Donnerstag, 18. August 2016

Evangelium von heute, die Bedingungen fürs Himmelreich

Die heutigen Lesungen sind schrecklich, verstörend schrecklich, es geht zum einen um den Richter Jiftach, der aufgrund eines Gelübdes seine eigene, einzige Tochter opfert und keine göttliche Vorsehung hat dafür gesorgt. dass zuerst der Hund dem siegreichen Feldherr entgegen eilt.
Die alternative Lesung aus Ezechiel spricht zunächst von dem Namen Gottes, den das auserwählte Volk unter den Völkern entweiht habe, und wem kommen da nicht die Sünden der Christen in den Sinn, mittels derer der Name Gottes entweiht wurde, auch und wenn hier manches in der Bereich der schwarzen Legende gehört.
Es kommt dann die Verheißung, und nun ja, wir warten da immer noch drauf, dass  es irgendwo ein Reich, ein Staat, ein Land der Guten, Wahren und Schönen gibt und vieles aus der Geschichte lässt sich damit erklären, dass man aufgehört hat, auf das Eingreifen Gottes "Ich werde sie herausführen aus den Völkern, ich werde sie reinigen......" zu warten, sondern die Sache selber in die Hand genommen hat.
Noch verstörender, oder gar widersprüchlich ist das Evangelium vom Tage.



Da wird berichtet, dass der König, sprich Gott,  sich ans Werk macht, die Verheißung aus Ezechiel zu erfüllen.
Er setzt dabei auf die Freiwilligkeit und läd die Geladenen ein, die wollen aber schlicht und ergreifend nicht.
Darauf wartet der König nicht  länger auf die Geladenen, er lässt die Stadt derer, die seine Boten umgebracht haben in Schutt und Asche legen und läd nun alle ein, die sich ansprechen lassen.
Irgendwo habe ich mal gelesen, im griechischen Text stünde "Geht also hinaus auf die Straßen und nötigt  alle, die ihr trefft, zur Hochzeit zu kommen!".
Es heißt dann weiter im Text, dass die die kamen, Gute und Böse waren, also die Verfechter einer Barmherzigkeit für alle, haben hier ein starkes Geschütz, scheinbar.
Das Gleichnis lehrt uns, dass jeder einer ist, der eingeladen werden soll, zur Feier im Reich Gottes, zum ewigen Hochzeitsmahl,.egal was er vorher getan hat.
Sehr tröstlich und sehr herausfordernd zugleich.
Nun kommt es aber, von den Gästen wird erwartet, dass sie ein Festgewand, ein Hochzeitsgewand anhaben.
Das war nun zu Zeit Jesu so, dass man keineswegs zuerst mal loslaufen und auf der Suche nach einem Festgewand  durch sämtliche Kaufhäuser ziehen musste, am besten mit einer Freundin, mit der man so weltbewegende, superwichtige Fragen wie Farbe? Länge? Schnitt? Jäckchen oder Schal für obendrüber? Ausschnitt? Was an Schmuck dazu? ist das nicht zu festlich? ist das hier nicht zu schlicht? besprechen konnte.
Nein es war so, dass am Eingang zum Fest die Gewänder parat lagen, und jeder sich einfach eins nehmen konnte.
Also dass der Mann im Gleichnis keins hatte, lag nicht daran, dass er zu arm war, oder die Kaufhäuser geschlossen, was, aber das nur nebenbei, das Problem der Jungfrauen mit Lampen, aber ohne Öl war.

Das Gewand ist, wohl Christus und dass er daliegt und angezogen werden kann (frei nach Paulus) ist, wie überhaupt unsere Anwesenheit im Hochzeitssaal, nicht unser Verdienst, aber dennoch wird von uns etwas erwartet, dass wir nämlich ein sichtbares Zeichen setzen, dass wir die Einladung  annehmen.
Also um eine beliebte Idee der Nachkonszilsära zu nehmen, der anonyme Christ muss sich bekennen, also raus aus der Anonymität, tut er das nicht, so geschieht das paradoxe, dass er auffällt.
Wer also als Christ anonym bleiben will, der bleibt es, vor Gott nicht, interessante Sache.
Noch interessanter an dem Gleichnis, ist der Schlusssatz, der besagt: Viele sind geladen, wenige sind auserwählt!
Interessant ist, dass man, so beim Lesen, ja denkt "je nun, da ist ein ganzer Saal mit Gästen, und gerade mal einer schafft es nicht!" was soll dann dass mit dem wenigen, die auserwählt sind?
Mir scheint aber dass es sich auf alle geladenen Gäste bezieht und da möchte man meinen, dass von denen, die von den Dienern angesprochen werden, auch viele keine Lust hatten, jedoch gibt der Text das nicht her, es heißt ja: Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen.
Also habe ich mal geguckt wie die Kirchenväter das so sehen und zwar hier in der Catena Aurea  des Thomas von Aquin und siehe da, da heißt es zunächst, dass in der Tat alle Menschen eingeladen sind, seit Adam:
Das heißt, als der Herr seine Diener schickte, waren die Gäste bereits vorher eingeladen worden. Eingeladen waren die Menschen nämlich seit den Zeiten Abrahams, dem die Menschwerdung Christi verheißen wurde. (Pseudo-Chrysostomus)
Es sind also, in der Tat alle, wirklich alle eingeladen, nur eben muss man auch was tun, sich einladen lassen, der Einladung folgen und den Bedingungen Gottes genügen, jedoch bemerkt schon Gregor der Große, zu dem Schlussatz:
Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt  recht lapidar: Denn einige fangen mit dem Guten nicht einmal an, andere führen das Gute, das sie begonnen haben, nicht zu Ende. Je weniger einer also weiß, was noch auf ihn zukommt, umso mehr soll er eifrig auf sich selber achtgeben.

Nun auch wir wissen nicht, was noch auf uns zukommt, daher bleibt nichts anderes als zu beten, damit wir nicht in die Versuchung fallen, nicht zu kommen, gar nicht erst richtig zu hören und das Gewand nicht anzuziehen.

Nun noch mal der Evengeliumstext aus Matthäus 22, 1-14:

In jener Zeit erzählte Jesus den Hohenpriestern und den Ältesten das folgende Gleichnis:
Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete.
Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen.
Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit!
Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden,
wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um.
Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen.
Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert eingeladen zu werden.
Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein.
Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen.
Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte.
Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen.
Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.
Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen