Mittwoch, 5. Oktober 2016

Die New York Times fragt: "Ist Papst Franziskus gescheitert?"

Marco Tosatti, Vaticanist von LaStampa veröffentlicht Ausschnitte aus dem Leitartikel der New York Times, der die Frage aufwirft, ob Papst Franziskus gescheitert ist.
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"IST PAPST FRANZISKUS GESCHEITERT? WENN DAS DIE NEW YORK TIMES FRAGT..."

"Ist Papst Franziskus gescheitert? Nein, wenn sie den armen Blogger fragen, aber diese Frage ist der Titel des Leitartikels der New York Times von Matthew Schmitz, der auch für das blog "First Things" verantwortlich ist.
Wir bringen hier einige Auszüge, weil es schwer sein dürfte etwas Gleichwertiges in einer italienischen (und deutschen) Zeitung zu finden, außer bei einigen raren Ausnahmen, und sehr viel schwieriger bei den größeren Ausgaben.

Der Leitartikler erinnert an die Wahl, die Verblüffung über die außerprotokollarische und außerprogrammatische Wahl, "Die Beobachter haben vorausgesagt, daß die Wärme, die Demut und das Charisma einen "Franziskuseffekt"bewirken würden, der die zerstreuten Katholiken in die Kirche zurück bringen würde, die nicht mehr so restriktiv und kalt erschien."

Schmitz erinnert daran, daß ein Biograph des Papstes vorhersagte, daß der weiche Standpunkt Bergoglios beim Thema Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen "eine Rückkehr auf breiter Basis in die Pfarrgemeinden ins Lebens rufen könnte".

Haben sich angesichts seiner Popularität diese Vorhersagen bewahrheitet?
"Kommen die Katholiken zurück? Zumindest in den USA ist das nicht passiert. Das Resultat einer Untersuchung des darauf spezialisierten Zentrums der Georgetown-Universität zeigt, daß es keinen Franziskus-Effekt gegeben hat. Oder jedenfalls keinen positiven.
2008 gingen 23% der amerikanischen Katholiken jeden Sonntag zur Messe. 8 Jahre später ist die Anwesenheit bei den Messen gleich geblieben, bei 22%."
Und nicht gerade beruhigende Daten kommen auch vom Aschermittwoch: 2008 haben 50% der "Millenials" das Aschekreuz empfangen, dieses Jahr waren es nur 41%.
Angesichts der persönlichen Popularität, scheinen sich die Jungen vom Glauben zu entfernen."

Schmitz denkt, daß die häufigen und wiederholten Vorwürfe des Pontifex gegen die Katholiken eine der Komponenten dieses Phänomens sind.
"Er beschreibt die Priester der Pfarreien als "kleine Monster", die auf die armen Sünder "Steine werfen". Er hat der Kurie die Diagnose "spirituelles Alzheimer" gestellt.
Er beschuldigt die Pro-life-Aktivisten von der Abtreibung "besessen zu sein" usw.

Diese Anschuldigungen demoralisieren die katholischen Gläubigen, ohne denen, die sich entfernt haben, einen guten Grund zu geben, zurück zu kehren. Warum sich mit einer Kirche vereinen, deren Priester kleine Monster sind, die es lieben mit Steinen zu werfen? Wenn der Papst persönlich den inneren spirituellen Zustand bei der Befolgung der Riten bejubelt, gibt es wenig Motivation sich in die Schlange vor dem Beichtstuhl einzureihen, oder früh aufzustehen, um zur Messe zu gehen."

Schmitz stellt fest, daß auch auf der Ebene der Reformen die Erwartungen enttäuscht worden sind. Und er bekräftigt: "Franziskus hat seine Popularität auf Kosten der Kirche, die er leitet, aufgebaut. Aber diejenigen, die eine stärkere Kirche sehen wollen, müssen auf einen anderen Papst warten.....der sich einem feindlichen Zeitalter aus dem einfachen Grund entgegenstellt, daß der Katholische Glaube nicht populär sein muß, sondern sich mit der Zeit als wirkungsvoller erweisen kann.
Auch Christus wurde von der Menge mit Hohn empfangen."

Quelle: Marco Tosatti, LaStampa, NYT, M.Schmitz 

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