Freitag, 1. Juli 2016

Kommunion für alle...


auch für Protestanten- so überschriebt Sandro Magister heute seinen Artikel bei www.chiesa.
Man fragt sich unwillkürlich, wozu dann das ganze Theater bei der Familiensynode?
Zunächst ist es wohl nötig, noch einmal zu lesen, was Papst Franziskus am 15. 11. 2015 wörtlich (Transskript) zur Frage der Interkommunion sagte, als er einer Lutheranerin antwortete.
Hier geht´s zum Original:   klicken

                      "KOMMUNION FÜR ALLE SOGAR FÜR PROTESTANTEN"
"Es gibt welche, die außer für die wiederverheirateten Geschiedenen auch für die Anhänger Luthers grünes Licht zur Eucharistie geben.
Wie "Civiltá Cattolica" die rätselhaften Worte zur Interkommunion interpretiert 

"Auf seine Weise -nachdem er zur Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen ermutigt hatte-indem er sagte "sie ist kein Preis für die Perfekten sondern ein machtvolle Medizin für die Schwachen", ermutigt er jetzt auch Protestanten und Katholiken bei ihren jeweiligen Messen die Kommunion gemeinsam zu empfangen


Er tut das so, wie er es immer tut, umschreibend und flüchtig, nicht definitiv und indem er die letzte Entscheidung dem individuellen Gewissen überläßt.

Dafür ist die Antwort charakteristisch, die er am 15. November 2015 bei einem Besuch in der Christuskirche, der Kirche der Lutheraner in Rom einer Protestantin auf ihre Frage gab, ob sie die Kommunion zusammen mit ihrem katholischen Gatten empfangen könne. 

Franziskus´ verblüffende Antwort war ein Wirbel von "ja, nein, ich weiß nicht, Sie entscheiden selbst". Man muß sie unbedingt noch einmal in ihrer offiziellen Transkription lesen.

