Freitag, 7. Oktober 2016

Die Reform der Reform.... was Papst Franziskus zu Kardinal Sarah sagte.

Das neue Buch Kardinal Sarahs "Die Kraft des Schweigens" macht bei den Vaticanisten die Runde. Heute befaßt sich Sandro Magister damit- und legt den Focus auf die "Reform der Reform" und auf das Verhältnis des Pontifex zu seinem Präfekten. Was dabei herausgekommen ist, kann man bei www.chiesa lesen. Hier geht´s zum Original:   klicken

  "DIE REFORM DER REFORM WIRD KOMMEN."DER PAPST WILL SIE, AUCH"

Das ist es, was Franziskus privat Kardinal Sarah sagte, nur um die ganze Sache hinterher in einem Statement zu leugnen. Aber der Präfekt der Liturgie-Kommission verspricht sie erneut, in einem Buch, das ab heute unter dem Titel "Die Macht des Schweigens" verkauft wird.                                                  

Zu Kardinal Sarah kultiviert Papst Franziskus eine Beziehung mit zwei deutlich unterschiedlichen Profilen. Gutwillige Fassade und aus der Distanz feindlich.
Sarah wird als einer jener Kirchenmänner mit "steinernem Herzen" angesehen, gegen die der Papst oft austeilt, ohne Namen zu nennen, z.B: in der Rede am Ende der Synode am 24.Oktober 2015.

 "Die verschlossenen Herzen, die sich hinter der Kirchenlehre verstecken" 

Und es war Sarah, dieses mal mit Vor-und Nachnamen, der in seiner Eigenschaft als Liturgie-Präfekt, der in diesem Sommer Ziel einer präzedenzlos erniedrigenden Aussage des Pressebüros des Hl. Stuhls gegen seinen Plan "Reform der Reform" war.

"Jesus wird von Osten wiederkommen. Aber im Vatican haben sie den Kompass verloren."  

"Aber wer kann in treffen? Er ist Afrikaner und erfreut sich großer Popularität" flüstern sie am Hof von Papst Franziskus.
Tatsächlich ist Kardinal Sarah, 71, aus Guinea in Afrika ist heute eine Person ersten Ranges in der Kirche, der es zu außerordentlicher Berühmtheit und universaler Bewunderung gebracht hat, Dank eines Buches, das im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde und das sowohl autobiographische Züge trägt als auch die einer spirituellen Meditation-im Stil einer Beichte- trägt. Titel "Gott oder nichts", von dem bisher 335.000 Exemplare in 13 Sprachen verkauft wurden. 

Und jetzt kehrt Sarah mit einem großen neuen Buch in die Arena zurück. "Die Kraft des Schweigens"
Wie das vorhergehende wird es von Nicolas Diat herausgegeben und endet mit einer ergreifenden Unterhaltung zwischen dem Kardinal und dem Abt der Grande Chartreuse in den französischen Alpen, Dom Dysmas de Lassus.

Das Buch wird seit vorgestern, dem Fest des Hl. Bruno, Gründer des Karthäuser-Mönchstums, verkauft -bisher nur in einer französischen Ausgabe bei Fayard, aber es wird bald in Italienisch, Englisch und Spanisch bei Cantagalli, Ignatius-Press und Palabra herauskommen.

"Gegen die Diktatur des Lärms"- steht im Untertitel. Und tatsächlich ist der ohrenbetäubende Lärm der modernen Gesellschaft, der sogar in die Kirche eingedrungen ist, der Soundtrack dieses Nichts, dieses Gottvergessens, das Zentrum des vorherigen Buches ist.
Während es vice versa nur die Stille ist, die uns erlaubt, die "Musik Gottes zu hören".

Sarahs Meditation berührt das Leben der Kirche zutiefst, Es gibt häufige Bezugnahmen auf die Liturgie und auf die häufig unordentliche Form, in der heute diese "göttliche Anbetung" zelebriert wird, ....




Einige dieser Passagen- sowohl kritische als auch ermutigende- werden hier wiedergegeben.
Und da ist vor allem besonders eine- die letzte, die hier präsentiert wird- und die zeigt, daß Kardinal Sarah sich auf keine Weise angesichts der Hindernisse, die ihm fortwährend von jeder Seite in den Weg gestellt werden, abfindet. Da plädiert der Kardinal auch noch einmal nachdrücklich dafür, daß das stattfinden wird, was das Statement des letzten Sommers blockieren sollte, diese "Reform der Reform" der Liturgi , ohne die die Zukunft der Kirche auf dem Spiel steht.

