Mittwoch, 14. September 2016

Sandro Magister: Der Franziskus- Effekt, mehr Unbeschäftigte in der Kurie

Sandro Magister kommentiert bei www.chiesa den Umbau der Kurie und ihre personellen Folgen, unter dem Aspekt des Franziskus-Effektes.
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      "DER FRANZISKUS-EFFEKT IN DER KURIE: MEHR ARBEITSLOSIGKEIT"
"Dutzende von Angestellten und Offizielle sind durch die Abschaffung ihrer Büros arbeitslos geworden, einschließlich einiger Bischöfe und eines Kardinals.

 


Als zwei neue Dikasterien in diesem Sommer konsolidierten nicht weniger als 6 vorherige Kurienbüros ablösten, war das eine Nachricht.

Die erste Konsolidierung vereinte am 1. September in einem neuen "Dikasterium für die Laien, Familie und das Leben"die Funktion, die bis dahin vom Päpstlichen Rat für die Laien und den Päpstlichen Rat für die Familie -und eine verstärkte Supervision der Päpstlihen Akademie für das Leben und das Päpstliche Johannes Paul II-Institut für Studien zu Ehe und Familie.

Die zweite Konsolidierung wird am nächsten 1. Januar in einem neuen Dikasterium für eine ganzheitlichemenschliche Entwicklung die Funktionen des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, des Päpstlichen Rates "Cor Unum", den Päpstlichen Rat für die Pastoral für Migranten und Reisende und des Päpstlichen Rates für die pastorale Versorgung der Beschäftigten im Gesundheitswesens vereinen.

Für die Leitung des neuen Dikasteriums hat Papst Franziskus den Iren Kevin J.Farell, Bischof von Dallas aus den USA berufen.

Während er als Leiter des zweiten Kardinal Peter Kodwo A. Turkson aus Ghana eingesetzt hat, den früheren Präsidenten des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden.

Diese Ernennungen schafften es auch in die Nachrichten, wie die Vincenzo Paglia vom Päpstlichen Rat für die Familie, als Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben und Großkanzler des Päpstlichen Johannes Paul II Institutes für Familien- und Ehestudien.


Aber über die  dichtgedrängte Menge Vaticanischer Würdenträger, die untätig geblieben sind oder mit anderen Worten nach diesen beiden Konsolidierungen unbeschäftigt.


Für Anfänger- es ist nicht bekannt was aus  dem polnischen Kardinal Stanislaw Rylko, 71, aus dem endenden Päpstlichen Rat für die Laien wird.


Wenn er nicht in sein Heimatland zurückgehen will, um die Diözese von Krakau anstelle des 77-jährigen Kardinal Stanislaw Dziwisz zu leiten, könnte er in der Kurie bleiben oder unbeschäftigt.

Die in Rom möglichen, für ihn zur Verfügung stehenden Posten sind der des Präfekten der Kongregation für die Heiligsprechungen, bei der Kardinal A.Amato das Alter von 78 Jahren überschritten oder der des Erzpriesters der Päpstlichen Basilika Santa Maria Maggiore, wo der spanische Kardinal Santos Abril y Castelló das Alter von 81 Jahren erreicht.




Ebenfalls untätig zurückgelassen wurden der Sekretär und Untersekretär des erloschenen Päpstlichen Rates für die Laien, bzw. der deutsche Bischof Josef Clemens, 69, der frühere Sekretär des damaligen Kardinals Joseph Ratzinger  bevor er durch Georg Gänswein ersetzt wurde und der Spanier Miguel Delgado Galindo, 53, dessen aktueller Status als Unbeschäftigter identisch ist mit dem des Untersekretärs des früheren Pontifikalen Rates für die Familie, Carlos Simón Vazques, 50, auch er ein Spanier und Opus-Dei-Mitglied.


Mit dem entstehen des neuen Dikasteriums für die ganzheitliche menschliche Entwicklung steigt die Zahle der Arbeitlosen weiter.

Hier folgt eine Liste zukünftig Nichbeschäftigter
Und eine Liste nicht-exekutiver 50 Laien-Mitarbeiter, die ebenfalls ersetzt werden.