"Danke meine Dame. Es ist nicht leicht für mich, Ihnen auf die Frage des gemeinsamen Abendmahls zu antworten, besonders in Anwesenheit eines Theologen wie Kardinal Kasper. 
Ich habe Angst
Der Herr hat uns die Antwort gegeben als er uns dieses Gebot gab: Tut dies in meinem Gedächtnis.
Und wenn wir in Erinnerung und....das Abendmahl des Herrn teilen, tun wir das selbe, was der Herr Jesus getan hat. Und das Abendmahl des Herrn wird das finale Bankett im Neuen Jerusalem sein, aber das wird das letzte sein- nicht das auf dem Weg dahin. 
Ich frage mich- und weiß nicht , wie ich antworten soll, aber ich werde eine eigene Frage stellen und will mich selbst fragen, "Ist das Teilen des Abendmahles das endgültige Festmahl, das Ende der Reise oder ist es die Wegzehrung beim gemeinsamen Gehen?
Ich überlasse diese Frage denen, die etwas davon verstehen, den Theologen,
Es stimmt. daß in gewissem Sinn  teilen bedeutet, daß es zwischen uns keine Unterschiede gibt, daß wir die selbe Doktrin haben- ich unterstreiche das Wort,ein Wort das schwer zu verstehen ist- aber frage mich selbst. haben wir nicht die gleiche Taufe? 
Und wenn wir die gleiche Taufe haben, müssen wir zusammen gehen. Sie sind Zeugin für eine gleichermaßen tiefe Reise, weil es eine eheliche Reise ist, wirklich eine Familienreise menschlicher Liebe und geteilten Glaubens.
Wir haben die gleiche Taufe. Wenn Sie fühlen, daß Sie eine Sünderin sind- auch ich fühle mich las Sünder- wenn Ihr Mann sich als Sünder fühlt. gehen Sie zum Herrn und bitten ihn um Vergebung, Ihr Mann tut das selbe, er geht zum Priester und bittet um Absolution. Das sind Wege, die Taufe lebendig zu halten. 
Wenn Sie gemeinsam beten wächst diese Taufe, wird sie stark, wenn Sie ihre Kinder lehre, wer Jesus ist und warum Jesus kam, was er tat, tum Sie das selbe. ob mit Lutherischen oder Katholischen Worten, aber es ist das selbe. 
Die Frage: und das Abendmahl? Da gibt es Fragen, die auf die man nur wenn man ehrlich mit sich selbst ist und mit den wenigen theologischen ....die ich habe, das selbe antworten muß, verstehen Sie? "Das ist mein Leib, das ist mein Blut" sagte der Herr "tut dies zu meinem Gedächtnis" und das ist eine Wegzehrung die und bei der Reise hilft.
Ich hatte eine große Freundschaft mit einem Episkopalen Bischof, 48 Jahre alt, verheiratet, mit 2 Kindern und er hatte diese Sorge: eine katholische Frau, Katholische Kinder und er ein Bischof.
Er begleitete seine frau und seine Kinder zur Sonntagsmesse  und dann zum Gottesdienst in seiner Gemeinschaft. Es war ein Schritt der Teilnahme am Abendmahl des Herrn. Dann ging er weiter, der Herr nannte ihn einen gerechten Mann, Ich antworte auf Ihre Frage nur mit einer Frage: wie kann ich mit meinem Mann teilnehmen, sodaß das Abendmahl des Herrn mich auf meinem Weg begleitet?
Das ist ein Problem, auf das jeder Mensch antworten muß. Ein mit mir befreundeter Pastor sagte mir: Wir glauben daß der Herr hier anwesend ist. Er ist anwesend. Du glaubst, daß er anwesend ist. Wo ist der Unterschied? " Gut, es gibt Erklärungen, Interpretationen."
Das Leben ist größer als Erklärungen und Interpretationen. Beziehen Sie sich immer auf Ihre Taufe: "Ein Glaube, ein Taufe, ein Herr" wie Paulus uns lehrt und nehmen Sie Ihre Antwort daraus.
Ich würde nie wagen, dafür die Erlaubnis zu geben, weil ich dazu nicht die Autorität habe. EIne Taufe, ein Herr, ein Glaube. Sprechen Sie mit dem Herrn und gehen Sie vorwärts. Ich sage nicht mehr."

"Es ist nicht möglich einen klaren Hinweis in diesen Worten zu finden. Natürlich hat Papst Franziskus indem er auf so "fließende" Weise sprach, wieder alles in Frage gestellt, was die Interkommunion zwischen Katholiken und Protestanten betrifft. Er hat jede Position denkbar und somit praktikabel werden lassen,

Und tatsächlich wurden im Lutheraner-Lager die Worte des Papstes sofort als grünes Licht für die Interkommunion genommen,

Aber jetzt kommt auch aus dem Katholischen Lager eine analoge Stellungnahme, die sich selbst zu allem Überfluss als authentische Interpretation der Worte präsentiert, die der Papst in der Lutheranischen Kirche in Rom gesprochen hat.

Als vom Papst autorisierter Dolmetscher handelt jetzt der Jesuit Giancarlo Pani -in der letzten Ausgabe von "Civiltá Cattolica", der von Pater A.Spadaro geleiteten Zeitschrift, die inzwischen zum offiziellen Sprachrohr der Casa Santa Marta geworden ist und zur Meinung von Jorge M. Bergoglio, der die Beiträge, die ihn am meisten interessieren vor ihrer Veröffentlichung selbst redigiert und korrigiert.

Indem er die gemeinsame Erklärung der Katholischen Bischofskonferenz der USA und der Evangelisch-Lutherischen Kirche Amerikas als Ausgangspunkt nimmt, widmet Pater Pani den gesamten zweiten Teil seines Artikels der Exegese der Worte die Franziskus in der Christuskirche in Rom sagte und sucht sich dabei sorgfältig die für den Zweck nützlichsten aus.
Und er zieht daraus den Schluss, daß sie eine Änderung und einen Fortschritt in der pastoralen Praxis darstellen, analog zu der von Amoris Laetitia für die wiederverheirateten Geschiedenen hervorgerufenen.

