Mittwoch, 6. Juli 2016

Es sind die kleinen Dinge, die zeigen, dass die Kirche sich selbst nicht mehr vertraut.

So steht es in der heiligen Schrift, Mt. 9.1 - 6:


91Jesus stieg in das Boot, fuhr über den See und kam in seine Stadt.  

2Da brachte man auf einer Tragbahre einen Gelähmten zu ihm. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Hab Vertrauen, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!  

3Da dachten einige Schriftgelehrte: Er lästert Gott.  
4Jesus wusste, was sie dachten, und sagte: Warum habt ihr so böse Gedanken im Herzen?  
5Was ist leichter, zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf und geh umher? 
6Ihr sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Darauf sagte er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause! 

7Und der Mann stand auf und ging heim.  

8Als die Leute das sahen, erschraken sie und priesen Gott, der den Menschen solche Vollmacht gegeben hat.

Es ist wohl eines der bekanntesten Evangelien und ich erinnere mich daran seit meiner Kindheit - und das ist schon ziemlich lange her.

Mit der Fähigkeit, Kranke zu heilen, Dämonen auszutreiben, Gelähmte gehen, Blinde sehen und Taube hören zu lassen, sandte Jesus dann seine Jünger aus: "Gehet und lehret alle Völker ...."


Das ging auch über fast 2000 Jahre gut. Und deshalb fragen wir uns einmal mehr, was mit den heutigen Nachfolgern der Apostel passiert ist, dass sie diesen Glauben, der über die Jahrhunderte die Menschen getragen und geführt hat, einfach vergessen haben?
Vergessen - ja, so sieht es wohl aus, wenn man die gestrige TopNews der Münchner Kirchennachrichten liest (u.a. wurde diese Sensation gestern auch von KNA und katholisch.de verbreitet) :

"Steh auf und geh" ... ist ja sowas von vorkonzillar!
Heute freut man sich bei den Münchner Kirchennachrichten
über ein Legomännchen im Rollstuhl....
Bildquelle: Screenshot Startseite MKN

Es ist ja wirklich schön, dass Lego jetzt in seinem Sortiment auch einen Rollstuhlfahrer hat und es ist auch schön, sich darüber zu freuen. Es ist ein Zeichen, dass der Rollstuhl zum Alltagsbild gehört und ein Beitrag zur Inklusion und ein weiterer Schritt in die Normalität. Dass der Kirche die Kranken nicht gleichgültig sind, kann man jeden Sonntag in der Messe sehen - oder auch an den barrierefreien Anbauten an den Kirchen, die es Gehbehinderten und Rollstuhlfahrern etwas leichter machen, in den Kirchenraum zu kommen.
Und dass man dabei hilft, soweit es geht, ist auch selbstverständlich. Aber ich bete - wenn ein Rollstuhl neben oder vor der Kirchenbank steht, dass der Fahrer doch geheilt werden möge. Denn die Heilung ist doch viel wichtiger und schöner als der beste und funktionellste Rollstuhl. Und man sieht ja z.B. in Lourdes, wie viele immer wieder auf dieses eine Wunder hoffen.

Aber der Jubel über den Lego-Rollstuhlfahrer zeigt, wie infantil und hoffnungslos die Kirche geworden ist und dass sie dem, was der Herr lehrt, nicht mehr vertraut? "Steh auf und geh..." sagte Jesus zum Gelähmten und bewies damit einmal mehr die göttliche Macht, die ihm von seinem Vater gegeben wurde.
Er hätte - durch diese Macht, dem Gelähmten auch einen Rollstuhl geben können. Wenn man so manchen furchtsamen Hirten dieser Tage beobachtet, kann man fast glauben, das wäre dem einen oder anderen sogar lieber gewesen. "Gott ist nichts unmöglich!" Das traut sich doch heute keiner mehr zu sagen.
Da bejubelt man lieber die neuesten Lego-Produkte. Das ist garantiert ungefährlicher.


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