Sonntag, 10. Juli 2016

Chesterton über unser Problem

In einem gewissen Sinn ist unser aller Problem, dass wir uns mit der Vorläufigkeit dieser unserer Existenz auf Erden nicht abfinden können wollen.
Und dazu kommt ein immenser technischer, sozialer  und  medizinischer Fortschritt, der eigentlich alle Menschen glücklich machen müsste, wenn man sich  überlegt, wie die Menschen bis vor einigen Jahrzehnten so gelebt haben.
Aber schon Chesterton, der zu Zeiten lebte, als eine Lungenentzüdnug eine sehr ernste Sache war und nicht wegen der Frage, dass das optimale Antibiotika von der Kasse nicht bezahlt wird, sondern weil es das Antibiotika einfach nicht gab, stellte fest, es läuft was schief, was eigentlich gar nicht schief laufen können dürfte.
Er formuliert das so:

Die moderne Welt ist nicht schlecht, in mancher Hinsicht, ist die moderne Welt viel zu gut.
Sie ist voll von verwiderten und verschwendeten Tugenden. Wenn ein religiöses System auseinanderbricht (wie es ind er Reformation war) werden nicht nur die Laster losgelassen. Die Laster werden zwar, in der Tat losgelassen und wandern umher und richten Schaden an.
Aber die Tugenden werden genauso losgelassen und die Tugenden verwildern viel mehr und machen schrecklicheren Schaden. Die Welt ist voll von den alten, christlichen Tugenden, die verrückt geworden sind. Die Tugenden sind verrückt geworden, weil sie von einander isoliert wurden und jede allein für sich umherwandert.

so ist es wohl und was soll man machen, außer auf den zuhoffen, der die Dinge wieder in die richtige Ordnung bringt,
Der, der von sich sagt, "Ohne mich könnt ihr nichts tun!"

Kommentare:

  1. Ein sehr schönes Zitat: woher es wohl stammt?

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    1. Es stammt aus Chestertons Orthodoxie. In meiner Ausgabe auf Seite 50. Das Kapitel trägt die Überschrift: Der Selbstmord des Gedankens

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