Dienstag, 12. Juli 2016

"Amoris Laetitia": Kardinal Caffarra widerspricht Kardinal Schönborn

Sandro Magister berichtet bei Settimo Cielo, L´Espresso über ein Interview, das Kardinal Carlo Caffarra Maike Hickson zu "Amoris Laetitia"  gegeben hat. Der emeritierte Kardinal legt ganz klar bloß, wo AL der bestehenden Lehre widerspricht.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"CAFFARRA: SCHÖNBORN IRRT SICH UND DAS MÖCHTE ICH DEM HL.VATER   SAGEN"
caffarra
So beginnt das Interview über "Amoris Laetitia" das Kardinal Carlo Caffarra der deutsch-amerikanischen Maike Hickson, das am 11. Juli auf dem blog OnePeter5 veröffentlicht wurde.

Frage:
"Sie haben kürzlich in einem Interview über die päpstliche Exhortation "Amoris Laetitia" und speziell über Kapitel 8 gesagt, das nicht klar ist und bereits Verwirrung auch bei den Bischöfen geschaffen hat. Wenn Sie die Möglichkeit hätten, darüber mit Papst Franziskus zu sprechen, was würden Sie ihm sagen? Was wäre Ihr Vorschlag, was Papst Franziskus tun könnte oder sollte, angesichts dieser Verwirrung?"

Antwort Kardinal Caffarra:
"In "Amoris Laetitia" 308 schreibt der Hl. Vater: "Ich verstehe jene, die ein rigidere Pastoral vorziehen, die einer Verwirrung keinen Raum gibt." Aus diesen Worten entnehme ich, daß Seine Heiligkeit sich bewußt ist, daß die Lehre der Exhortation Verwirrung in der Kirche stiften könne. Persönlich will ich- und das ist es, was viele meiner Brüder in Christo, Kardinäle, Bischöfe und gläubige Laien - daß die Verwirrung geklärt werden muß, aber nicht weil ich eine rigidere Pastoral bevorzuge, sondern eher weil ich eine klarere und weniger zweideutige Pastoral vorziehe." Nachdem das gesagt ist, mit allem gebotenem Respekt, der Liebe und Verehrung die ich dem Hl. Vater gegenüber hege, würde ich ihm sagen:Heiligkeit, ich bitte Sie, schaffen Sie in diesen Punkten Klarheit:
a) "Aus dem, was Sie in Nr.351  sagen (in bestimmten Fällen auch mit Hilfe der Sakramente) im §305 auch auf wiederverheiratete Geschiedene, die weiterhin als Mann und Frau zusammen leben, angewendet werden kann. Und soll deshalb das, was in Familiaris consortio" Nr. 84, von "Reconciliato et poenitentia" Nr. 34, in "Sacramentum unitatis" Nr. 29, im Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 1650 und der allgemeinen theologischen Doktrin heute geleugnet werden

b) Wird die immerwährende Lehre der Kirche-so wie in "Veritatis splendor" Nr.79, daß negative moralische Normen, die keine Ausnahmen zulassen, die Handlungen verbieten, die im Inneren schuldig und unehrenhaft sind, wie z.B. Ehebruch, wird diese traditionelle Lehre immer noch für wahr gehalten, auch nach Amoris Laetitia?".

Das ist das, was ich dem Hl. Vater sagen würde. Wenn der Hl. Vater- in seinem.... die Absicht hätte, öffentlich einzugreifen, um diese Verwirrung  zu beseitigen, hätte er viele verschiedene Möglichkeiten das zu tun.


Natürlich ist auch alles, was folgt und das gesamte Interview lesenswert. Z.B.  das, wo Kardinal Caffarra sagt, wie er sich an einen gläubigen Katholiken, der wegen der Ehelehre verwirrt ist wenden würde: "Ich würde ihm einfach sagen: lies und reflektiere die  Nummern 1601- 1666 des Katechismus der Katholischen Lehre. Und wenn du Reden über die Ehe  hörst, die nicht mit dem Katechismus konform sind, auch von Priestern, Bischöfen, Kardinälen,  hör ihnen nicht zu. Sie sind Blinde, die Blinde führen."

