Samstag, 6. August 2016

Die Welt und die Unruhe, oder ich suchte und fand, siehe es gibt nichts neues unter der Sonne

In alten theologischen  Texten, war es völlig klar, es gibt die Welt und es gibt Gott und beides steht in einem gewissen Spannungsverhältnis, wenn man es vorsichtig ausdrücken will und nicht von einem unaufhebbaren Widerspruch ausgehen will.
Solange die Seele nur in der Welt umherwandert und dort das wirklich gute sucht, ist sie unruhig getrieben, ruhig wird sie nur in Gott.
Unruhig ist unser Herz, bis es ruht O Gott in dir, dieser Spruch des heiligen Augustinus hat über eineinhalb Jahrtausende auf dem Buckel und trifft es immer noch.
Ich nehme nun an, das hat es auch schon früher gegeben, Perioden in denen der einzelne, ganze Gruppen, gerade der Klerus meinte, nun endlich diesen alten Widerspruch überwunden zu haben und in seliger Weltlust sich fromm fühlen zu können.
Auf jeden Fall geben das die frommen alten Texte, die genau das geißeln, her.
Wie viele wütende Pamphlete gegen sich im weltlichen wohlfühlende Klosterleute gab es,. Wieviele  Klosterreformen und Neugründungen genau deshalb?



In unserer Zeit und unseren Breiten, war es nach dem 2. Vatikanum mal weider soweit. dass man meinte sich ausschließlich den Geschöpfen zuwenden können zu müssen und zu dürfen, und den zugehörigen Schöpfer einen guten Mann sein lassen zu können.
In  Lied "Mir nach spricht Christus unser Held...verleugnet euch verlasst die Welt..." des alten Gotteslobes, fühlte man sich bemüssigt zu erklären, dass man das keineswegs so zu verstehen habe, wie man es versteht, sondern genau rumgedreht als Dienst an und in der Welt.
Je nun, dem ist wohl so, weil die wenigsten Leute in der Lage sind, sich von der Welt abzuschotten und auf einem feudalen Landsitz der ganzen Welt das berühmte Götz von Berlichingen Zitat entgegen zu schleudern.
Aber dennoch, und gerade heutzutage merkt man doch, wie sehr es da einen Widerspruch gibt und sagen wir es mal ganz vorsichtig, nachdem die reine Diesseitigkeit zur alles beherrschenden Norm geworden ist, auch immer mehr  in der Kirche, merkt man, dass der Mensch einfach nicht vom Brot allein lebt, sofern man es merken will.
Mir scheint, wie, gesagt, besonders originell ist das nun wahrscheinlich nicht,  warnt schon Jesus Christus selber davor, nämlich indem er sagt:
Ihr könnt nicht zwei Herren dienen, Gott und dem Mammon!

Und wenn ich mir dann weiter vorstelle, dass ich vor dem Herrn stehe und sage "Ja aber, aber ich, aber die, aber der Papst. aber guck mal Herr, früher, heute, jammer, jammer, ...."
und dann noch über den heiligen Augustinus sauer, bin weil mein Herz einfach nicht zu Ruhe kommen will, sondern immer wieder, im Gespräch auf dieses und jenes aufmerksam gemacht wird, immer wieder der alten Neugier verfällt zuviel zu lesen und auch noch drüber nachzudenken, anstatt einfach zu ruhen im Frieden des Herrn, was mir seltenst gelingt,
wenn ich soweit bin, dann ist mir als sage er zu mir:

Euer  Herz beunruhige sich nicht! Glaubt an mich!

der Text ist aus Johnanes 14, 1 ff und lautet richtig:

Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich!
und dann geht es weiter im Text und Jesus erklärt noch mal ganz klar was man zu tun hat, wenn man ihn liebt, nämlich:

Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.
Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll.
Es ist der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt.


Also hier auch wieder die Unterscheidung zwischen Geist der Welt und Geist Gottes. wobei im weiteren noch mal betont wird, dass die Welt Christus nicht sehen kann.
um dann nochmal den Anfangsvers zu betonen der da lautet:

Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht.

Ich denke manchmal wir leben in Zeiten, wo uns die Schrift wirklich wieder Halt geben kann, und wir sie daher wieder mehr lesen sollten.
Im Grunde ist ja wirklich so, wie Kohelet schreibt:
 ich suchte und fand, siehe es gibt nichts neues unter der Sonne, nur ab und an, aber das stellt Kohelet auch schon fest, hat man es nur vergessen!

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