn wir von den Hohenpriestern reden.
Das Amt geht auf Aaron zurück wurde von Gott höchstselbst geschaffen,  und die Personen ausgewählt.
Das ganze Volk mitsamt seinen Amtsträgern wurde von Gott höchstpersönlich und exklusiv, durch die Jahrtausende geführt und geformt und wollte sich auch führen lassen, und das Resultat?
Wir kennen es! Ab ans Kreuz, damit endlich Ruhe ist.



Von daher kann man nicht umhin festzustellen und daraus Trost zu schöpfen, dass sich im Neuen Bund das gleiche Drama, wenn auch unter anderen politischen und geografischen Bedingungen, aber im Grunde das selbe dumme Spiel wiederholt.
Man müsste IHN, der doch in unserer Mitte ist, erkennen und tut es nicht.
Man hat religiöse Führer, wo man das Gefühl hat, die glauben nur an innerweltliche vernünftige, menschengemachte Moral und halten sich dafür gesendet, wobei unklar ist von wem, und ansonsten glauben sie nur an ihren eigenen Verstand.
Und wie damals halten die führenden Sadduzäer von den frömmelnden Pharisäern überhaupt nichts und das Volk hofft und weiß nicht wo es finden soll, sie sind wie Schafe ohne Hirten, auch das ein Ausspruch Jesu.
Ab und an, ich muss es gestehen geht es dann doch mit mir durch und ich überlege mir, ob wir nicht in der Mitte der letzen Jahrwoche aus Daniel** angekommen sind,
Fakt ist es steht bei Daniel "für viele macht er den Bund eine Woche lang schwer" (Dan 9,27).
Da davon auszugehen ist, dass die Bibel keine chronologische Prophetie betreibt, sondern sachliche, bringt es wenig darüber zu spekulieren ob wir nun in der endgültigen letzten Jahrwoche angekommen sind, oder in einer ihrer Vorläufer.
Auf jeden Fall sagt uns der Prophet Daniel über die Jahrtausende, "alles hat einmal ein Ende, alles hat nur seine Frist" und wenn man dann wieder überlegt wo und wie der Prophet Daniel lebte, dann muss man auch sagen, Gott hat seinen Leuten schon immer viel zugemutet, aber war auch immer da.
Allerdings geht dem Trost durch die Prophetie das Schuldbekenntnis des Daniel voraus.
In solcherlei düstere Gedanken versunken, verschlug es mich in die Messe.
Es war aber, wohl ein Versehen nicht der Text vom Sonntag dran, sondern der von Heute und siehe da das Evangelium von heute lautet:

Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.
Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung?
Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?
Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht.
Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.
Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!
Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen?
Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht.
Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.
Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.
 (Matth 6, 24-34)
Von daher, Danke Herr!













*Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe; seid daher klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben!
Nehmt euch aber vor den Menschen in Acht! Denn sie werden euch vor die Gerichte bringen und in ihren Synagogen auspeitschen.
Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt, damit ihr vor ihnen und den Heiden Zeugnis ablegt.
Wenn man euch vor Gericht stellt, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt.
Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden.
Brüder werden einander dem Tod ausliefern und Väter ihre Kinder, und die Kinder werden sich gegen ihre Eltern auflehnen und sie in den Tod schicken.
Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.
Wenn man euch in der einen Stadt verfolgt, so flieht in eine andere. Amen, ich sage euch: Ihr werdet nicht zu Ende kommen mit den Städten Israels, bis der Menschensohn kommt.
Ein Jünger steht nicht über seinem Meister und ein Sklave nicht über seinem Herrn.

Der Jünger muss sich damit begnügen, dass es ihm geht wie seinem Meister, und der Sklave, dass es ihm geht wie seinem Herrn. (Matth 10, 18-24)