Und dann wo er die Ausübung der Homosexualität als von Innen heraus irrational und unehrenhaft definiert, und dann sorgfältig dieses scharfe Urteil begründet- besonders im Licht der "prophetische" Enzyklika Pauls VI Humanae Vitae.

Von großem Interesse ist auch seine Zurückweisung für einige Schlüsselpassagen aus dem Interview das Kardinal Schönborn kürzlich La Civiltá Cattolica als bevorzugter Exeget des Papastes Papst für "Amoris Laetitia" gab.

Frage:
"Wie würden Sie die kürzlich gemachte Bemerkung von Kardinal Schönborn kommentieren, nach der Amoris Laetitia verpflichtende Doktrin ist und alle vorhergehenden Dokumente des Lehramtes zu Ehe und Familie im Licht von Amoris Laetitia gelesen werden müssen?

Antwort:
"Ich würde mit zwei einfachen Beobachtungen antworten. Die erste ist, daß einer nicht nur das vorhergehende Lehramt über die Ehe im Licht von Amoris Laetitia lesen  sollte sondern auch Amoris Laetitia im Licht des vorhergehenden Lehramtes, Die Logik der lebendigen Tradition der Kirche ist bipolar: sie hat zwei Richtungen, nicht nur eine.
Die zweite Beobachtung ist wichtiger. In seinem Interview für Civiltá Cattolica hat mein lieber Freund Kardinal Schönborn nicht  bedacht, was in der Kirche nach der Veröffentlichung von Amoris Laetitia passiert ist.
Von den Bischöfen und zahlreichen der Kirche und dem Lehramt treuen Theologen behaupten, daß es besonders in einem spezifischen und wirklich wichtigen Punkt bei Amoris Laetitia keine Kontinuität sondern einen Widerspruch zum vorangegangenen Lehramt gibt. Darüber hinaus sagen diese Philosophen und Theologen das nicht aus einem Geist des Widerspruchs oder der Revolte gegenüber dem Hl. Vater.
Und dieser Punkt ist folgender: "Amoris Laetitia sagt, daß unter bestimmten Umständen die sexuelle Beziehung zwischen wiederverheirateten Geschiedenen moralisch legitim sein kann. Und weiter wird gesagt, daß das, was das II.Vaticanische Konzil bezüglich ihrer sexuellen Intimität gesagt hat, auch auf wiederverheiratete Geschiedene anzuwenden ist (Nr. 329)

Konsequenz ist, wenn einer sagt, daß eine sexuelle Beziehung außerhalb der ehe legitim ist, istdas eine Behauptung die der Sexuallehre der Kirche widerspricht und wenn einer sagt, daß Ehebruch keine von sich aus unehrenhafte Handlung ist und daß es Bedingungen geben kann, die ihn nicht unehrenhaft machen können, dann ist auch das eine der Kirchenlehre widersprechende Behauptung
In einer solchen Situation muß der Heilige Vater meiner Meinung nach-wie ich schon geschrieben habe-Klarheit in der Sache schaffen

Wenn ich sage "X ist Y" und dann sage "X ist nicht Y",  ist die zweite Aussage nicht eine Folge der ersten, sondern eher ihre Verneinung. Wenn einer sagt: die Lehre bleibt, es handelt sich nur um die Sorge um einige wenige Fälle, dann antworte ich: das moralische Gebot: "Du sollst nicht ehebrechen" ist eine absolute negative Norm, die keine Ausnahme zuläßt.

Es gibt viele Möglichkeiten Gutes zu tun, aber es gibt nur eine einzige Möglichkeit, das Böse nicht zu tun: das Böse nicht zu tun.

Quelle: Settimo Cielo, Sandro Magister, Kard. Caffarra

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