Dienstag, 13. September 2016

Was Erzbischof Gänswein gestern in München bei der Pressepräsentation von "Letzte Gespräche" sagte


Angela Ambrogetti berichtet heute bei ACI La Stampa über die Pressepräsentation des Interviewbuches "Letzte Gepräche" durch Erzbischof Georg Gänswein im Münchener Literaturhaus.
Hier geht´s zum Original:   klicken

"GÄNSWEIN: BENEDIKT XVI LÄSST MICH AN DEN KLEINEN PRINZEN DENKEN"

                    

Ein Gespräch vom Herz zu Herzen-zwischen zwei Bayern, sicher kein hard talk, in dem der Journalist den Interviewten "auf den Grill" legt.
So beschriebt Erzbischof Georg Gänswein, Präfekt des Päpstlichen Hauses und Privatsekretär von Benedetto XVI das Buch "Letzte Gespräche" von Peter Seewald.

Bei der offiziellen Presse-Präsentation, heute morgen im Literaturhaus in München, hat der Präfekt die Hauptpassagen der Gespräche wiederholt. die gleichzeitig die wichtigsten Etappen des Lebens Joseph Ratzingers betreffen. 
Emotionen, die der Interviewer auch im Buch wiedergibt, in dem er Lächeln, Lachen und Tränen Benedettos XVI notierte. 
So berichtet Gänswein auch von den eigenen und unterstreicht noch einmal, daß das einzige Motiv für die Demission nur die physische Schwäche des Papa emeritus war.

Eine Entscheidung die in Unschuld und Entschiedenheit getroffen wurde, wie damals als der junge Joseph Ratzinger während des Krieges im Mai 1945 entschied: "Ich muß nach Hause zurück kehren." Und er tat es, riskierte alles rettete alles.

"Aber es ist gut gegangen, nicht schlecht" sagt Ratzinger und Gänswein schließt: "Ich muß zugeben, als ich das las, hatte ich eine Art Erfahrung des déja vu, das in einem gegenteiligen Sinn in mir die Frage entstehen ließ, ob in dieser bestimmenden Jugenderfahrung, die ihm das Leben rettete, nicht auch der gesuchte Schlüssel zu finden ist für diesen spektakulären Schritt, den er am Ende seines Lebens tat, als er im Sommer 2012-sicher wie ein Nachtwandler- tausend Hindernisse und gute Argumente überwand, ein zweites mal - einfach und still "beschloss, nach Hause zurück zu kehren."

Der Erzbischof unterstreicht, wie klar das Buch den Charakter Benedikts XVI werden läßt, weit von jedem Taktieren und politischen Spiel entfernt und wie wichtig es für ihn war, Professor zu sein, auch wenn einige diese Charakteristik als Waffe gegen ihn verwendeten.





"In einem gewissen Sinn"- erklärt Gänswein- "wirkt dieses Buch auf unspektakuläre Weise entschieden als letzte Dekonstruktion des alten Bildes, das Freunde und Feinde von ihm haben. Aber er erlaubt dem Interviewer nicht, ihn auf ein Podest zu stellen. Er widersetzt sich nachhaltig und zurückweisend der Errichtung eines Monuments seiner selbst und sabotiert heiter und liebenswürdig jedes mal jeden Versuch seiner Heiligsprechung zu Lebzeiten. Darüber hinaus -in kritisch-historischen Worten- demythologisiert er sich dauernd selbst, auch gegenüber Peter Seewald."

Ein Gespräch in dem die Einfachheit und Unschuld heraussticht, in dem der selbe, so gelehrte Mann der Kirche, mehr als einmal mit seinen Antworten wie ein unschuldiges Kind erscheint, geheimnisvoll und unergründlich, das lange auf dem Thron Petri gesessen hat;
Ein Kind des Heiligen Geistes, das mit Hilfe brillanter Analysen alles erzählt, wenn es sich im Spiel vergnügt. Es bedurfte auch einer starken Seele, um all diese Schweinereien zu ertragen, die z.B. unter seinen Augen passierten, als er Oberhaupt der Glaubenskongregation war.
Ein großes Kind Gottes, mit einer entwaffnenden Milde, das -wie der Hl. Augustinus- leidenschaftlich versuchte, dieses "immer" zu erreichen, von dem Psalm 105 sagt: "Sucht immer sein Angesicht";
Ein Kind, das noch nach Hause zurückkehren will, wie wir als wir Kinder waren."

Aber er enthüllt sich hier als tiefgründiger Mensch, der sanft über eine lange zurückliegende Epoche lächelt, in "quasi prähistorischen Zeiten", wie er selbst einmal ironisch kommentierte. Trotz seiner Intelligenz und außerordentlichen erleuchteten Kultur, erscheint er weit entfernt von einem arroganten Machtverliebten und furchteinflößenden Inquisitor, wie er besonders von seinen "Nichtfreunden" beschrieben wurde.

"Persönlich"- schließt der Erzbischof und Sekretär Benedikts XVI-" entsteht in mir deshalb die Lektüre dieser Unterhaltung mehr als einmal das gewagte Bild des "Kleinen Prinzen" von Antoine de Saint-Exupéry, wenn es mir erlaubt ist, es dauernd zu verwenden, des Poeten des Himmels und französischen Piloten;
Und wenn ich das dann habe, muß ich selber lächeln: ein kleiner päpstlicher Prinz in roten Schuhen (den Schuhen des Fischers), der von einem weit entfernten Stern als Bote des Himmels in unsere Zeit gefallen ist; auch wenn ich es- aus direkter Anschauung besser als jeder andere weiß, der sich nicht mit dieser poetischen Figur, die Joseph Aloisius Ratzinger ist, die Benedikt XVI ist, beschäftigt hat."

Quelle: ACI LaStampa, A.Brogetti

"Getroffene Hunde beißen..." 
Auch die Münchner Kirchennachrichten berichten online von der Pressekonferenz-bei der natürlich außer EB Gänswein auch der Autor Peter Seewald anwesend war. 
Zum interessanten MKN-Bericht geht es hier:  klicken


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