Unter vier Augen hatte Papst Franziskus Sarah bei der Audienz-warm wie immer-die er ihm Anfang April gewährte-gedrängt, mit der Reform der Reform fortzufahren, wie der Kardinal hinterher berichtete.

Aber dann- aus der Distanz- und zwei Tage nach einer weiteren freundlichen Audienz- wurde im Juli das Veto ausgesprochen, in jenem verräterischen Statement einer anonymen-aber von Santa Marta bestätigten Quelle.

Als Mann des Glaubens sichert Sarah dem Papst Gehorsam zu. Oder zumindest dem ersten der beiden Franziskusse, denen er sich gegenüber sieht,

"DIE REFORM DER REFORM WIRD STATTFINDEN. DIE ZUKUNFT DER KIRCHE  STEHT AUF DEM SPIEL." 
aus "La force du silence", Fayard, 2016

                        "DER LEIB CHRISTI FÜR ALLE. UNTERSCHIEDSLOS"

Einige Priester behandeln heute die Eucharistie mit völliger Geringschätzung. Sie sehen in der Messe ein Wohltätigkeitsbankett, bei dem die Christen, die der Lehre Jesu treu sind, wiederverheiratete Geschiedene, Männer und Frauen in ehebrecherischer Situation, Ungetaufte Touristen unterschiedslos an der Eucharistischen Feier großer anonymer Massen am Zugang zum Leib und Blut Christi teilhaben können.

Die Kirche muß dringend die kirchliche und pastorale Angemessenheit dieser riesigen Eucharistischen Feiern mit Abertausenden von Teilnehmern prüfen. Es besteht die große Gefahr, die Eucharistie, das große Mysterium des Glaubens, "in ein vulgäres Fest zu verwandeln und den Leib und das kostbare Blut Christi zu profanieren.
Die Priester, die die Hl. Hostie austeilen, ohne irgendwen zu kennen, und den Leib Christi unterschiedslos jedem, ob Christ oder Nichtchrist - zu geben, nehmen an der Profanierung der Hl. Opfers der Eucharistie teil. Jene, die Autorität in der Kirche haben, werden schuldig -durch freiwilliges Komplizentum, indem sie Sakrileg und Profanation des Leibes Christi in diesen gigantischen und lächerlichen Selbstfeiern zulassen, wo man kaum wahrnehmen kann, daß man den Tod des Herrn verkündet, bis er wiederkommt, (1Kor 11, 26)

Priester, die dem Gedächtnis Jesu untreu geworden sind bestehen eher auf dem festlichen Aspekt und der brüderlichen Dimension der Messe als auf dem blutigen Opfer des Kreuzes.
Die Wichtigkeit der inneren Disposition und der Notwendigkeit uns mit Gott zu versöhnen, indem wir durch das Sakrament der Beichte gereinigt werden, ist heute nicht länger modern.
Mehr und mehr verdunkeln wir die Warnung des Hl. Paulus an die Korinther: "Denn so oft  ihr von diesem Brot eßt und aus dem Becher trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn bis er wiederkommt. Wer also auf unwürdige Weise das Brot ißt und aus dem Kelch des Herrn trinkt- macht sich schuldig, Leib und Blut des Herrn. Jeder prüfe sich aber selbst prüfen und dann esse er von dem Brot und trinke aus dem Becher. Denn wer davon ißt und trinkt, der ißt und trinkt sich das Gericht, wenn er den Leib nicht unterscheidet. Deshalb sind so viele von euch schwach und krank."( 1 Kor, 11, 27-30)

