Freitag, 1. Juli 2016

Aufruhr bei den Franziskanern in den arabischen Patriarchaten

Der Catholic Herald befaßt sich mit der Reaktion der Franziskaner des Hl. Landes auf die kürzlichen Ernennungen Roms . Hier geht´s zum Original: klicken
 Aufruhr beí den Franziskanern in Hl. Land .

"WARUM KÖNNEN WIR NICHT UNSEREN EIGENEN PATRIARCHEN WÄHLEN?"


                      New Custos Fr Francesco Patton, centre, takes part in a procession in Jerusalem (AP)
   

"DER PAPST HAT ZWEI FRANZISKANER FÜR DIE BEIDEN WICHTIGSTEN POSTEN IM HEILIGEN LAND ERNANNT. KEINER VON BEIDEN SPRICHT ARABISCH WAS GEHT ALSO VOR?"
"Warum hat der Papst plötzlich zwei Italienische Franziskanische Priester auf die wichtigsten Katholischen Posten im Heiligen Land katapultiert? Bei Männer sprechen nicht Arabisch.

Am 20. Mai übernahm Fr. Franziskus Patton das Amt als Kustos der Franziskanischen Kustodie des Hl. Landes. Letzte Woche, hat der Papst angekündigt, daß Pater Pierbattista Pizzaballa, der in den letzten 12 Jahren Kustos war, Erzbischof und Apostolischer Administrator für den vakanten Sitz des Lateinischen Patriarchen von Jerusalem wird- das Israel, die besetzten Palästinensischen Gebiete, Jordanien und Zypern zuständig ist.

So eindrucksvoll Pater Pizzaballas Beglaubigungen sind, hat die Ernennung eines nicht arabisch sprechenden Priesters auf den Thron des Lateinischen Patriachates, wurden die örtlichen arabischen Christen überrascht, besonders weil die Ernennung ein Ersatz für den in den Ruhestand getretenen Patriarchen Fouad Twal 18 Monaten dauern kann. Fast 95% des dem Patriarchen angehörenden Klerus sind entweder Palästinenser oder aus den benachbarten arabischen Ländern.

Anders als die Patriarchate hat die Kustodie des Hl. Landes ihren internationalen Charakter bewahrt, deshalb ist die Ernennung-wenn auch überraschend- nicht kontrovers.
Ihre 285 braungewandeten Brüder, in Nachahmung ihres Meisters, des Hl. Franziskus, mit einem Strick gegürtet, kommen aus 39 Ländern. Seit dem 13. Jahrhundert haben sie die Pilger versorgt und die Heiligen Christlichen Plätze und Schreine bewahrt, die mit der Geburt, dem Dienst und dem Tode Jesu verbunden sind.

Die Kustodie unterscheidet sich stark von den Patriachaten, die von Arabern geleitet werden. Ein älterer Priester sagte mir: "Mit allen Respekt für Pizzaballa, ist seine Ernennung ein Schock, Jerusalem ist die Mutterkirche, die Geburtsstätte des Christentums. Wir sind nicht wie andere Diözesen." Er fügte hinzu, daß er und andere Priester gehofft hatten, daß vor Weihnachten ein Araber zum Patriarchen gewählt worden wäre.



Ein anderer Lateinischer Katholischer Priester, der einiges von der Unzufriedenheit im Klerus wiedergibt, sagte "Warum können wir unseren eigenen Patriarchen -vorübergehend oder nicht- nicht selber wählen? Es ist nicht so, als sei Jerusalem nicht reif genug ist, seine eigen Organisation zu verwalten. Wir sind nicht mehr in den 50-er Jahren."

Seit den frühen 70-er Jahren, sind die Patriarchate, wie die Kirchen des Hl. Landes und besonders die Melkiten, Lutheraner und Anglikaner dem Trend gefolgt Palästinenser und andere Araber zu befördern und zu ermächtigen.
Auch die Laien sind mehr in die Kirchenleitungen eingebunden worden. Michel Sabbah von Nazareth, der erste Palästinenser der zum Lateinischen Patriarchen ernannt worden war, war ein furchtloser Anwalt für die Rechte der Palästinenser und eine Beendigung der Besetzung. Sein Nachfolger, Fouad Twal, Jordanier, der 2008 übernahm, hielt den Ball flacher, stand aber dennoch für die Rechte der Palästinenser ein. 

Die Kommentare, die ich hörte, stellen die Frage ob die neuen Ernennungen Roms eine Bewegung weg von der Arabisierung der Patriarchate anzeigen und den Anfang von mehr römischer Kontrolle.
Aber vielleicht muß man die Ernennung auch in einem politischen Kontext sehen. Indem man Pater Pizzaballa zum temporären Inhaber des Patriarchenthrones macht, mag es vielleicht die Dringlichkeit
einen mächtigen Mann zu haben,  zeigen, der mit den Israelischen Autoritäten verhandeln kann, angesichts der zunehmenden Fälle von Brandstiftung und "Preisschild"-Angriffen gegen Kirchen.

Israel weitet nicht nur seine Siedlungen in und um Jerusalem aus, sondern es hat auch mehr Angriffe auf Kirchen und christliche Heilige Stätten gegeben. Letztes Jahr wütete ein Feuer durch die berühmte Kirche der Vermehrung in Tabgha am See von Galiläa, ruinierte das Dach und verbrannte Gebetsbücher.
Hebräische Graffiti riefen zur Auslöschung der "Götzenanbeter" auf, ein Ausdruck der von Jüdischen Extremisten für Christen benutzt wird. Dieser Angriff war einer von Dutzenden, die in Israel und den Palästinensischen Gebieten gegen Christen und Muslime verübt werden. Letzte Woche griffen andere Extremisten Christen während des Pfingstgebetes im Raum des Letzten Abendmahles an und riefen dabei "Ihr seid böse."

Vielleicht bedeutet es zwei Franziskaner auf den obersten Posten in den Patriarchaten und der Kustodie des Hl. Landes zu haben, eine einheitlichere Front zu haben. Dennoch- gleich wie populär der neue Leiter, Pater Patton, wird war seine Ernennung von "außerhalb" der Jerusalemer Gemeinde eine Überraschung.

Alle 3 Jahre wird das "Discretorium", die leitende Körperschaft, aus Kandidaten der verschiedenen Sprachgruppen gewählt: Italienisch, Griechisch, Slawisch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Deutsch, Englisch, Arabisch und anderen Sprachen des Mittleren Ostens,

Und alle 6 Jahre stimmen die Brüder in einer sogenannten Konsutation für einen neuen  Kustos.
Das Wahlergebnis wird zur Zustimmung nach Rom geschickt. Dennoch wurde das dieses Jahr übergangen und Pater Patton aus Rom geschickt. Das stand im Widers zur Ernennung Pater Pizzaballas: nach 8 Jahren als Mitglied  der Jerusalemer Gemeinde, war er von seinen Mitbrüdern gewählt worden.

Was immer die Motive Roms waren, es wird faszinierend sein, zu sehen, ob es da eine Verschiebung in der Beziehung des Kirchenstaates und eine Bewegung weg von der Arabisierung der Kirchen der Hl. Stadt  gibt, und wie lange es dauern wird, seinem fließenden Hebräisch auch Arabisch hinzuzufügen.

Quelle: Catholic Herald

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