Freitag, 5. August 2016

Die in der Kathedrale von Bari rezitierte Sure...den verirrten Christen zur Kenntnisnahme

Valentina Colombo kommentiert bei La  Nuova Bussola Quotidiana die kontroverse Sure, eine Art Vater-unser des Islams, die der von der CEI eingeladene Imam am letzten Sonntag während der Messe in der Kathedrale von Bari rezitierte.
Allen Islamromantikern aus Unkenntnis und Irenisten aus Überzeugung sei die Lektüre empfohlen, vielleicht ist es noch nicht zu spät.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"IRRENDE CHRISTEN": HIER DIE KONTROVERSESTE SURE, DIE AM VERGANGENEN SONNTAG VON EINEM IMAM WÄHREND DER MESSE ZITIERT WURDE."

"Der 26. Juli 2016 wird wegen der barbarischen Ermordung Pater Jacques Hamels  durch einen Soldaten des IS erinnert werden.
Sonntag der 31. Juli wird als der Tag in Erinnerung bleiben, an dem einige Muslime und die Kirchen Frankreichs und Italiens eingetreten sind, um den Christen ihre Solidarität zu bekunden.
Die folgenden Tagen werden erinnert werden wegen der Debatte über diese friedliche Anwesenheit, geführten Debatte, die viele Fragen an die Oberfläche brachte, viele ungelöste Knoten in den Beziehungen zwischen Christen und Muslimen.

In Italien haben einzelne Personen, aber vor allem im UCOII, der Coreis und anderen Vereinigungen des organisierte Islams organisierte Imame sowie verschiedene örtliche Imame an den Sonntagsmessen teilgenommen. Einige haben Grüße überbracht, einige haben sich der Feier angeschlossen, andere haben der Kanzel während der Predigt den Rücken zugekehrt, als das Evangelium gelesen wurde, wieder andere haben den Friedensgruß ausgetauscht und noch andere haben den Koran zitiert.
Und genau dieser letzte Punkt hat zahlreiche Tiraden entfesselt, über die Zulässigkeit, den Heiligen Text des Islams in einer Kirche zu rezitieren, aber besonders über den Inhalt der rezitierten Verse und Suren, insbesondere der Eröffnungssure des Korans, die auch als Vater-unser des Islams betrachtet wird.

Die fragliche Sure liest sich so 

(Alles) Lob gehört Allah,
dem Herrn der Welten,
dem Allerbarmer, dem Barmherzigen,
dem Herrscher am Tag des Gerichts.
Dir allein dienen wir, und zu Dir allein flehen wir um Hilfe.
Leite uns den geraden Weg
den Weg derjenigen, denen Du Gunst erwiesen hast, nicht derjenigen, die (Deinen) Zorn erregt haben, und nicht der Irregehenden!

Das entstandene Problem liegt in der Interpretation des letzten Verses. der sich nach Meinung einiger zuerst auf Muslime und dann auf die Juden und Christen bezieht, während andere denken, sie hätten nicht diese Bedeutung.

Daß dieser Vers kontrovers ist, zeigt die "Unione delle Communita e Organisazzioni islamiche" in Italien, deren Präsident der Messfeier im Dom zu Florenz beiwohnte und deren Mitglieder am vergangenen Sonntag in den italienischen Kirchen präsent waren.

In der online-Version der Sure, wird nur der erste Teil dieses Verses kommentiert. Man erklärt uns, daß der Vers die Bestätigung enthalte, daß die Barmherzigkeit des Allerhöchsten schon vor der Offenbarung des Korans bei den Menschen wirkte, und so zu einem sehr von Glauben und Gottesfurcht vor Allah (Ruhm, ihm dem Höchsten) erleuchteten Verhalten führte.
Einem Kommentar von Ibn Ábbas (Allah sei mit ihm zufrieden) zufolge "sind die "denen Du Deine Gunst erwiesen hast" die Ernsthaften (siddiqûn), denen bei der Bezeugung des Glaubens das Martyrium zuteil wurde (shuhada), die Devoten (salîhûn).





Aber in der gedruckten Version, in der von Hamza Piccardo betreuten, interpretierenden italienischen Übersetzung, die von der Union der Islamischen Gemeinschaften und Organisationen in Italien UCOII redigiert und kontrolliert und 2004 bei Newton & Compton veröffentlicht wurde, schlägt die Interpretation einen ganz anderen Ton an und erklärt z.B. den Ausdruck "jene, die Deinen Zorn erregt haben"  wie folgt:
"jede klassische Exegese, die sich treu an die Tradition hält, bestätigt, daß Allah mit diesem Ausdruck die Juden meint (yahud) .Diesbezüglich ist es gut, klarzumachen, daß wir im Koran drei verschiedene Arten finden, sie (die Juden) zu identifizieren

1. Bani Isra´el ,
2. jene und deren Völker und gegen die verschiedenen Nachkommen Jakobs gerichtet sind, die die israelitische Religion angenommen haben
3. yahud, das sind die Träger einer antispirituellen Praktik und eines antitraditionellen Gebrauch der Religion für die Zwecke der Macht, die Allah mit großem Ernst verdammt hat."
  
