Samstag, 30. Juli 2016

Es ist eigentlich nichts Neues, oder von Kohelet zu Christian Morgenstern

In der Lesung von morgen, wird aus dem Buch Kohelet gelesen, eine der "Windhauch" Passagen,
Wenn ich allerdings Kohelet höre, dann fällt mir automatisch ein:
"Ich suchte und fand, siehe es gibt nichts Neues unter der Sonne!"
Auf jeden Fall schweifte ich darob ab, auch und weil die Predigt sich um den Evangeliumsstext herumdrückte, der da lautet: "Es ist nicht der Sinn des Lebens, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt" aber gleichzeitig feststellt, daß Christus nicht Richter und Schlichter über derlei Angelegenheiten ist, weil sie wohl das Wesentliche, so oder so, einfach nicht sind.
Christus ist gekommen, um uns zu sagen, wie und dass wir überhaupt in den Himmel kommen können und nicht wie wir rein innerweltliche, rein irdische Angelegenheiten zu regeln haben.
Nur weil der Mensch das Wesen an der Grenze ist, sobald er sich auf den Weg zu Gott macht, wirkt das eine in das andere hinein.
Typisches Beispiel sind die allerersten irisch-schottischen Wandermönche, die auch als Missionare bezeichnet werden, was so nicht stimmt.
Die wollten einfach in die Einsamkeit der Wüste gehen und in Ermangelung einer Wüste in unseren Breiten, gingen sie in die damals noch umfassenden germanischen Wälder.
Leider oder Gottseidank lebten in diesen Wäldern eben auch Menschen, und so wurden die Wüsteneinsamkeit im Wald suchenden Mönche, mehr nebenbei zu Missionaren und auch zu Lehrern, wirkten also auch auf das irdische Wohl der Menschen, sozusagen als Nebeneffekt.
Womit sich wieder das Wort bestätigt, dass um den, der Gottes Willen über Sein Reich zu seiner ersten Sorge macht, die Dinge sich wandeln (Mt 6,33).


Es ist immer wieder faszinierend, wenn man so mitbekommt, dass die ersten Gärten, bei uns  in und um die Klöster entstanden,
Die Mönche haben das nun wirklich nicht erfunden, es gab ja schon in der Antike Gärten, so gehörten die der Semiramis ja zu den 7 antiken Weltwundern und die Römer hatten ja notwendigerweise viel Wissen über Ackerbau und Anbau von allem möglichen, was aber in den Zeiten der Völkerwanderung unterging und eben von den Mönchen bewahrt wurde und dann auch angewendet wurde.
Wissen tun wir es. ab dem 9. Jahrhundert durch den Hortulus des Walafried Strabo, der darin die Kräuter im Garten besingt.

Noch heute ist das so. Mich  faszinieren  die Frauenklöster auch wegen der wunderbaren Gärten, die die Nonnen, egal von welchem Orden sie sind, haben.
Die schaffen das, was kein normaler Gärtner hinkriegt, dem ganzen eine Ahnung des Paradieses zu geben. Keine Ahnung warum, es ist nur so.

Also wem es um das Reich Gottes geht, um den wandeln sich auch die irdischen Dinge, wer Gott vor den Karren rein irdischer Dinge spannen will, dem sagt Christus, "das ist nicht meine Aufgabe!"
Nun sind wir alle, mehr oder weniger,, für die wahren, die göttlichen Dinge blind, weswegen ja Christus kommen musste, und es auch vorher Propheten brauchte, weil wir eben nicht richtig sehen.
Und von daher neigen wir dazu gerade hier, die Kategorien zu verwechseln.

Aber wir haben es dennoch geschafft, zumindest in unseren Breitengraden, uns doch sehr gemütlich in der Welt einzurichten,
Nur ab und an treffen wir jedoch auf die Realität. die sich so beschreiben lässt:
Diese Erde ist nicht das Paradies, und schon gar nicht der Himmel, sondern Ort unserer Verbannung, und trägt immer noch Disteln und Dornen, auch und wenn das übertragen gesehen werden kann.
So wird dann der Kontakt mit der Realität der mit dem Menschen gefallenen Schöpfung oft schmerzhaft und meist reagieren wir dann, wie Christian Morgenstern, der übrigens bereits 102 Jahre tot ist,  es in seinem unsterblichen Gedicht beschreibt:

Palmström, etwas schon an Jahren,
wird an einer Straßenbeuge
und von einem Kraftfahrzeuge
überfahren.

»Wie war« (spricht er, sich erhebend
und entschlossen weiterlebend)
»möglich, wie dies Unglück, ja-:
daß es überhaupt geschah?

Ist die Staatskunst anzuklagen
in bezug auf Kraftfahrwagen?
Gab die Polizeivorschrift
hier dem Fahrer freie Trift?

Oder war vielmehr verboten,
hier Lebendige zu Toten
umzuwandeln, - kurz und schlicht:
Durfte hier der Kutscher nicht -?«

Eingehüllt in feuchte Tücher,
prüft er die Gesetzesbücher
und ist alsobald im klaren:
Wagen durften dort nicht fahren!

Und er kommt zu dem Ergebnis:
»Nur ein Traum war das Erlebnis.
Weil«, so schließt er messerscharf,
»nicht sein kann, was nicht sein darf!«

Womit wir wieder bei Kohelet wären " Ich suchte und fand, siehe, es gibt  nichts Neues unter der Sonne!"



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