Freitag, 8. Juli 2016

Ist die Pressefreiheit Göttliches Recht oder hat sie Grenzen? Das Vatileaksurteil......

Matteo Matzuzzi kommentiert bei IlFoglio das Vatileaksurteil, Pater Lombardis Presseerklärung dazu und die öffentichen und medialen Reaktionen darauf.
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" DIE KOLLEKTIVEN EMPÖRUNG GENÜGT:  NUZZI UND FITTIPALDI WERDEN
FREIGESPROCHEN, DIE PRESSEREIHEIT IST EIN "GÖTTLICHES RECHT."

"Harter Kommentar von Pater Lombardi: "Der Prozess mußte durchgeführt werden, der Beruf des Journalisten muß Grenzen haben." Verurteilt worden sind Msgr. Balda und Francesca Chaouqui.

"Der Befreiungsschrei landete sofortt auf Twitter; "Freigesprochen" schreibt Gianluigi Nuzzi, einer der Hauptangeklagten, die aus dem Vatileaks II-Prozesse mit reiner Weste hervorgegangen sind, einem Prozess, der angestrengt wurde, um über die beiden Journalisten wegen der Weitergabe von Dokumenten in den Büchern "Avarizia" (Nuzzi) und "Via Crucis" (Fittipaldi) zu richten, während gegen die anderen 3 Angeklagten- Lucio Vallejo Balda. Francesca I. Chaouqui und N. Maio erheblich schwerwiegendere Vorwürfe erhoben wurden. Für sie hatte der Staatsanwalt eine Verurteilung wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung gefordert.
Das Urteil- mit Langzeitauswirkung- und seit langem erwartet:
Nuzzi und Fittipaldi aus Gründen der juristischen Nichtzuständigkeit freigesprochen
Reduzierte Strafen gegen Balda und Chaouqui, Maio freigesprochen. Der Monsignore soll 18 Monate in Haft, die Ex für 10 Monate- (5 Jahre zur Bewährung ausgesetzt).

Die beiden Journalisten wurden hauptsächlich freigesprochen, weil sie italienische Staatsbürger sind und das Gericht deshalb nicht über sie urteilen durfte. Klar ist der Satz, den man im Urteil lesen kann, daß "die auf dem Göttlichen Gesetz basierende Gedanken-& Pressefreiheit im Vaticanischen Rechtssystem garantiert wird."
Die Frage ist: "aber konnte man die eigene Inkompetenz nicht vorher wahrnehmen?
"Nein"erklärten die Richter,"weil sich die Prozessnormen erst im Verlauf der Sitzungen geklärt haben."

Also weder exemplarische Strafen, noch Zensur oder Meinungsurteil.
Nach Monaten von Leitartikeln und Artikelchen, die die "Verfolgung" verurteilten und "Reporter-ohne-Grenzen" zitierend- gegen diesen Vorwurf gegen das Rechtssystem der Cittá del Vaticano vorbrachten,"das die Journalisten zu 8 Jahren hätte verurteilen können, weil sie Bücher über die Korruption  und Intrigen innerhalb des Hl. Stuhls geschrieben haben". Der Prozess endet mit einer ziemlich milden Lösung, die die Schmerzensschreie und den per hashtag organisierten Protest bei Twitter ("sprechtnuzziundfittipaldifrei") Lügen straft.




Eine Stunde nach dem Urteil hat Pater Federico Lombardi, Direktor des Pressesaales, eine lange 
Erklärung herausgegeben, in der er begründet, warum es nötig war, den Prozess zu führen: 
Man mußte ihn durchführen, um den Willen zu zeigen, daß wir entschieden die Manifestationen.und die falschen Konsequenzen der inneren Spannungen und Polemiken im Vatican bekämpfen werden, die seit einer gewissen Zeit allzu oft auch nach außen dringen, durch Indiskretionen und Weitergabe von Dokumenten an die Medien- und die dadurch einen Kreis- und Wettlauf zwiespältiger und negativer Interaktion zwischen internen Diskussionen und äußerer Weitergabe in den sozialen Medien-auslösten, mit negativen Konsequenzen auch in der öffentlichen Meinung, die das Recht auf eine objektive und wohlwollende Information hat,"
 "Das ist eine Krankheit" wie Papst Franziskus sagen würde, "die mit Entschiedenheit bekämpft werden muß."

Und denen, die sich so sehr darüber echauffiert haben, daß die beiden Journalisten angeklagt wurden, hat Lombardi geantwortet," daß sie sich, um die verschiedenen Aspekte dieser Situation zu beurteilen, sich auch  mutig der Dimension der Rolle und der mehr oder weniger tatsächlichen Verantwortung der Journalisten für dieses Geschehen-stellen müßten, trotz der vorhersehbaren Polemik um die Pressefreiheit.
Diese muß wirklich geschützt werden, aber auch der Beruf des Journalisten kann seine Grenzen haben, die zu respektieren sind- und in Konkurrenz zu anderen wichtigen, ebenfalls schützenswerten Gütern stehen und daß es richtig war, zu verifizieren, ob das passiert ist oder nicht.
Und woran  mehrmals erinnert wurde: das war keinesfalls ein Prozess gegen die Pressefreiheit,"

Am vergangenen 8. November hatte der Papst die mit Vatileaks verbundenen Ereignisse so
kommentiert:"Diese Dokumente zu stehlen, ist ein Verbrechen, ein bedauernswerter Akt, der nicht hilft."

Quelle: IlFoglio, Matteo Matzuzzi

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