Diese erwähnten 50 Laien-Mitarbeiter sollten nicht in Gefahr sein, weil Papst Franziskus wiederholt gesagt hat, daß er niemals einen Familienvater oder eine Familienmutter entlassen würde. Aber für die 18 Kleriker und 4 Ordensleute mag ein anderes Schicksal warten. Jeder von ihnen könnte zum Packen und dann ins Blaue geschickt werden, zurück in ihre Diözese oder Kongregation.

Um etwas über ihr Los zu erfahren- wie über das der 13 offiziellen Mitarbeiter des abgeschafften Päpstlichen Rates für soziale Kommunikation (2 Kleriker und 11 Laien) und das der 4 noch im nicht mehr aktiven Stab der Präfektur für Wirtschaftsfragen (1 Kleriker und 3 Laien), genügt es, auf die Veröffentlichung des nächsten Pontifikalen Jahrbuches mit der up-gedateten Organisationsstruktur der gesamten Kurie zu warten.

Also ist nach der Konsolidierung von 6 Päpstlichen Räten und ihrer Überführung in 2 neue Dikasterien der einzig im Ungewissen Verbleibende Kardinal Turkson- und in abgemildeter Form Paglia, dessen Job sein wird, das Johannes Paul II Institut für Familien-und Ehestudien auf Linie und dazu zu bringen, Franziskus´ neues Lehramt zu propagieren, selbst wenn es -wie bei der Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen- von dem abweicht, was der Heilige Pontifex verteidigt und unterstützt hat, dessen  Namen es trägt.
Ein bißchen wie das, was den Seminaren passierte, die vom Hl- Pius X gegründet und nach ihm benannt wurden, um die zukünftigen Priester vor dem Modernismus zu bewahren, die ab einem bestimmten Zeitpunkt selber begannen, Lehren zu verbreiten, die zu seiner Zeit als modernistisch angesehen worden wären, während sie immer noch den Namen ihres Gründers tragen.

Zwei letze Beobachtungen
Zum ersten mal in der Geschichte der Kurie gibt es jetzt Dikasterien, die offiziell ...Dikasterien genannt werden. Diese offensichtliche Tautologie ist nicht erklärt worden und es ist nicht klar, ob das endgültig ist oder temporär- im Hinblick auf eine organische Reform der Kurie, die noch nicht in Sichtweite ist.

Temporär jedoch- wörtlich "ad tempus"- ist die direkte Übernahme der Leitung der geplanten Sektion für Flüchtlinge und Migranten im neuen Dikasterium für ganzheitliche menschliche Entwicklung durch Papst Franziskus.

Das ist eine ganz und gar präzedenzlose Entscheidung, wie Andrea Tornielli in LaStampa betont, während es keine Grundlage für die faszinierende Idee, die die Agentur Zenit vorgeschlagen hat, nach der diese Entscheidung ihre Wurzel in der von Paul VI gewünschten Kurienreform hat, dem der Plan zugeschrieben wird, selbst die Leitung bestimmter Kongregationen zu übernehmen, wie die des Sant´ Uffizio und die der Bischofkongregation. Als in Wirklichkeit mit der Montinischen Kurienreform das genaue Gegenteil geschah.

Zu den Kurienämtern, die ihre Nützlichkeit überlebt haben, ist die Präfektur für Wirthaftsbelange, de facto ersetzt durch das neue Sekretariat für die Wirtschaft, dem Kardinal Pell vorsteht.

Unerklärlicherweise ist es aber nicht abgeschafft worden. Und seine Mitarbeiter und Offiziellen sind immer noch auf ihren Posten, einschließlich des Sekretärs der Organisation, dem spanishen Prälaten Lucio Vallejo Balda, der wegen der Veröffentlichung vertraulicher Dokumente zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt wurde."

Quelle: www.chiesa, Sandro Magister
  

1 Kommentar:

  1. Ich muss hier ganz ehrlich sagen, dass ich es nicht schlimm finde, wenn Kleriker, gerade Ordensleute sozusagen "arbeitslos" in dem Sinne werden, wie oben erwähnt.
    Sorgen muss ja dann, meines Wissens, der Orden für sie, dass sie nicht verhungern und auf der Straße schlafen müssen.
    Und zu tun haben sie auch immer genug, beten, Messe feiern.
    Allerdings habe ich mal, ich meine in "Salz der Erde" gelesen, dass der Vatikan weniger Mitarbeiter habe, als die Erzdiözese München, von daher dürfen wir doch gespannt sein, ob die Verschlankung der Verwaltung der Kirche, weiter geht.

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