Samstag, 24. September 2016

Santa Maria delle Grazie in Mailand: Weltkulturerbe


Margherita Del Castillo kommentiert in La Nuova Bussola Quotidiana die Aufnahme des Konvents von Santa Maria delle Grazie in Mailand, dem Kloster, in dem Leonardo da Vinci das "Letzte Abendmahl" schuf, ins Weltkulturerbe. Hier geht´s zum Original:  klicken

"DAS KONVENT IN DEM LEONARDO DAS LETZTE ABENDMAHL MALTE"
"Der dominikanische Predigerorden wurde vor cirka 800 Jahren vom Spanier Domenico di Guzman gegründet, mit dem Ziel durch sein Beispiel eines Lebens im Gebet und in Armut - die Katharer zu bekämpfen, eine der am weitesten verbreiteten mittelalterlichen Ketzereien.
Die Kirche hat ihn 1234 heilig gesprochen. Seit 1459 lebt eine ständig wachsende Gemeinschaft der Predigermönche-ihrem Charisma folgend-im Konvent Santa Maria delle Grazie in Mailand.


                                                     La chiesa di Santa Maria della Grazie a Milano

Das Gelände, auf dem der gesamte Komplex errichtet wurde, wurde den Mönchen vom Grafen Gaspare Vimercati, Hauptmann der Sforza-Truppen, geschenkt. Auf diesem Areal im Grünen existierte nur eine kleine Kapelle, die das Bild der Madonna delle Grazie mit dem ausgebreiteten blauen Mantel hütete: dieses Ambiente, dessen Seitenwände mit Fresken aus dem 14. Jahrhundert bedeckt sind, die den Ewigen Vater zeigen und mit entschieden jüngeren Stuckaturen, bilden noch heute das Herz des gesamten Bauwerks.
       
                                  L'Ultima Cena di Leonardo

1463 legte der Architekt Giuniforte Solari, Chefingenieur der Zeit, den Grundstein für die zu errichtende Mailänder Kathedrale.
Die Solari-Basilika wurde sofort als Ausdruck der gotischen Tradition der Lombardei konzipiert und in den folgenden 20 Jahren vollendet.
Die Terracotta-Fassade im Stil einer Hütte wird von Pfeilern unterteilt.
Das Zentralportal aus candoglianischem Marmor in klassischem Stil, verdankt sich wahrscheinlich dagegen einem ersten Auftrag von Ludovico il Moro, Senator in Mailand, der inzwischen die Kirche als zukünftiges Mausoleum für sich und seine Familie ausgewählt hatte.
Er war es, der den Urbino stammenden Architekten Donato Bramante anstellte, der zu diesem Zweck die gesamte Neugestaltung der  Apsis delle Grazie in eine monumentale Tribüne unternahm. Das war 1492.





Die Proportionen der drei Schiffe folgen in ihrer Raumanlage der Funktion des besonderen Zwecks des Dominikanerordens: der Predigt.
Seitenwände und   sind mit farbigen Motiven verziert, unter denen das Strahlenrad, das Symbol des Hauses Visconti, immer wieder auftaucht.
In den Nischen über den Rundfenstern und Pfeilern der Seitenschiffe und in den Lunetten des Hauptschiffes sehen wir perspektivisch verkürzt Statuen und Büsten der Heiligen und Seligen Dominikaner.

Der Korpus der Basilika fließt in der Bramante-Tribüne zusammen, wo die Architektur gigantisch wird, imponierend. Geometrisch ist der Grundriss ein Quadrat, das von einer großartigen, ausgemalten Kuppel überwölbt wird. Und die Zeichnungen zwischen den Bögen stellen die Kirchenlehrer dar,  
Im Zentralbau öffnen sich zwei halbkreisförmige Apsiden und der Chor, eine anderer Würfel,  der mit einem Schirmgewölbe überdacht ist.

Seit ihrer Entstehung war die Kirche Santa Maria delle Grazie und ihr Kloster ein Bezugspunkt für alle Mailänder, die zur Madonna kamen und kommen, um ihre Hilfe zu erflehen.
In der Vergangenheit wetteiferten die reichsten Familien bei der Verschönerung der Seitenkapellen, von denen einige während der Bombardierungen im 2. Weltkrieg schwer beschädigt wurden.

Auf einer Wand des Refektoriums des Kloster malte Leonardo da Vinci sein berühmtes "Letztes Abendmahl", das zusammen mit der Kirche delle Grazie in die Unesco-Auswahl des Weltkulturerbes aufgenommen wurde.

Quelle: La Nuova Bussola Quotidiana, Margherita Del Castillo





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