Montag, 1. August 2016

Si tacuisses.....oder der Katholische Fundamentalismus italienischer Schwiegermuttermörder

kann man nach der letzten fliegenden Pressekonferenz nur sagen, aber diesen Wunsch wird uns der aktuelle Pontifex feliciter (?) regnante wohl nicht erfüllen, allerdings stimmt der zweite Teil des Zitates  "philosophus mansisses" ja auch nicht so wirklich, denn er mag ja vieles gewesen sein, ein Philosoph sicher niemals.
Und ja, wir sehen täglich getaufte Katholiken, die ihre Schwiegermütter unter Absingen des "Christus vincit" ermorden und erfahren, daß die beiden Muslime, die Père Jacques enthauptet haben, das wegen des globalen Finanzsystems taten und um die Bilanz der Messerhändler aufzubessern. Vielleicht am traurigsten ist, daß man auf derlei papale Entgleisungen nicht ernsthaft antworten kann.
Roberto Cascioli versucht es dennoch bei La Nuova Bussola Quotidiana. 
Hier geht´s zum Original: klicken

               "ABER WER WILL EINEN RELIGIONSKRIEG?"

"Angesichts dessen, daß der Papst selber zugegeben hat, nur eine Zeitung - und die schnell - zu lesen, nicht fernzusehen und das Internet nicht zu nutzen, wäre es interessant zu erfahren, wer und wie seine Informationsauswahl zusammenstellt.

Das hat er gestern Abend, bei der Rückkehr aus Polen, bei einer Frage zur Türkei selbst zugegeben. Er hat gesagt, daß er dazu nichts sagen will, weil die Situation noch nicht klar sei. 
Damit es ganz klar ist, es steht nirgends geschrieben, daß der Papst zu allem, was geschieht, etwas sagen muß. In vielen Situationen ist es auch besser, wenn er zu dieser Manie der Vaticanisten ihn zu allem, was ihnen auch immer durch den Kopf geht, zu befragen, nichts sagt: Aber zur Türkei -zu dem,  was und wie sich im Hintergrund des versuchten Putsches abspielte, ist es nicht sehr schwierig festzustellen, daß die Regierung alle  Normen der Menschenrechte verletzt. Augenscheinlich erhält er keine Informationen.

Aber bei der Islamfrage wird die Situation offensichtlich peinlich. Der Papst muß überzeugt sein, daß es unter den Katholiken jemanden gibt, der behauptet, daß der Islam per se terorristisch  ist, das hat er noch gestern gesagt. Und der ihn vielleicht dazu drängen will, allen Muslimen den Krieg zu erklären. Es handelt sich um eine karikatureske Beschreibung, in der wir niemanden wiedererkennen können, keinen der Journalisten"freunde", die sich seit Zeiten darum bemühen, die Revolutionswächter zu machen. Wenn es wahr ist, daß nicht alle Muslime Terroristen sind, daß die übergroße Mehrheit nur in Frieden leben will, ist es auch wahr, daß die Matrix des Terrors ihre Wurzel im Islam und den Predigten der Imame und Theologen hat und von sehr präzisen Finanzströmen aus ganz bestimmten Ländern unterstützt wird. Diese Tatsache zu erkennen, sie bei der Entscheidung den Terrorismus zu bekämpfen  einzubeziehen, bedeutet nicht, einen Religionskrieg auszurufen, sondern zu vermeiden, Terrorismus und Gewalt mit unklugen und verantwortungslosen Einstellungen zu alimentieren, wie es viele auch gestern angesichts der Teilnahme von Muslimen an den Messen überall in Italien ein bißchen getan haben.

Es ist sehr verständlich daß der Papst sich nicht in einen Religionskrieg ziehen  lassen will, das würde gerade noch fehlen. Aber um auf extreme Positionen der Katholische Welt zu antworten, die nur in der Phantasie derer, die ihm die Informationen geben, werden Behauptungen aufgestellt, denen objektiv der gesunde Menschenverstand fehlt.
Wie kann man z.B. eine Analogie zwischen den Allah gewidmeten Morden und den Taten getaufter Katholiken herstellen, die aus familiären Gründen ihre Verlobte oder ihre Schwiegermutter ermorden?
Wir sind vielleicht zerstreut, aber in keinem  Bericht haben wir je gelesen, daß ein Mann, der seine Frau angreift "Es lebe Christus der König" gerufen hätte. Oder daß Blutbäder angerichtet werden, um irgendeinen Befehl des Hl. Paulus auszuführen.




Um den islamistischen Terror zu liquidieren, der auf globaler Basis zuschlägt, zu sagen, daß es in jeder Religion immer eine kleine Gruppe von Fundamentalisten gibt, und das Phänomen nur ein rein physiologischer Faktor ist, beunruhigt mehr, als Sicherheit zu schaffen.
Deshalb - und angesichts dessen, daß er es nicht zum ersten mal sagt, - wäre es interessant, zu wissen, auf wen genau das Etikett "katholischer Fundamentalist" zutrifft, welcher Missetaten er schuldig ist.
Als er dann das Ganze relativierte, indem er bekräftigte, daß es auch Stammesgewalt in Afrika gibt, und daß der primäre Terrorismus vom Weltwirtschaftssystem ausgeht, und der auch durch Geschwätz tötet, stellt diverse Phänomene auf eine Ebene, die untereinander verschieden sind und sehr wenig mit dem internationalen Terrorismus zu tun haben, dessen Opfer wir alle sind.

Wie wir schon andernorts gesagt haben, handelt es sich um flüchtige Aussagen bei Frage- und Antwort-Veranstaltungen mit Journalisten: es sind legitime Meinungen, es handelt sich nicht um das Lehramt. Wir sorgen uns nicht nur, weil sie offen als Titel auf den ersten Seiten aller Zeitungen der Welt erscheinen sondern auch dazu beitragen, Meinung zu bilden und eine falsche Idee von der Position der Kirche zu geben. Hoffen wir, daß sich der neue Pressesprecher des Vaticans, Greg Burke, der heute seine Arbeit aufnimmt, dessen bewußt ist"

Quelle: R. Cascioli, La Nuova Bussola Quotidiana









1 Kommentar:

  1. Aha, er will keinen Religionskrieg. Genau durch diesen Dummschwätz und der Weigerung, das Wesen des Islam zur Kenntnis zu nehmen, wird er als Verharmloser, Relativierer dazu beitragen, einen solchen Religionskrieg zu stiften. Offenbar sollen sich die Christen (auch die ihm anvertrauten) wie weiland die Juden, willig zur Schlachtbank führen lassen. Früher haben sich die Christen gewehrt, wie es auch heute noch (und immer noch)die Juden tun. Die Christen werden es wieder tun (müssen) und lernen (müssen). Auch ein "Franz der Schwätzer" wird es nicht hindern können. Es ist furchtbar.

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