Samstag, 3. September 2016

Der Papst vergibt auch dem China Maos......

Sandro Magister kommentiert bei Settimo Cielo die merkwürdige China-Politik des Papstes.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"PAPST FRANZISKUS ENTSCHULDIGT AUCH DAS CHINA MAOS:  AKZEPTIEREN LÄCHELN UND VORWÄRTS GEHEN.


Indem er Franziskus bzgl. der laufenden Verhandlungen zwischen dem Hl. Stuhl und China zitiert, hat Kardinal Pietro Parolin, Staatssekretär, die beiden obersten Kriterien herausgestellt, an denen der Papst seine Aktionen ausrichtet: Realismus und Vergebung.
Im Endeffekt waren diese Kriterien auch im erinnerungswürdigen Interview enthalten, das am vergangenen 2.Februar 2016 von Papst Franziskus der Hong Kong "Asia Times" online gegeben wurde.
"Begegnung durch den Dialog" 
Dieses Interview war ein hervorragendes Beispiel für eine bis ins Extrem ausgedehnte Realpolitik.Es war das wegen seines gewollten, mit dem Interviewer berabredeten- Schweigens zu den Fragen zu Religion und Freiheit.
Das war es wegen der Worte, mit denen der Papst en bloc der Vergangenheit und Gegenwart Chinas die Absolution erteilte und ihnen riet, "!den eigenen Weg, so wie er war, zu akzeptieren" wie "Wasser, das fließt" und alles reinigt, auch die Millionen von Opfern, die der Papst auch nur flüchtig zu erwähnen, sich hütete.
Nun bietet einer unserer aufmerksamen Leser uns bezüglich dieser beiden Kriterien zwei  sehr nützliche Prüfsteine für die Untersuchung sowohl des einen als auch des anderen an.
Was den Realismus angeht-sagen Bergoglio und Parolin- lehnt der "die Logik des alles oder nichts"
ab und macht sich auf den Weg, der es ermöglicht sich mit den anderen zu versöhnen"- das ist ein Zitat eines der Großmeister dieser Materie, dem früheren amerikanischen Außenminister Henry Kissingers, der über eine bestimmte Art der Entspannunspolitik mancher westlichen Regierungen gegenüber der Sowjetunion schrieb:

"Alle westlichen Regierungen müssen ernsthafte Anstrengungen unternehmen, um Spannungen abzubauen und die verbleibenden Differenzen durch Verhandlungen zu lösen. Aber das Problem für den Westen ist jetzt viel größer. In unseren Ländern hat über die Tendenz die Entspannung als eine Art Theater zu betrachten, mit anderen Worten, in dem es noch nicht ein solches Gleichgewicht der nationalen Interessen gibt, wohl aber auf der Grundlage der strategischen Realitäten verbunden mit einem Bemühen guten Willens zu Verhandlungen, in deren Verlauf Dank des Verständnisses und der Überzeugung man auch den Verdacht eines Landes besänftigen konnte, indem man voraussetzte , daß es keinen anderen Grund hatte, Aggressionen zu entfesseln. Diese Tendenz die Entspannung wie eine psychotherapeutische Übung zu betrachten, oder als Versuch, gute persönliche Beziehungen zu schaffen, oder auch als ein Versuch einzelner Führer, die Gunst der öffentlichen Meinung zu gewinnen, indem man bewies, privilegierte Beziehungen zu Moskau zu haben, ist eine Katastrophe für den Westen."
Was dagegen das andere Kriterium. das des Vergebens, der Barmherzigkeit und der Versöhnung angeht, hier einige Zitate aus einem Beitrag des Philosophen und Psychologen Giovanni Cucci, einem Jesuiten und Mitarbeiter der "Civiltà Cattolica", mit dem Titel " P wie Perdono" ( V wie Vergebung), 2011 bei Citadella herausgegeben:

