Mittwoch, 14. September 2016

Wallfahrt nach Altötting, über das Heimkommen

da waren wir also auf dem Benediktweg unterwegs und auch in Altötting und in Marktl am Inn.
Wir haben den Vortrag des hochwürdigsten Erzbischofs an der römischen Kurie, Georg Gänswein gehört, waren im feierlichen Pontifikalamt mit besagtem Erzbischof, sowie Bischof Oster und  Altbischof Schrammel und auch in der Pontifikalvesper, sind bei der Prozession mit dem Gnadenbild mitgelaufen, und waren mal wieder so richtig römisch katholisch :_D
Es waren sehr dichte Tage und vieles von den gehörten Reden und Predigten muss sich erstmal setzen, aber ich habe ja immer über meine Großmutter gespöttelt, die auch "alle Nas' lang nach Altötting gewallfahrt ist" aber ich kann sie nun verstehen!
Hier, für Interessierte ein Link zur Stadtgeschichte,
Ich hatte das Gefühl an einer Quelle angekommen zu sein, an tiefen Wurzeln,  und habe mich an meine Rückkehr in die Kirche erinnert.


Es ist ja so, wenn man der Kirche den Rücken gekehrt hat, dann nimmt man die gar nicht mehr wahr.
Man schimpft vielleicht beständig darüber, aber es hat nichts mehr mit einem zu tun, auch und weil wir in einer Welt, leben, wo alle Welt lebt, als ob es Gott nicht gäbe und man ja doch sehr gut leben kann, wenn man ohne Gott lebt, gerade in unseren Breitengraden.
So fällt man zwar durchaus beständig über Kirchen und hat auch teilweise, ohne es zu wissen, mit Einrichtungen der Caritas oder der Diakonie zu tun, aber der Glaube, das ist einem klar, der hat nichts mehr mit einem zu tun.
Da geht einfach nichts mehr in Resonanz.
Das ist wie ein unbequemes, zwickendes, einengendes Kleidungsstück, wo man froh ist, es los zu sein.
Man realisiert nicht, dass man sich aufführt wie Hans im Glück, ein Vergleich, der nicht von mir stammt, sondern von niemand geringerem als unserem verehrten Papst Benedikt, aus seiner "Einführung in das Christentum".
Die Frommen, bzw richtiger die Frömmelnden, die begreifen gar nicht, wie wohl man sich fühlt, und so redet man aggressiv oder auch nicht, aneinander vorbei, wenn  man überhaupt miteinander redet.
Nach langen Wegen bin, zumindest  ich, dann mal wieder, bewusst und mit Absicht, nicht aus unvermeidbaren, sozialen Zwängen heraus in einem Gottesdienst gelandet, und ich weiß es noch wie heute, dass ich dachte "Das gibt es also immer noch!"
Die Sache an den unvermeidbaren Gottesdienstbesuchen aus sozialen Zwängen, i.e Erstkommunion in der Verwandtschaft, Beerdigungen und dergl, ist ja der, dass man da unter seinesgleichen ist, und die zuständige Pfarrer wohl längst resigniert haben und deshalb diese Gottesdienste mit Teilnehmer aus unvermeidbaren, sozialen Zwängen, nett wie sie nun mal sind, eben so feiern, dass man nicht in die Verlegenheit gerät, auf die Idee zu kommen, dass es existenzielle Fragen mitsamt Antworten gibt, die in der Kirche gestellt werden könnten.

Nun ich hatte damals das Gefühl, an die Ufer eines großen Flusses getreten zu sein, der fließt  auch wenn ihn keiner wahrnimmt, der dennoch da ist, immer da gewesen ist und einfach gewartet hat.
Wobei die Wellen schon die Gläubigen sind. diese seltsamen Gestalten, die einfach glauben, treu und brav, in die Kirche gehen und so weiter.
Dieses Gefühl des einfach Daseins einer Quelle hatte ich in Altötting auch, zwar eher im Sinn von tiefen Wurzeln, also einer Wirklichkeit, die uns nicht braucht, die einfach ist, aber dennoch für uns ist, da ist.
Genau dem entsprach ja auch das Evangelium vom Sonntag auf unserer Pilgerfahrt, das war nämlich das Evangelium vom verlorenen Sohn!
Der Vater der rennt dem Sohn nicht nach, versucht auch nicht, den Sohn zu hindern, Mist zu bauen, er ist aber da, er ist einfach da und wartet, auf beide, auf den verlorenen und auf den, der auf den verlorenen neidisch ist.
So ist es wohl.
Man kann die obigen Bilder vom Fluss und der Quelle schon sehen, dass es nicht so ist, dass das göttliche einfach da ist, sondern es auch den Menschen braucht, der sich davon anrühren lässt, dass der Fluss immer mehr versandet, wenn keiner mehr da ist,  der Strom in der Wüste versickert, aber der Trost besteht darin, es ist nicht Menschenwerk, es ist SEINE Kirche.
Gott drängt sich einem nicht auf, er lässt uns unsere Freiheit, aber er ist da.
Und das kann man merken, wenn man denn will, an solchen Gnadenorten.
Also Heilige Muttergottes von Altötting, du zu der seit Jahrhunderten die Leute mit ihren Sorgen, Nöten, ihrem Hoffen und ihrem Dank kommen, bitte auch für uns, die wir manchmal gar nicht mehr wissen, was wir eigentlich brauchen!
Hier eine kurze Zusammenfassung des Besuches von Erzbischof Gänswein. Bilder der Prozession, der Messe und der Enthüllung der Statue von Papst Benedikt.

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