** Im ersten Jahr, nachdem Darius, der Sohn des Xerxes, aus dem Stamm der Meder, König über das Reich der Chaldäer geworden war,
 in diesem ersten Jahr seiner Herrschaft suchte ich, Daniel, in den Schriften die Zahl der Jahre zu ergründen, die Jerusalem nach dem Wort des Herrn an den Propheten Jeremia verwüstet sein sollte; es waren siebzig Jahre.
 Ich richtete mein Gesicht zu Gott, dem Herrn, um ihn mit Gebet und Flehen, bei Fasten in Sack und Asche, zu bitten.
 Ich betete zum Herrn, meinem Gott, legte ein Bekenntnis ab und sagte: Herr, du großer und Furcht erregender Gott, du bewahrst denen, die dich lieben und deine Gebote halten, deinen Bund und deine Gnade.
 Wir haben gesündigt und Unrecht getan, wir sind treulos gewesen und haben uns gegen dich empört; von deinen Geboten und Gesetzen sind wir abgewichen.
 Wir haben nicht auf deine Diener, die Propheten, gehört, die in deinem Namen zu unseren Königen und Vorstehern, zu unseren Vätern und zu allen Bürgern des Landes geredet haben.
 Du, Herr, bist im Recht; uns aber steht bis heute die Schamröte im Gesicht, den Leuten von Juda, den Einwohnern Jerusalems und allen Israeliten, seien sie nah oder fern in all den Ländern, wohin du sie verstoßen hast; denn sie haben dir die Treue gebrochen.
 Ja, Herr, uns steht die Schamröte im Gesicht, unseren Königen, Oberen und Vätern; denn wir haben uns gegen dich versündigt.
Aber der Herr, unser Gott, schenkt Erbarmen und Vergebung. Ja, wir haben uns gegen ihn empört.
 Wir haben nicht auf die Stimme des Herrn, unseres Gottes, gehört und seine Befehle nicht befolgt, die er uns durch seine Diener, die Propheten, gegeben hat.
 Ganz Israel hat dein Gesetz übertreten, ist davon abgewichen und hat nicht auf deine Stimme gehört. Darum kamen der Fluch und die Verwünschung über uns, die im Gesetz des Mose, des Dieners Gottes, geschrieben stehen; denn wir haben uns gegen Gott versündigt.
 Gott machte seine Drohung wahr, die er gegen uns und unsere Richter, die uns regierten, ausgesprochen hatte: Er werde so schweres Unheil über uns bringen, dass unter dem ganzen Himmel nie solche Dinge geschehen sein werden wie in Jerusalem.1
 Wie es im Gesetz des Mose geschrieben steht, ist all dieses Unheil über uns gekommen. Und doch haben wir den Herrn, unseren Gott, nicht begütigt, haben uns nicht von unserem bösen Tun abgewandt und nicht auf deine Wahrheit geachtet.
 Der Herr aber war wach und ließ dieses Unheil über uns kommen. Denn der Herr, unser Gott, ist gerecht in allem, was er tut. Wir aber hörten nicht auf seine Stimme.
 Jetzt aber, Herr, unser Gott, der du dein Volk mit starker Hand aus Ägypten geführt und dir damit einen Namen gemacht hast bis auf den heutigen Tag! Wir haben gesündigt; wir haben gefrevelt.
 Herr, wende jetzt deinen grimmigen Zorn von deiner Stadt Jerusalem und von deinem heiligen Berg ab, wie es deinen früheren hilfreichen Taten entspricht. Wegen unserer Sünden und der bösen Taten unserer Väter sind Jerusalem und dein Volk zum Gespött für alle geworden, die rings um uns wohnen.
 Darum höre jetzt, unser Gott, das Gebet und Flehen deines Knechtes: Herr, lass auch um deiner selbst willen dein Angesicht über deinem Heiligtum leuchten, das verwüstet daliegt.
 Mein Gott, neig mir dein Ohr zu und höre mich; öffne deine Augen und sieh auf die Trümmer, auf unsere Stadt, über der dein Name ausgerufen ist. Nicht im Vertrauen auf unsere guten Taten legen wir dir unsere Bitten vor, sondern im Vertrauen auf dein großes Erbarmen.
Herr, erhöre! Herr, verzeih! Herr, vernimm das Gebet und handle! Mein Gott, auch um deiner selbst willen zögere nicht! Dein Name ist doch über deiner Stadt und deinem Volk ausgerufen.
Während ich noch redete und betete, meine Sünden und die Sünden meines Volkes Israel bekannte und meine Bitte für den heiligen Berg meines Gottes vor den Herrn, meinen Gott, brachte,
 während ich also noch mein Gebet sprach, da kam im Flug der Mann Gabriel, den ich früher in der Vision gesehen hatte; er kam um die Zeit des Abendopfers zu mir,
 redete mit mir und sagte: Daniel, ich bin gesandt worden, um dir klare Einsicht zu geben.
Schon zu Beginn deines Gebets erging ein Gotteswort und ich bin gekommen, um es dir zu verkünden; denn du bist (von Gott) geliebt. Achte also auf das Wort und begreife die Vision!
Siebzig Wochen sind für dein Volk und deine heilige Stadt bestimmt, bis der Frevel beendet ist, bis die Sünde versiegelt und die Schuld gesühnt ist, bis ewige Gerechtigkeit gebracht wird, bis Visionen und Weissagungen besiegelt werden und ein Hochheiliges gesalbt wird.2
 Nun begreif und versteh: Von der Verkündigung des Wortes über die Rückführung des Volkes und den Wiederaufbau Jerusalems bis zur Ankunft eines Gesalbten, eines Fürsten, sind es sieben Wochen; und zweiundsechzig Wochen lang baut man die Stadt wieder auf mit ihren Plätzen und Gräben, obwohl es eine bedrängte Zeit sein wird.
 Nach den zweiundsechzig Wochen wird ein Gesalbter umgebracht, aber ohne (Richterspruch). Das Volk eines Fürsten, der kommen wird, bringt Verderben über die Stadt und das Heiligtum. Er findet sein Ende in der Flut; bis zum Ende werden Krieg und Verwüstung herrschen, wie es längst beschlossen ist.
 Vielen macht er den Bund schwer, eine Woche lang. In der Mitte dieser Woche setzt er den Schlachtopfern und Speiseopfern ein Ende. Oben auf dem Heiligtum wird ein unheilvoller Gräuel stehen, bis das Verderben, das beschlossen ist, über den Verwüster kommt. (Dan 9, 1-27)

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