                       "VIELE PRIESTER,  DIE TRIUMPHIEREND EINZIEHEN...."
Wie ist es möglich, zu Beginn der Eucharistischen Feier, Christus der sein Kreuz trägt und voller Schmerzen unter dem Gewicht unserer Sünden zum Opferplatz schreitet, zu eliminieren?
Es gibt viele Priester, die triumphierend einziehen und nach rechts und links winkend zum Altar gehen, um freundlich zu erscheinen, Beobachten Sie das traurige Schauspiel gewisser Eucharistischer Feiern,,,,
Warum soviel Weltlichkeit und Leichtsinn im Augenblick des Heiligen Opfers? Warum soviel Profanierung und Oberflächlichkeit angesichts der außerordentlichen priesterlichen Gnade, die uns fähig macht, den Leib und das Blut Christi durch Anrufung des Hl. Geistes in Substanz zu erwecken,
Warum glauben einige von ihnen, daß sie verpflichtet sind, Eucharistischen Gebete zu improvisieren oder zu erfinden, die die göttlichen Worte in einem Bad eitlen menschlichen  Tuns auflösen. Reichen die Worte Christi nicht aus, so daß eine Verbreitung rein menschlicher Worte benötigt wird? In einem so einzigartigen und essentiellen Opfer- besteht da die Notwendigkeit für diese subjektive Einbildung und Kreativität?  "Und im Gebet häuft nicht leere Worte an, wie die Heiden es tun; weil sie denken, daß sie wegen der vielen Worte gehört werden?" hatte Jesus uns gewarnt (Matth.6,7)

     "PROZESSIONEN DIE VON UNENDLICHEN TÄNZEN BEGLEITET WERDEN"
Wir haben den tiefsten Sinn des Offertoriums verloren. Dennoch ist das der Moment, wie der Name anzeigt, in dem das gesamte christliche Volk sich selbst opfert,  nicht an der Seite Christi aber in ihm, durch dieses Opfer, das bei der Konsekrierung realisiert wird. Das II. Vaticanische Konzil hat diesen Aspekt auf bewundernswerte Weise unterstrichen, indem es auf der Priesterschaft der Laien durch die Taufe bestand, die wesentlich darin besteht, uns selbst zusammen mit Christus als Opfer an den Vater anzubieten [...]

Wenn man im Offertorium nichts anderes sieht als die Vorbereitung der Gaben, als praktische und prosaische Handlung, gibt es die große Versuchung Zeremonien hinzuzufügen und zu erfinden, um das , was als Leere wahrgenommen wird, aufzufüllen. Ich beklage die Offertoriumsprozessionen in manchen afrikanischen Ländern, lang und laut, begleitet von nicht endenden Tänzen.
Die Gläubigen bringen alles Arten von Produkten und Objekten, die nichts mit den Eucharistischen Opfer zu tun haben. Diese Prozessionen folkloristischer Darstellungen, die das blutige Opfer Christi am Kreuz entstellen und uns vom Eucharistischen Mysterium entfernen: aber das muß ernsthaft und gesammelt gefeiert werden, weil auch wir in seinen Tod und sein Opfer an den Vater eingetaucht sind. Die Bischöfe meines Kontinents sollten Maßnahmen ergreifen, um die Feier der Messe davor zu bewahren, eine kulturelle Selbstfeier zu werden, Der Tod Gottes aus Liebe zu uns steht über jeder Kultur.

                                             "NACH OSTEN GEWANDT"
Es reicht nicht, einfach mehr Stille vorzuschreiben. Damit jeder versteht, daß die Liturgie uns inwendig auf den Herrn hinwendet, wäre es hilfreich, wenn wir während der Feier alle zusammen- Priester und Gläubige- unser Gesicht dem Osten zuwendeten- der durch die Apsis symbolisiert wird.

Dieses Praxis bleibt absolut rechtmäßig. Sie hält sich an den Buchstaben und Geist des Konzils. Da ist kein Mangel an Zeugnissen aus den ersten Jahrhunderten der Kirche. "Wenn wir aufstehen, um zu beten, wenden wir uns nach Osten" sagt der hl Augustinus, als Echo einer Tradition, die bis auf die Apostel selbst zurück geht, wie der Hl. Basil bezeugt. Due Kirchen sind von den ersten christlichen Gemeinden an für das Gebet geplant worden, die Apostolische Konstitution aus dem 4. Jahrhundert empfiehlt, daß sie nah Osten ausgerichtet sein sollen. Und wenn der Altar nach Westen zeigt, wie in St. Peter in Rom, muß der Zelebrant sich nach Osten wenden, dem Volk gegenüber.

