Donnerstag, 22. September 2016

Fundstück von Kierkegaard

Mein Lieblingszitat  von Kierkegaard ist ja das folgende:

"In dem prachtvollen Dom erscheint der hochwohlgeborene, hochwürdige Geheime General-Ober-Hof-Prediger, der erwählte Liebling der vornehmen Welt, er tritt vor einen auserwählten Kreis von Auserwählten und predigt gerührt über den von ihm selbst ausgewählten Text: ‚Gott hat das in der Welt Geringe und Verachtete auserwählt‘ – und niemand lacht."

Aber als ich es suchte, bin ich auf dieses hier gestoßen, das auch nicht verkehrt ist:

"Es ist ganz wahr, was die Philosophie sagt, dass das Leben rückwärts verstanden werden muss. Aber darüber vergißt man den anderen Satz, dass vorwärts gelebt werden muss."

Man hat oft das Gefühl vor lauter reden, diskutieren, analysieren und den anderen in die entsprechende Schublade stecken und diese zu etikettieren, vergessen wir einfach zu leben.
Und so sind wir nichts wie ein Baum, der ohne Frucht bleibt, aber den Boden auslaugt.

Nun sagt uns zwar unser Gott, dass er derjenige ist, der auch bei einem solchen Baum, das ihm Mögliche versucht, nur irgendwann ist es so, wie man es auf alten Grabsteinen lesen kann "Gott sprach das große Amen"
Amen heißt "So ist es" und es bedeutet auch ein Ende.

Man kann sich, angesichts der Welt- und Kirchenlage nur einem der letzten Seufzer Kirgegaards anschließen, der da lautete:

"Ich will Redlichkeit. Auf Verbitterung und Raserei und Ohnmacht und Geschwätz kann ich überhaupt keine Rücksicht nehmen. Ich vertrete auch nicht christliche Strenge gegenüber einer christlichen Milde. […] Ich vertrete menschliche Redlichkeit."

Nur was sollen wir tun, gerade in so Zeiten, wo das klassische "üb immer Treu und Redlichkeit bis an dein kühles Grab", wenn es denn zitiert wird, mit einem ironischen Unterton zitiert wird.

Jedoch der   Psalm gibt Antwort:


Lass mich den Weg begreifen, den deine Befehle mir zeigen,

dann will ich nachsinnen über deine Wunder. -

 Ich wählte den Weg der Wahrheit;

nach deinen Urteilen hab‘ ich Verlangen.

 Gib mir Einsicht, damit ich deiner Weisung folge

und mich an sie halte aus ganzem Herzen. -

 Führe mich auf dem Pfad deiner Gebote!

Ich habe an ihm Gefallen.

 Ich will deiner Weisung beständig folgen,

auf immer und ewig. -


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