Freitag, 30. September 2016

Mit zweierlei Maß!

Auf seltsamen Wegen findet man seltsame Verbündete, ist ein Spruch aus meinem Lieblingsfantasyroman, der genauso wie ich, schon etwas  betagt ist, aber so ist halt das Leben.
Daran musste ich denken,  als ich, beim abendlichen Spaziergang durchs Internet über diesen  Beitrag hier von David Berger stolperte, auch und weil er einige male rebloggt wurde.

Mein Lieblingsfantasyroman ist die  Erdseetriologie von Ursula K. LeGuin, und darin findet sich die beste Beschreibung des Wesens des Bösen, die mir jemals untergekommen ist.
Der Böse ist, im Roman,  ein mächtiger Magier, der sich selber unsterblich gemacht hat, aber auf Kosten seines Lebens und nun an der Grenze zwischen Tod und Leben steht und unsterblich ist, aber eben im Todesreich, was er wusste und was seine freie Entscheidung war.
Im Roman ist es so, wer tot ist ist tot, also nix Hades, oder Seelenwanderung, oder irgendwie Person nach dem Tod, aber dahin, in die Auflösung seines Seins kommt der Magier nun nicht mehr hin, aber richtig lebendig ist er auch nicht. Er steht an der Grenze und kann nicht weiter.
Für frömmere Seelen, Hellmut Laun beschreibt in seinem Buch "So bin ich Gott begegnet" einen ähnlichen Zustand. Man ist durch die Tür vom Leben weg, gegangen, müsste "weiter" aber kann nicht. Steht also und kann nicht vor und nicht zurück.
Auch in Harry Potter gibt es das Bild, die Geister von Hogwarts haben das gleiche Problem.
Es scheint also ein Archetypus zu sein, und wenn ich es mir recht überlege, liegt  das gleiche Motiv auch dem erzbayrischen, volkskatholischen Brandner Kaspar zugrunde.
Nur bei LeGuin ist es eben auch noch richtig dramatisch für das Reich der Lebenden, weil der Magier nun das  Leben an sich zieht, er  lockt es an sich und sobald das Gute, Helle, Lebendige an ihn herangekommen ist, wird es ebenfalls dunkel und tot.
Der böse Gewordene zieht aber das Leben, das Helle an sich, weil er im Kontakt mit dem  Hellen, Guten, Lebendigen das Leben spüren will, dass er aber vernichtet, sobald er damit in Kontakt kommt.
So zieht der Böse das Gute aus zwei Gründen an sich, zum einen, weil er im Kontakt damit, in dem Moment wo das Gute, das Leben ihn berührt, er einen ganz kurzen Moment Anteil am Leben hat, bevor es wird, wie er selber.
zum anderen um es zu vernichten, weil die pure Existenz des lebendigen Lebens, ihm zeigt, wie vergeblich und, im Grunde dumm, trotz aller Macht und im Buch ist Macht immer mit Kenntnis verbunden,  er all seine Macht angewendet hat.

Der Held macht sich nun auf den Weg, dieses Loch, durch das die Welt, das Leben, das Licht, die Schönheit, die Weisheit sozusagen abfließt und dabei unwiederbringlich verschwindet, zu schließen und da findet er dann seltsame Verbündete, auch und weil seine Mitmagiere entweder das Problem nicht sehen wollen, oder bereits ihre Weisheit verloren haben.

Um aber wieder zum Ausgangspunkt zurückzukehren, um ganz so dramatisches geht des dem David Berger nicht, es geht im "nur" um den seltsamen Effekt, dass bei Anschlagen auf Moscheen alles aufschreit, aber bei Anschlägen auf Kirchen alles schweigt
Hier noch mal der Link 

Ich zitiere den Anfang

(David Berger) Der ungeheuerliche Brandanschlag auf die Fatih-Moschee in Dresden hat viele Menschen in Deutschland erschüttert. Voraussetzung dafür war, dass es einen gigantischen Politiker- und Presserummel gab.
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Keine Tageszeitung, kein TV- und Radio-Sender, der von den Vorfällen in Dresden nicht berichtete. Erst seitdem ein Bekennerschreiben von Linksradikalen aufgetaucht ist, wurde es in Politikeretagen und bei unseren Medien ganz schnell erstaunlich still rund um Dresden.
Eine Stille, die bei einem Anschlag, der einige Jahre zuvor in Berlin passierte, gar nicht erst einziehen konnte, da es hier nie einen Medienrummel gab..................

aber. da wir es schon erwähnt haben, für die, die es nicht kennen, hier,
Der Brandner Kaspar in voller Länge. Anschauen! es lohnt sich!


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