Sie sind "nur ein kleiner Schritt vorwärts" schreibt Pani im Schlussabschnitt. Aber die Richtung ist gewählt.

Und es ist die selbe, in die sich Franziskus bewegt, wenn er erklärt- wie er es aus dem Rückflug aus Armenien tat- daß Luther ein "Reformer" war, mit guten Absichten und daß seine Reform"Medizin für die Kirche" war, indem er über die essentiellen doktrinalen Unterschiede zwischen Protestanten
und Katholiken bezüglich des eucharistischen Sakramentes hinweg ging, in Franziskus´
Worten in der Christuskirche in Rom-"Das Leben ist größer als Erklärungen und Interpretationen".

Wer den Gesamttext von Pater Giancarlo Pani zur Interkommunion lesen möchte, kann das hier tun;




On intercommunion between Catholics and Protestants

by Giancarlo Pani, S.J.

On October 31, 2015, the feast of the Reformation, the Catholic episcopal conference of the United States and the Evangelical Lutheran Church in America published a joint declaration that summarizes the history of ecumenism over the past half century. [. . .] The text was released after the closing of the synod of bishops on the family and in view of the shared commemoration of the 500th anniversary of the Reformation in 2017. [. . .]

The document concludes with a significant positive proposal: “The possibility of occasional admission of members of our churches to Eucharistic communion with the other side (communicatio in sacris) could be offered more clearly and regulated more compassionately.” [. . .]

The visit of Pope Francis to the Christuskirche of Rome

Two weeks after the promulgation of the declaration, last November 15, Pope Francis visited the Christuskirche, the Evangelical Lutheran Church of Rome. [. . .]

During the meeting, there was also a conversation between the pope and the faithful. Among the various contributions was that of a Lutheran lady, married to a Catholic, who asked what could be done so that she could participate together with her husband in Eucharistic communion. And she specified: “We have lived together happily for many years, sharing joys and pains. And therefore we are very much hurt by being divided in faith and not being able to participate together in the Lord’s Supper.”

Responding, Pope Francis posed a question: “Is sharing the Lord’s Supper the end of a journey or is it the viaticum for walking together?”

The answer to this question was given by Vatican II, in the decree “Unitatis Redintegratio”: “Yet worship in common (communicatio in sacris) is not to be considered as a means to be used indiscriminately for the restoration of Christian unity. There are two main principles governing the practice of such common worship: first, the bearing witness to the unity of the Church, and second, the sharing in the means of grace. Witness to the unity of the Church very generally forbids common worship to Christians, but the grace to be had from it sometimes commends this practice. The course to be adopted, with due regard to all the circumstances of time, place, and persons, is to be decided by local episcopal authority.”

This position is reiterated and expanded by the instructions for the application of the principles and norms on ecumenism of 1993, approved by Pope John Paul II, where it says: “The sharing of spiritual activities and resources must reflect this twofold reality: 1) the real communion in the life of the Spirit that already exists among Christians and is expressed in their prayer and in liturgical worship; 2) the incomplete character of this communion on account of differences of faith and because of ways of thinking that are irreconcilable with a full sharing of spiritual gifts.”

The instructions therefore place the accent on the “incomplete character of the communion” of the Churches, from which follows the limitation of access to the Eucharistic sacrament. But if the Churches recognize each other to be in apostolic succession and admit each others’ ministers and sacraments, they enjoy greater access to the sacraments themselves, which in any case, according to the document, must not be general and indiscriminate. Sacramental sharing instead remains limited for the Churches that do not have a communion and unity of faith on the Church, apostolicity, ministers, and sacraments.

Nonetheless, Catholic theology wisely maintains guidelines of ample breadth, in such a way as to consider case by case - as the decree “Unitatis Redintegratio” recalls - with a discernment that belongs to the local ordinary. In this sense, at least after the promulgation of the instructions, it can no longer be said that “non-Catholics can never receive communion in a Catholic Eucharistic celebration.” It is interesting to note how the same logic of “pastoral discernment” has been applied by Pope Francis in his apostolic exhortation “Amoris Laetitia” (nos. 304-306).


