Mittwoch, 31. August 2016

Abschiedsreden Jesu, 118. Psalm und geflügelte Worte

Sagen wir einfach mal so, die Nachrichten sind nicht gerade beruhigend, und die von ultra Montagne auch nicht.
Man kann nun ewig, klug, engagiert, fragend, zweifelnd,  ausdauernd, resigniert und kontrovers darüber streiten, wo und wer das Problem ist, also was genau an den Nachrichten das beunruhigende ist, und was nicht,  aber das will ich nicht, auch und weil es immer zu Missverständnissen führt.
Halten wir fest, es scheint, als sei das was Hannes Wader, seinerzeit locker, flockig sang und was wir alle so begeistert mitsangen, nun unaufhaltsame Realität.
Dass nämlich Nichts bleibt, dass nichts bleibt wie es war.
Eigentlich, bei Licht, und ganz abstrakt betrachtet nicht verkehrt, wissen wir doch, dass alles fließt und eben wirklich nichts bleibt wie es war.
Selbst die Berge bleiben nicht, wie man in Erdkunde lernt.
Von daher, so what?
Aber schon in dem uralten Ohrwurm von Hannes Wader bricht durch, dass man es eigentlich gerne anders hätte, weil "manchmal träume ich schwer, und dann denk ich es wär,  Zeit zu bleiben.... aber leider ist "mir längst klar, dass nichts bleibt, dass nichts bleibt wie es war"
So ist es wohl, wie schon der olle Jöte seufzen lies, "Zwei Seelen wohnen, ach in meiner Brust"
Aber nicht umsonst hat Jesus uns in der unklarsten und  dunkelsten Rede, nämlich denen im Johannes Evangelium in den sogenannten Abschiedsreden zwischendrin den doch ganz klaren Satz gesagt  :
Euer Herz beunruhige sich nicht! und den ganzen Abschnitt eingeleitet mit den Worten: "Euer Herz lasse  sich nicht verwirren!"

Nun findet man auch hier bei den Psalmen viel passendes, so im 118. Psalm, der sehr lang ist und deshalb unten komplett angehängt wird.
Der Pslamist schildert seine Ängste und Bedrängnisse und ringt sich immer wieder durch zum Lob Gottes.
besonders die Stelle wo es heißt

Besser, sich zu bergen beim Herrn, / als auf Menschen zu bauen.
 Besser, sich zu bergen beim Herrn, / als auf Fürsten zu bauen.

 hat wohl zeitlose, immer währende Gültigkeit, auch und wenn wir immer denken
es müsse anders sein,
Ja das ist es wohl, es müsste anders sein, die Menschen müssten besser sein,  besser werden, und es ist wohl auch bestimmt nicht verkehrt sich das zu bemühen, aber leider, leider, wie heißt sagte der damalige Bischof von Freiburg Schäufele, wenn es um die nachkonziliaren Verwirrungen und Verirrungen ging, und man ihn damit beruhigen wollte, dass man sagte "Aber Eminenz, die meinen es doch gut!" "ja das wäre ja noch schöner, wenn sie es schlecht meinen würden!"
Ich habe mir schon oft gedacht, dass genau deshalb die Buddhisten versuchen das "Rad des Karma anzuhalten" weil sie erfahren haben, wie oft aus guter Absicht schlechtes gekommen ist,. und leider ist es doch schwer zu glauben, was Mephistoteles in seiner Selbstauskunft über sich sagt "Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft!"

Ich vermute ja, es braucht den Glauben, damit aus dem Bösen das Gute werden kann, und solange man den nicht hat, ist es schon weise zu begreifen, dass aus den besten Absichten gigantischer Unfug werden kann, auch und weil sich in die noblen Absichten immer auch unedlere Motive mischen, oder man eben die Sache nicht so durchblickt, wie man sollte und von daher meint was Gutes zu tun, und erst hinterher mitkriegt was man wieder für Kollateralschäden hervorgerufen hat, in bester Absicht.

