Samstag, 23. Juli 2016

aus dem Barock, über das absoluteste Elend

Andreas Gryphius ist ein Dichter des Barock und ja, ich weiß Sohn eines evangelischen Diakon, aber ich bin ihm neulich, mehr aus Versehen über den Weg gelaufen und ich finde das Gedicht, Tränen des Vaterlandes, echt genial, weil es in der Aufzählung allen Leides, dass zumindest bei mir, wieder die Gänsehaut hervorrief, wie damals als unser Geschichtslehrer uns aus dem Simplex Simplicissimus vorlas, dennoch das wahre Elend nicht vergisst.
Damals wie heute mag ich es nicht hören, was Menschen Menschen antun können, aber man kann dem, gerade, wenn man sich versucht den modernden Medien nicht zu verschließen, nicht entfliehen.

Aber wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass es  das wahre Elend  immer noch gibt und immer mehr, auch und wenn von Pest und Hungersnot und wildgewordenen Söldnerscharen nun, Gottseidank, nichts befürchtet werden muss. Aber es dennoch kann man nicht leugnen, dass  wir immer noch und nicht zu knapp von  Ängsten und Sorgen geplagt werden.



Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret!
Der frechen Völker Schar, die rasende Posaun
Das vom Blut fette Schwert, die donnernde Karthaun
Hat aller Schweiß und Fleiß und Vorrat aufgezehret.

Die Türme stehn in Glut, die Kirch' ist umgekehret.
Das Rathaus liegt im Graus, die Starken sind zerhaun,
Die Jungfern sind geschänd't, und wo wir hin nur schaun
Ist Feuer, Pest und Tod, der Herz und Geist durchfähret.

Hier durch die Schanz und Stadt rinnt allzeit frisches Blut.
Dreimal sind schon sechs Jahr, als unser Ströme Flut,
Von Leichen fast verstopft, sich langsam fort gedrungen.

Doch schweig ich noch von dem, was ärger als der Tod,
Was grimmer denn die Pest, und Glut und Hungersnot,
Dass auch der Seelen Schatz so vielen abgezwungen.


versuchen wir, in all den Wirren, an denen auch unsere Zeit reich ist, den Glauben nicht zu verlieren, 

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