Montag, 13. Juni 2016

Wo sind die Lateinkönner des Vaticans geblieben?


Den Lateinern unter den Katholiken ist ein Ausrutscher in der Präfation zum neu inaugurierten Fest der Hl. Maria von Magdala aufgefallen.
Lesen wir, was zwei von ihnen dazu schreiben.

Zunächst Yves Daoudal in seinem blog:  klicken

                                              "FRANZISKUS PRAHLT"
"La Croix: "Der Papst richtet für die Hl. Maria Magdalena ein liturgisches Fest ein.
Radio Vatican: "Maria Magdalena bekommt ein liturgisches Fest"
I-Medien : "Der Papst richtet das liturgische Fest der Hl. Maria Magdaena ein, auf einer Stufe mit denen der Apostel."

Die eigentliche Nachricht (die natürlich nur diejenigen betrifft, die der neo-Liturgie folgen) ist, daß der Papst den Tag der Hl. Maria Magdalena aus dem Rang des "obligatorischen Gedenkens" auf das eines "Festes" hebt.
Aber, wenn Paul VI Maria Magdalena herabstufen wollte (wie die Mehrheit der Heiligen) ändert das nichts daran, daß es immer ein Fest der Hl. Maria Magdalena gegeben hat, und das weiß man sehr gut, z.B. in Mont-de-Marsan.....



In der traditionellen Liturgie * ist es ein Fest mit doppeltem Ritus von 9 Lektionen der Matutin im römischen Ritus und 12 Lektionen im Kloster-Ritus, also dem höchsten Grad der lateinischen Liturgie. Dann hat das Classement im Wesentlichen das Ziel, den Vorrang zu etablieren. 

Das verhindert, daß das Festes der Hl. Maria Magdalena (doppelt im Römischen Kalender, und doppelt hoch im Kloster Kalender) am Sonntag gefeiert werden kann.

Was der Fall ist, bei dem, das Franziskus zu installieren vorgibt.... er tut also nichts anderes als es wieder einzuführen, 
Man versteht gut, daß diese Initiative in den Rahmen der Frauenförderung gehört.
Das ist ziemlich lächerlich. Und wenn das deshalb geschieht, um die Tatsache zu unterstreichen, daß Maria Magdalena die "Apostelin der Apostel" war, dem schönen Titel entsprechend, wie er ihr von der Tradition zugeordnet wird- ist es ein Irrtum der Perspektive.
Sie war diejenige, die den Aposteln die Auferstehung verkündete. Aber sie ist nie Apostel gewesen wie sie. Die Zwölf und Paulus und Barnabas waren Missionare, die die Welt bereisten, um das Evangelium zu verkünden. Die Berufung von Maria Magdalena  ist eine kontemplative Berufung. 
Deshalb ist die erste Lesung der Matutin das Kapitel 3 des Liedes der Lieder. 

Wir stellen fest, daß sie nicht in der Lage sind, alles richtig zu machen. Sie erfanden ein Vorwort für das Fest der Hl. Maria Magdalena. Warum nicht.
Aber mit einem großen Fehler von Anfang an, was besonders das Fest des Tages betrifft: "Qui in hortu manifestus apparuit Mariae Magdalenae". Hortus gehört zur zweiten Deklination, nicht zur vierten, Im Garten müßte also "in horto" heißen....



* Ich vergesse immer, vor der Reform von 1960. Die Reform, die die Matutin der Feste, die drittklassig geworden sind, verstümmelten.  


Quelle Y. Daoudal


Und auf dem blog "liturgicalnotes" schreibt Father J. Hunwicke.
Hier geht´s zum Original: klicken

                                               "HORTUKULTUR"

"Rom hat also per Dekret beschlossen, daß das Substantiv hortus von jetzt an nach der vierten und nicht mehr nach der zweiten Deklination dekliniert werden soll.

Ich frage mich, was die dogmatischen Konsequenzen davon sind. Bietet es revolutionäre exegetische Möglichkeiten, um Genesis 3 darzulegen? Lexikographisch natürlich. Bedeutet es, daß die Gläubigen die dem Novus Ordo folgen, in Zukunft verpflichtet sein werden sich auf Hortukultur und nicht auf Hortikultur zu beziehen?

Überflüssig zu sagen, daß Traditionalisten ("Traddies") in ihrer kleingeistigen, widersprüchlichen Art wahrscheinlich jede Gelegenheit nutzen werden, um Hortikultur in ihre Gespräche einzufügen, als kindische Art "Papst Bergoglio zu treffen" . Oder sollte ich schreiben "Papst Bergugliu"? Wie sollte man Bergoglio deklinieren? Wird es eine Vaticanische Regelung dafür geben? 

Wie furchtbar schwierig es ist, Katholik zu sein oder Hortukulturalist im Dritten Jahrtausend! "

Quelle: liturgicalnotes, Father J-Hunwicke


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