Erst im Glauben kann man dieses Lied hier, das von allen möglichen Leuten gesungen wurde, verstehen




Interessant an dem Psalm finde ich, dass der Psalmist sich zuerst und lange immer wieder durchringt zum Lob Gottes. zum Vertrauen, dass er immer wieder die Hilfe des Herrn lobt, mit großen, sehr großen,. gewaltigen Worten und dann, fast am Ende kommt es fast schüchtern,

Ach Herr bring doch Hilfe!

ja so geht es mir auch oft, ich versuch mich nicht zu fürchten, die großen und kleinen Katastrophen meines Lebens tapfer zu meistern. immer wieder auf Gott zu vertrauen, andere zu trösten und dann, irgendwann, bricht es dann doch heraus, das einfache Schreien nach der Hilfe des Herrn.
Wir sind halt hier noch im Vorläufigen im Tal der Tränen und ab und an sehen wir von ferne die Idee der Herrlichkeit des Herrn aufscheinen, wie es im Psalm gesungen wird.

So  und nun der Psalm, wirklich tröstlich


Danket dem Herrn, denn er ist gütig, / denn seine Huld währt ewig.
 So soll Israel sagen: / Denn seine Huld währt ewig.
So soll das Haus Aaron sagen: / Denn seine Huld währt ewig.
So sollen alle sagen, die den Herrn fürchten und ehren: / Denn seine Huld währt ewig
In der Bedrängnis rief ich zum Herrn; / der Herr hat mich erhört und mich frei gemacht
 Der Herr ist bei mir, ich fürchte mich nicht. / Was können Menschen mir antun?
 Der Herr ist bei mir, er ist mein Helfer; / ich aber schaue auf meine Hasser herab.
 Besser, sich zu bergen beim Herrn, / als auf Menschen zu bauen.
 Besser, sich zu bergen beim Herrn, / als auf Fürsten zu bauen.
 Alle Völker umringen mich; / ich wehre sie ab im Namen des Herrn.
 Sie umringen, ja, sie umringen mich; / ich wehre sie ab im Namen des Herrn.
 Sie umschwirren mich wie Bienen, / wie ein Strohfeuer verlöschen sie; / ich wehre sie ab im Namen des Herrn.
 Sie stießen mich hart, sie wollten mich stürzen; / der Herr aber hat mir geholfen.
 Meine Stärke und mein Lied ist der Herr; / er ist für mich zum Retter geworden.
 Frohlocken und Jubel erschallt in den Zelten der Gerechten: / «Die Rechte des Herrn wirkt mit Macht!
 Die Rechte des Herrn ist erhoben, / die Rechte des Herrn wirkt mit Macht!»
 Ich werde nicht sterben, sondern leben, / um die Taten des Herrn zu verkünden.
Der Herr hat mich hart gezüchtigt, / doch er hat mich nicht dem Tod übergeben Öffnet mir die Tore zur Gerechtigkeit, / damit ich eintrete, um dem Herrn zu danken.
Das ist das Tor zum Herrn, / nur Gerechte treten hier ein.
 Ich danke dir, dass du mich erhört hast; / du bist für mich zum Retter geworden.
 Der Stein, den die Bauleute verwarfen, / er ist zum Eckstein geworden.
 Das hat der Herr vollbracht, / vor unseren Augen geschah dieses Wunder.
 Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; / wir wollen jubeln und uns an ihm freuen.
 Ach, Herr, bring doch Hilfe! / Ach, Herr, gib doch Gelingen!
 Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. / Wir segnen euch vom Haus des Herrn her. /
Gott, der Herr, erleuchte uns. Mit Zweigen in den Händen / schließt euch zusammen zum Reigen / bis zu den Hörnern des Altars!
Du bist mein Gott, dir will ich danken; / mein Gott, dich will ich rühmen. Dankt dem Herrn, denn er ist gütig, / denn seine Huld währt ewig.

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