"Die Vergebung bleibt eine freie Handlung, nicht geschuldet und schwierig, weil sie nicht eine Art Zauberstab ist, die das Böse verschwinden lassen kann und alles dahin zurückbringt, wo es vorher war." (S.6)
"Ohne eine vorherige Arbeit zu den eigenen Gefühlen und besonders zum Zorn, besteht das Risiko einer erzwungenen Versöhnung, oberflächlich, die dazu führt zuletzt die Beziehung zu ......., und zur Entfernung der Personen voneinander an Stelle einer Annäherung." (S. 14-15)
Die Wiederversöhnung ist eine andere Geste, ....., die sicher den Prozess des Vergebens vollendet aber nicht von selbst eintritt....er erfordert ein ausdrückliches Verlangen nach Vergebung seitens des Verletzers -als vorausgehendem Schritt- ein Verlangen, das letztendlich nur glaubhaft sein kann, wenn durch konkrete Geste um das Böse wieder gut zu machen, umgesetzt wird. (S.15)
Während der Vergebung muss man mit sich selbst ehrlich sein. Deshalb ist es wichtig, sich vor dem "Pardonismus"- der leichten, billigen Vergebung, zu hüten, die auf  Kosten der Anerkennung der Schwere dessen, was passiert ist, eine neue Form von Ungerechtigkeit und Gewalt werden kann.(S.18)
Vergebung gehört zur Kategorie der Geschenke, des Unvorhergesehenen, die vorbereitet, angenommen, aber nie geplant werden können.Vergeben bleibt immer eine freie Entscheidung dessen, der das Schlechte erlitten hat." (S.31)





Erleichtert werden kann Vergebung, wenn man beim anderen aufrichtiges Bedauern bemerkt, zusammen mit einer ausdrücklichen Bitte um Vergebung,als usdruck einer inneren Reue, das begangene Böse gutzumachen....die Reue entsteht aus dem Anerkennen der Schwere des begangenen Bösen und hebt geichzeitig den Unterschied zwischen der Person und dem, was er getan hat hervor: seinen Willen, sich vom Bösen zu distanzieren, was besagt daß er zum Guten fähig ist.(S.83)

Tatsächlich gibt es eine Kluft zwischen diesen klugen Überlegungen des Jesuiten Cucci hu dem, was Franziskus in seinem Interview mit Asia Times über die schreckliche jüngere Vergangenheit Chinas gesagt hat, das China des Maoismus und der Kulturrevolution und seiner immer noch unterdrückenden Gegenwart:

"Seid nicht verbittert sondern im Frieden mit eurem Weg, auch wenn ihr Fehler gemacht habt.
Jedes Volk muss sich mit seiner eigenen Geschichte, seinen Erfolgen und seinen Fehlern versöhnen.
Und diese Versöhnung bringt viel Reife und viel Wachstum. Hier würde ich das Wort Barmherzigkeit gebrauchen. Es ist gesund für einen Menschen, sich selbst gegenüber barmherzig zu sein,,,und ich würde das selbe über ein Volk sagen, daß es gesund für ein Volk ist, barmherzig mit sich selbst zu sein...zu akzeptieren, daß das der eigene Weg war, zu lächeln und weiter zu gehen.
Wenn man die Verantwortung für den eigenen Weg übernimmt, akzeptiert was war, stimmt das mit dem eigenen geschichtlichen und kulturellen Reichtum überein, der  entsteht-auch in schwierigen Zeiten."

Heute ist es der 90-jährige Kardinal Joseph Zen Zekiun, emeritierter Bischof von HongKong, der noch lauter seine Stimme gegen die Linie erhebt, die Papst Franziskus-durch Kardinal Parolin in diplomatische Aktion übersetzt- gegenüber China einnimmt.

"Bei der Nominierung der Bischöfe kniet der Papst vor Peking nieder." 

Aber schon ein Jahrzehnt vorher fehlte es nicht an viel vorgebrachten kritischen Stimmen gegen das befürchtete Nachgeben bei den Verhandlungen.
Eine dieser Stimmen war z.B. die eines Missionars und bekannten Sinologen, Gianni Criveller, "Eierkopf" des Hl.Geist Studienzentrums in HongKong und erstrangiger Beobachter der chinesischen Wirklichkeit.
Jetzt aber unter der Leitung von Papst Franziskus und seinem neuen diplomatischen Kurs, sind diese kritischen Stimmen an den Rand gedrängt worden. Man hört sie nicht mehr.Und vor zwei Monaten ist Erzbischof Savio Hon Taifai, Sekretär der Kongregtion für die Evangellisierung der Völker-und also der Chinesen, einer der Ranghöchsten in der Kurie und Freund von Kardinal Zen, von Franziskus ins Exil- mitten im Pazifik- geschickt worden, mit er unerwarteten Aufgabe eines Apostolischen Administrators für die Insel Guam."

Quelle: Settimo Cielo, S.Magister




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