Samstag, 9. Juli 2016

Armenien: hier haben Katholiken und Armenisch-Apostolische immer zusammen gelebt.


A. Gagliarducci hat dem armenisch-apostolischen Bischof von Gyumri zugehört, der über das Verhältnis seiner Kirche zur Katholischen und den kürzlichen Besuch des Papstes in seiner Stadt und in seiner Kathedrale berichtet hat. 
Das Original können wir bei acistampa lesen: klicken


"NACH DEM PAPST IN ARMENIEN "HIER HABEN APOSTOLISCHE UND KATHOLIKEN IMMER ZUSAMMEN GELEBT"

"Der Weg zur Einheit ist nicht nur eine theologische Frage. Davon ist Miqael Ahjapayan, apostolischer Bischof von Gyumri überzeugt. Seine Kathedrale, nach den 7 Schmerzen benannt, steht am Vartanants-Platz, wo Papst Franziskus am vergangenen 25. Juni die Hl.Messe zelebriert hat.
Und gerade in Gyumri fanden sie sich zur Zeit des Sowjetimperiums Seite an Seite einem Weg gegenüber, der noch nicht beendet ist. 
 
                                         


"In den 70 Jahren Kommunismus-erzählt Bischof Ahjapayan hat sich die Apostolische Kirche der Seelsorge für die Katholiken angenommen, ohne Unterschiede zu machen, wer katholisch oder apostolisch war. 70 Jahre lang sind die Katholiken in die Apostolische Kirche gekommen, weil unsere Kathedrale die einzig übrig gebliebene aktive Kirche während des Kommunismus war.Aber keiner ist aufgefordert worden apostolische zu werden." 

Dennoch..."Als sie alle Kirchen zerstörten"fährt der Bischof fort zu erzählen- war es das Kruzifix aus einer Katholischen Kirche, das wir hierher in unserer Kathedrale gebracht haben, und wir haben es an einem Platz aufgestellt, wohin die Katholiken kommen konnten um zu beten, Ich habe dem Papst das Kruzifix gezeigt, als er unsere Kirche besucht hat. So wie ich ihm die Ikone der Madonna der Sieben Schmerzen gezeigt habe."

Es handelt sich um eine Ikone aus dem 13. Jahrhundert, von Katholiken und Apostolischen als wundertätig verehrt. "Wir haben 2 Kopien anfertigen lassen: eine haben wir dem Papst und eine dem Katholikos Karekin II geschenkt, weil auch der noch keine Kopie besaß" sagt Bischof Ahjapayn.




Die Kathedrale der Sieben Schmerzen besitzt auch ein neueres Glasfenster mit ökumenischem Thema und ein von Gewehrkugeln durchsiebtes Kreuz steht in einem der Kirche gegenüberliegenden Garten, wo sich auch die Gräber der Märtyrer-Priester befinden, die im Kommunismus gestorben sind.
Gyumri ist die katholische Festung in Armenien, wenn auch die große Mehrheit apostolisch ist (92% der Bevölkerung). Obwohl sie nur 3 % der Bevölkerung ausmachen, sind sie die Mehrheit der Katholiken in Armenien.
In der Gegend gibt es 9 Katholische Ortschaften und 2, in denen sich 25% der Bevölkerung zum Katholischen Glauben bekennen.
In Gyumri sind sie nur eine kleine Minderheit, vor 1920 hatten sie ein eigenes, katholisches Stadtviertel, in dem sich auch die antike Katholische Kirche befand, die jetzt zerstört ist.

Nach Bischof Ahjapayan "ist der Papst nach Gyumri gekommen, weil hier die Mehrheit der katholischen Bevölkerung lebt" .Aber das ist nicht das einzige Motiv. Es gibt noch zwei weitere.

"Das zweite Motiv"-erzählt er- "ist, daß Gyumri die am am meisten verwundete Stadt ist, sei es durch das Erdbeben von 1988 und durch ihre wirtschaftliche Lage, die türkische Grenze ist geschlossen und so ist diese Stadt wie eine Straße, die im Nichts endet, geworden. Und weil der Papst die Verwundeten liebt, ist er gekommen, um diese Stadt zu segnen, wo es so viele Obdachlose gibt.

Und das dritte Motiv- nach Bischof Ahjapayan- ist, daß der Papst nach Gyumri gekommen ist, um der Apostolischen Kirche und dem apostolischen Volk dafür zu danken, daß sie in den 70 Jahren des Kommunismus der kleinen katholischen Minderheit geholfen haben.


Geblieben ist eine lebendige tiefe Religiosität. "Wir" sagt der Bischof"haben kein Säkularisierungsproblem, aber wir sind Überlebende.
Nach 70 Jahren stärksten Atheismus, fürchteten wir, daß niemand mehr in die Kirche geht. 70 Jahre Atheismus haben dem armenischen Volk nicht geschadet und deshalb hoffen wir, daß das auch nie geschieht."

Quelle. acistampa, A. Gagliarducci

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