Dann folgt die Erklärung, die die Christen betrifft: "die Verirrten vom Grund der authentischen ahadith des Gesandten Allahs, Die Klassische Exegese stellt fest, daß man die Christen identifizieren kann, als die, die dem Dogma der Trinität anhängen und die sich von der Reinheit des Monotheismus entfernt haben."
Es ist klar ersichtlich und wohlbekannt, daß die große Differenz zwischen Islam und Christentum besonders die Trinität betrifft und die Unmöglichkeit, Jesus als Sohn Gottes anzusehen, aber dieser Punkt betrifft sicher nicht das, was Sonntag passiert ist. Gut also, 
Wael Faruq- von Il Sussidiario interviewt-, hat unterstrichen, daß "das Problem nicht das ist, was der Koran sagt, so wie wir den Koran verstehen". Was wichtig ist, ist daß die Interpretation, die angeboten wird, die gedruckte Version des Korans der UCOII ist, die Interpretation, die heute geleugnet wird.

Auch Vers 62 der zweiten Sure könnte eine Öffnung des Islams zu anderen Religionen zeigen, wenn er sagt: 
"In Wahrheit werden jene, die glauben- seien sie Juden, Nazarener oder Sabbatäer- alle jene, die an Allah glauben, am letzten Tag das Gut erhalten, den Lohn durch ihren Herrn, Sie haben nichts zu befürchten und sie werden nicht verurteilt."
Aber noch einmal -der Kommentar der UCOII leugnet die Öffnung: "man kann diesen Vers nicht benutzen, um eine Art irenistische oder noch schlimmer synkretistische Annäherung der Islamischen Lehre zu behaupten. Die ganze Exegese bekräftigt, daß er sich auf die bezieht, die vor der Offenbarung des Koran und der Mohammed anvertrauten prophetischen Mission lebten. Es gibt keine Alternative zur vollen Unterwerfung des Menschen unter seinen Schöpfer.
Dennoch stärkt der Vers die Toleranz für die, die einem monotheistischen Kult folgen."

Es gibt keinen Zweifel, daß diese Interpretation nicht mit denen der von der Coreis verbreiteten Interpretationen korrespondiert, obwohl sie von Muslimen gegeben wird,  die nicht zum politischen Islam gehören, aber an diesem Punkt ist es nützlich, Klarheit zu schaffen, es nützt eine Interpretation zu fördern, die im Einklang mit dem Ernst der Situation, die wir gerade erleben, steht und den Respekt vor dem anderen um 360° dreht.
Die interpretierende Übersetzung der UCOII hat seit der ersten Ausgabe Veränderungen erfahren und ist von deutlich antisemitischen und antiwestlichen Kommentaren gereinigt worden, aber heute müßte sie vielleicht völlig neu überdacht und neu geschrieben werden, besonders der interpretierende Teil, der noch in der Ausgabe von 2004 ein Kapitel enthält, das dem Djihad gewidmet ist, in dem man liest: "Wenn die Gemeinschaft der Muslime angegriffen, bedroht, unterdrückt oder verfolgt wird, haben die Gläubigen die Pflicht, ihr Recht auf legitime Verteidigung auszuüben."

Farouq hat Recht, wenn er behauptet, daß es "so viele gute und große Forscher, denen mit Wut, Hass und Angst begegnet wird, die unfreiwillig Propaganda für de Ideologie des IS machen.
Auf diese Weise befinden sich die Millionen von Muslimen, die hier leben, zwischen zwei Feuern: der Propaganda des IS und den Thesen dieser Forscher. die in ein und derselben Idee zusammenfließen, daß die Gewalt Teil der islamischen Identität ist.
Diese Konvergenz der Sichtweisen ist der größte Gefallen, den wir dem IS tun können" aber zur gleichen Zeit gibt es auch Interpretationen des Korantextes, die in die gleiche Richtung gehen und die ebenfalls vermieden werden müssen. Noch einmal : Verantwortungsbewußtsein und Ehrlichkeit müssen Vorrang haben, um einen wahren Dialog zu erreichen- im Namen des Respekts und der Heiligkeit des Lebens aller."

Quelle: La Nuova Bussola Quotidiana,  
    

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