Donnerstag, 18. August 2016

Der Fotograf Johannes Pauls II

Adam Bujak berichtet jetzt bei ACI LaStampa von seinen Erinnerungen an Johannes Paul II, dessen (inoffizieller) Fotograf er lange war.
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"ALS DER HL JOHANNES PAUL II NOCH DA WAR, HATTE DAS BÖSE NICHT DEN MUT, SO BRUTAL ZU HANDELN WIE JETZT." 
"Adam Bujak war der Fotograf Johannes Pauls II gewesen, als er noch Karol Wojtyla, Erzbischof von Krakau war. Er war 22 Jahre alt als er begann dem sehr jungen Erzbischof zu folgen, der gerufen war, auf dem Wawel zu residieren. Heute arbeitet er immer noch. Aber er hat so viele Geschichten zu erzählen. Jetzt ist der Moment das Buch der Erinnerungen zu öffnen.
Ich war 22, als ich die Fotos von der ersten Messe Erzbischofs Wojtylas auf dem Wawel gemacht habe. Es war kein großes Fest, wie heute, mit Tausenden von Gläubigen. Es war eher eine intime Zeremonie, ohne Menge. Was ich sofort bemerkt habe, war daß Erzbischof Wojtyla nicht die üblichen Gewänder trug.
Zum ersten mal in seinem Leben - und er hat es danach nie mehr getan- trug es den vollen Ornat des Bischofs, mit einer violetten Soutane und einem Umhang mit weißem Hermelin und der violetten Kopfbedeckung.
Ich habe ihn nie wieder so gekleidet gesehen.
Von dieser Feier habe ich kein Foto aufbewahrt. Ich weiß nicht was ich mit den Negativen gemacht habe. Ich habe nur ein paar Aufnahmen vom Einzug und vom Auszug aufbewahrt.



Als er dann 1967 zum Kardinal erhoben wurde,  war das eine andere Situation. Er war gerade vom II.Vaticanischen Konzil zurück gekehrt und sie kamen in Massen, zu Tausenden, um den neuen Purpurträger zu feiern. Es erscheint seltsam, in einer Epoche ohne Telefon, Handys, Fernsehen, ohne Informationen durch die Zeitungen. Und dennoch konnten sich die Menschen zusammen finden, sie wußten, daß etwas Wichtiges geschah.

Seine Predigten waren heftig und zur gleichen Zeit familiär. Ich konnte die große Liebe Krakaus zu ihm sehen, aber auch in Jasna Gora, als er dorthin ging, zur Feier der Taufe Polens. Ich habe verstanden, daß der Hl. Johannes Paul besonders war, aber er konnte auch sehr nahe sein. 
Trotz seiner großen Intelligenz, all der Dinge die er wußte und der Autorität. die er hatte, hat er uns nicht auf Distanz gehalten.

                          


Ich habe immer einen Bart getragen, aber einmal habe ich mich vollständig rasiert. Am 3. Mai 1966, genau während der Feier der 1000-Jahrfeier der Taufe Polens, wir waren in Jasna Gora, stieg Wojtyla zum Altar empor. näherte sich und sagte: "Bujak ohne Bart! Bist du nicht Bujak?" Das war ein unvergeßliches Ereignis.

Ich war nie der offizielle Fotograf Karol Wojtylas. Trotzdem habe ich seinen Dienst dokumentiert. Ich habe ein große Sympathie für ihn gespürt, eine große Sohnesliebe. Ich habe viel von ihm bekommen, intellektuell und spirituell.
Aber auch noch etwas menschlicheres. Seine Worte haben in eine festliche Atmosphäre der Feierlichkeit eingeführt, auch an normalen Tagen.

Eine gewisse Zeit habe ich den weißen Talar Johannes Pauls II mit mir herumgetragen. Es war 1983 und ich kehrte mit Professor Gabriel Turowski aus Rom zurück. Ich brachte die Habite des Papstes mit nach Polen. Die Beamten haben mich gefragt, was in dem Paket, das ich in de Hand trug, sei und ich habe die Wahrheit gesagt. Sie haben mir nicht geglaubt, aber ließen mich weiter gehen. Diese Habite sind nach Wadowice gegangen, die Geburtsstadt des Papstes, wo sie heute Teil des ersten Museums für das Leben Johannes Pauls II sind.

Ich war dem Erzbischof von Krakau immer nahe und wurde offensichtlich von der Geheimpolizei überwacht. Aber ich hatte keine Ahnung, daß sie aus mir mehr oder weniger einen Agenten gemacht haben. Dann habe ich entdeckt, daß einige Mitarbeiter der Kurie Agenten waren und nach Jahren wurde aufgedeckt, daß ich auch in Rom von einer Gruppe von Geheimagenten umgeben war, von denen einige Soutane trugen.

Ich erinnere mich an die letzte Reise Johannes Pauls II 2002, in das von Freimaurern beherrschte Mexiko. Journalisten und Fotografen, die den Hl.Vater begleiteten, wurden in ein merkwürdiges Museum gebracht, das in der Nähe der Kathedrale liegt. Es war das Museum der Freimaurerei. Eine geschmacklose Sache: die dort ausgestellten Bilder verletzten und beleidigten die Würde der Katholiken. Einige waren extrem blasphemisch. Erst nachdem wir das Museum besucht hatten, wurden wir in die Kathedrale gefahren.

Als ich 1989 in der Sowjetunion war, um das Album "Rußland, 1000 Jahre Christentum" vorzubereiten, habe ich dem Hl. Vater berichtet, daß Rußland wie eine ganze Hand sei und Polen wie ein kleiner Fingernagel dieser Hand, leicht zu zerdrücken.
Das war der imperiale Gedanke Rußlands, den Johannes Paul II nicht teilte.

Heute gibt es sehr viele Angriffe auf das Christentum. Die Familie ist zerstört, die Werte der christlichen Kultur, der Kultur des Lebens sind zerstört. Die Kultur des Todes wird gefördert. Aber solange Johannes Paul II lebte, hatte das Böse nie den Mut. so brutal zu handeln, wie es das jetzt tut. Für die nächste Generation wird es eine immense Arbeit, eine Herausforderung sein, die Autorität des Hl. Johannes Paul II wiederherzustellen."

Quelle: IlTempo, ACI Stampa



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