Can there be shared participation in the Lord’s Supper?

At this point it comes back to Pope Francis, who continues: “But do we not have the same baptism? And if we have the same baptism, we have to walk together. You [the pope is referring to the lady who posed the question] are a witness to a journey that can be profound, because it is a conjugal journey, truly a family journey, of human love and shared faith. [. . .] When you feel that you are a sinner - I too feel I am quite a sinner - when your husband feels that he is a sinner, you go before the Lord and ask forgiveness; your husband does the same  and goes to the priest and requests absolution. They are ways of keeping baptism alive. When you pray together, that baptism grows, it becomes strong. [. . .]  The question: and the Supper? There are questions to which only if one is honest with oneself and with the few theological lights that I have, one must respond the same. [. . .] ‘This is my body, this is my blood,’ said the Lord, ‘do this in memory of me,’ and this is a viaticum that helps us to journey.”

But then can there be shared participation in the Lord’s Supper? In this regard the pope has made a distinction: “I would never dare give permission to do this because I do not have the authority.” Then he added, recalling the words of the apostle Paul: “One baptism, one Lord, one faith (Eph 4:5), and he exhorted, continuing: “It is a problem to which each person must respond. [. . .] Speak with the Lord and go forward.”

Here there comes into play the Church’s main mission, also formulated in the Code of Canon Law as “salus animarum, quae in Ecclesia suprema lex esse debet" (cf. 1752). The necessity of a concrete evaluation on each individual case is absolutely reiterated from that which is the primary mission of the Church, the “salus animarum.” By virtue of which, in the face of extreme cases, access to the life of grace that the sacraments guarantee, above all in the case of the administration of the Eucharist and of reconciliation, becomes a pastoral and moral imperative.


The pastoral approach of Pope Francis

The pope’s position seems to be a reaffirmation of the instructions of Vatican II. But there is no overlooking the fact that a change has taken place, and it can even be understood as progress in pastoral practice. In fact Francis, as bishop of Rome and pastor of the universal Church, in reiterating what was affirmed by the Council inserts that practice within the historical journey that the Lutheran-Catholic dialogue carried out with regard to the sacrament of reconciliation and of the Eucharist. The 1993 instructions already noted that “in certain circumstances, by way of exception and under particular conditions, admission to these sacraments can be authorized and even recommended for Christians of other Churches and ecclesial communities.”

Moreover, ten years before, the Code of Canon Law dictated the conditions under which the faithful of Churches born from the Reformation (Lutherans, Anglicans, etc.) can receive the sacraments in particular circumstances: for example, if they “cannot approach a minister of their own community and seek such on their own accord, provided that they manifest Catholic faith in respect to these sacraments and are properly disposed” (can. 844 § 4).

Pope John Paul II, in the 2003 encyclical letter “Ecclesia de Eucharistia,” clarified several points in this regard, asserting that “these conditions, from which no dispensation can be given, must be carefully respected, even though they deal with specific individual cases,” like that of “the danger of death or some other grave necessity.” The intention of these clarifications is always the pastoral care of persons, with special attention that this not lead to indifferentism.

Here it must be made clear that if on the one hand the prudential and restrictive measures that the Church set up in the past were based on sacramental theology, on the other its pastoral mission and the salvation of souls that it has at its heart reveal the value of the Lord’s grace and the sharing of spiritual goods. Pope Francis has expressed particular attention for the problems of persons in the “communicatio in sacris,” in the light of the developments in Church teaching from the Council to the 1993 instructions on principles and norms of ecumenism, from the 1999 joint declaration on the doctrine of justification to the 2013 text “From conflict to communion,” up to the latest declaration of 2015.

This is a matter of small steps forward in pastoral practice. Norms and doctrine must be guided ever more by the evangelical logic of mercy, by the pastoral care of the faithful, by attention to the problems of the person and by the enhancement of the conscience illuminated by the Gospel and by the Spirit of God.

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