Mittwoch, 7. September 2016

Der Yeti war's?

Das Kreuz ist weg auf einigen bayerischen Gipfeln - die Leute mit der Axt konzentrieren sich also inzwischen auf Kreuze.

Die Münchner Kirchennachrichten haben sich mit dem Thema ausgehend befasst und zitieren dazu erstmal den "Bergfex" überhaupt, der war ja schließlich überall und kennt alle Berge dieser Welt und ist bei der einen oder anderen einsamen Bergbesteigung sogar dem Yeti begegnet:

Reinhold Messner, weltbekannter Extrembergsteiger aus Südtirol, sagte in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“, Berge sollten „nicht mit religiösen, politischen und sonstigen weltanschaulichen Symbolen“ besetzt werden. Bestehende Kreuze würde Messner dennoch nicht abbauen und das Umhacken von Kreuzen sei „fast ein terroristischer Akt“. Da war man ja doch schon ein bisschen erleichtert im Ordinariat, aber:

Inzwischen geht die Polizei fest von einem religiösen Motiv aus. Der Täter mit der Axt muss demnach also ein Christen- oder Kreuzhasser sein. Das wirft die Frage auf: Welche Berechtigung haben Gipfelkreuze als Symbole des christlichen Glaubens auf (bayerischen) Berggipfeln?

Bei der Münchner Kirchenzeitung stellt man sich also eine Frage, die eigentlich keine sein sollte - schon gar nicht für die Kirche. Ein Screenshot aus dem BR-Video, das die augenblickliche Situation beschreibt, sagt's doch deutlich:

Darum stehen die Gipfelkreuze am Berg!
Bildquelle: Screenshot aus dem BR-Video
Aber bei den "modernen" Münchner Kirchennachrichten ist man da doch eher etwas distanzierter und zitiert den Pressesprecher des Deutschen Alpenvereins:
"Selbst für weniger religiöse Menschen gehöre das Gipfelkreuz inzwischen „zum ganz selbstverständlichen Inventar in den Bergen“
Und die Kirchennachrichten können es auch fast nicht glauben, dass die Gipfelkreuze tatsächlich einmal als christliches Zeichen aufgestellt (und von Kirchen finanziert) wurden. Nee jetzt?

Jedenfalls ist jetzt wieder ein Kreuz oben ... Zwar ein behelfsmäßiges und bestimmt auch nicht langlebiges. Nicht so schön, wie es gehört. Und so wie's aussieht, haben's auch noch "die Falschen" nach oben getragen. Aber sie haben sich auf den Weg gemacht, das abgehackte Kreuz des Herrn wieder auf den Berg getragen und es weithin sichtbar verankert. Ob Gott da wirklich einen Unterschied macht, wer sein Kreuz nach oben trägt? Jesus hat sogar mit den Sündern gegessen und getrunken. Ein Kraftakt ist es allemal und der Chef des Tölzer Alpenvereins hat sicher recht, wenn er das ganze als einen "Bußgang" bezeichnet.

Natürlich wird schon an einem "besseren" Kreuz gearbeitet, das schon bald wieder den Gipfel des Schafreuter zieren wird - spätestens am 9. Oktober, denn dann wird auf dem Berg eine heilige Messe gefeiert unter dem neuen weithin sichtbaren Symbol des Herrn.

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