Samstag, 16. Juli 2016

Der Psalm vom Tage, passt mal wieder

Man hört es ja oft, gerade unter den Frommen, dass die Welt so gottlos geworden sei, und deshalb so schlecht!
Hat man nun das Vergnügen, oder Nichtvergnügen, mit echten Gottlosen ins Gespräch zu kommen, so hört man von denen gegenteilige Aussagen, gerade weil die Welt so gottlos geworden ist, ist sie so gut!
Nun denn, ich will den Streit hier nicht führen, nur gestehen, dass es oft so ausschaut, als haben die Gottlosen mit ihrer Argumentation recht, gerade was ihr persönliches Wohlergehen angeht.

Es scheint, dass dem, der da sagt, "Es gibt keinen Gott!" die alltäglichen Dinge besser gelingen, als dem, der da sagt "Es gibt Gott und ihm ist zu dienen!"

Der Witz an der Sache ist, dass es genauso ist, wie man im Psalm, der heute (Samstag) dran wäre, nachlesen kann:


Herr, warum bleibst du so fern, /
verbirgst dich in Zeiten der Not?
In seinem Hochmut quält der Frevler die Armen. /
Er soll sich fangen in den Ränken, die er selbst ersonnen hat.
Denn der Frevler rühmt sich nach Herzenslust, /
er raubt, er lästert und verachtet den Herrn.
Überheblich sagt der Frevler: /
«Gott straft nicht. Es gibt keinen Gott.» / So ist sein ganzes Denken.
Zu jeder Zeit glückt ihm sein Tun. /
Hoch droben und fern von sich wähnt er deine Gerichte.
Er sagt in seinem Herzen: «Ich werde niemals wanken. /
Von Geschlecht zu Geschlecht trifft mich kein Unglück.»A
.......
Er sagt in seinem Herzen: «Gott vergisst es, /
er verbirgt sein Gesicht, er sieht es niemals.»
Herr, steh auf, Gott, erheb deine Hand, /
vergiss die Gebeugten nicht!
Warum darf der Frevler Gott verachten /
und in seinem Herzen sagen: «Du strafst nicht»?



der Psalmist rafft sich zwar dann zu einem Akt des Gottvertrauens auf, und bittet Gott, aber das relativiert, meines  Erachtens nicht, die vorherige Feststellung, dass es nicht automatisch so ist, dass es dem Frommen besser geht. Das ist übrigens auch das Grundthema des Buches Hiob, und der Irrtum der Freunde des Hiob, die der Ansicht sind, Hiob müsse schuldig geworden sein und erst, wenn er seine Schuld bekennt, dann erweist sich Gott als barmherzig, und Hiob hält aus seiner Lebenserfahrung (der Gerechte wurde verscharrt, wie die Fehlgeburt im Sand, der Frevler mit hohen Ehren bestattet..) dagegen.
Ohne das jetzt weiter ausweiten zu wollen, wir kommen immer wieder zu dem Satz aus der Antrittsrede Papst Benedikts:

Nicht die Gewalt erlöst, sondern die Liebe. Sie ist das Zeichen Gottes, der selbst die Liebe ist. Wie oft wünschten wir, daß Gott sich stärker zeigen würde. Daß er dreinschlagen würde, das Böse ausrotten und die bessere Welt schaffen. Alle Ideologien der Gewalt rechtfertigen sich mit diesen Motiven: Es müsse auf solche Weise zerstört werden, was dem Fortschritt und der Befreiung der Menschheit entgegenstehe. Wir leiden unter der Geduld Gottes. Und doch brauchen wir sie alle. Der Gott, der Lamm wurde, sagt es uns: Die Welt wird durch den Gekreuzigten und nicht durch die Kreuziger erlöst. Die Welt wird durch die Geduld Gottes erlöst und durch die Ungeduld der Menschen verwüstet.
 Quelle hier 

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