Diese körperliche Ausrichtung beim Gebet ist nichts anderes als ein Zeichen für die innere Ausrichtung [...] Lädt der Priester nicht das Gottesvolk dazu ein, ihm zu Beginn des großen Eucharistischen Gebetes zu folgen, wenn er sagt: "Erhebet die Herzen"  und das Volk antwortet "Wir haben sie beim Herrn"?

Als Präfekt der Liturgiekongregation bin ich gewillt, wieder daran zu erinnern, daß die Zelebration versus orientem durch die Rubriken des Missale autorisiert ist, weil sie apostolische Tradition ist.
Man braucht keine spezielle Autorisierung um auf diese Weise zu zelebrieren- Priester und Volk sehen den Herrn an. Wenn es physisch unmöglich ist, ad orientem zu zelebrieren, muß ein auf dem Altar gut sichtbar ein Kruzifix plaziert werden- als Bezugspunkt für alle. Christus am Kreuz ist der Christliche Osten."

        "SO GOTT WILL WIRD ES EINE REFORM DER REFORM GEBEN"
Ich weigere ich Zeit damit zu  verschwenden, eine Liturgie der anderen gegenüber zu stellen, oder den Ritus des Hl. Pius V dem des Sel. Pauls VI. Was nötig ist,  ist in die große Stille des Liturgie einzutreten.Man muß sich selbst ermöglichen, durch Latein oder östliche Liturgieformen bereichert zu werden, die die Stille bevorzugen. Ohne diese kontemplative Stille wird die Liturgie eine Gelegenheit zu hassenswerten Spaltungen und ideologischen Konfrontationen bleiben anstatt der Platz für unsere Einheit und unsere Kommunion im Herrn zu sein. Es ist höchste Zeit in diese, den Herrn anschauende, liturgische Stille einzutreten, die das Konzil wieder herstellen wollte.

Was ich jetzt sagen will, ist kein Widerspruch zu meiner Unterwerfung und zu meinem Gehorsam gegenüber der obersten Autorität der Kirche. Ich wünsche mir sehr und demütig, Gott, der Kirche und dem Hl. Vater mit kindlicher Hingabe und Ernst zu dienen. Aber ich hoffe, daß "so Gott will, wenn er es will, für die Liturgie eine Reform der Reform stattfinden wird. Trotz des Zähneknirschens wird sie stattfinden, weil die Zukunft der Kirche auf dem Spiel steht.

Die Liturgie zu  beschädigen, bedeutet die Beziehung zu Gott und den konkreten Ausdruck unseres christlichen Glaubens zu beschädigen. Dem Wort Gottes und der doktrinalen Lehre der Kirche wird noch zugehört, aber die Seelen, die sich Gott zuwenden wollen, ihm das wahre Opfer von Lobpreis und Verehrung bringen wollen, werden nicht länger von Liturgien gefangen genommen, die zu horizontal, zu anthropozentrisch und festlich sind und oft lauten und vulgären Veranstaltungen ähneln. Die Medien haben das Hl. Meßopfer, die Erinnerung an den Tod Jesu am Kreuz für die Rettung unserer Seelen komplett vereinnahmt und in ein Spektakel verwandelt.
Der Sinn für das Mysterium verschwindet durch Veränderungen, permanente Anpassungen, autonome und individuelle Moden -um unsere moderne, profane, durch Sünde, Säkularismus und die Zurückweisung Gottes geprägte Mentalität zu verführen.

In vielen westlichen Ländern sehe wir die Armen die Katholische Kirche verlassen, weil sie von übelwollenden Personen belagert wird, die sich selbst als Intellektuelle stilisieren und die Niedrigen und Armen verachten. Das ist es, was der Hl. Vater laut und deutlich verurteilen muß. Weil eine Kirche ohne die Armen nicht länger die Kirche ist sondern nur noch ein "Club".
Wieviele Tempel im Westen sind heute leer, geschlossen, zerstört oder in Verachtung für ihre Heiligkeit und ihren ursprünglichen Zweck in profane Strukturen umgewandelt. Ich weiß wie viele Priester und Gläubige es gibt,die ihren Glauben mit außerordentlichem Eifer leben und jeden Tag kämpfen, um die Aufenthaltsorte Gottes zu erhalten und bereichern."

Quelle: S.Magister, www.chiesa. Kard. R.Sarah, "La Force du Silence"


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