Freitag, 7. Oktober 2016

Heute vor 445 Jahren....Lepanto

Zur Feier des Tages haben wir unseren alten Beitrag von vor 4 Jahren zu dieser denkwürdigen Seeschlacht wieder hervorgeholt. Hier ist er:

                7.  OKTOBER 1571 - SEESCHLACHT BEI LEPANTO

Bei Lepanto / Peleponnes entschied sich heute vor 445 Jahren das Schicksal zumindest der westlichen Mittelmeerinseln- und Küsten. Sie wurden vor den bis dahin drohenden Eroberungsfeldzügen der osmanischen Flotte bewahrt. Leider traf das nicht für die Eroberungen zu Lande zu- um die abzuwehren, war die Heilige Liga ob der Partikularinteressen der beteiligten weltlichen Fürsten zu schwach. Was also war geschehen?
Freitag, 29.Mai 1453 war Konstantinopel dem praktisch seit 500 Jahren andauernden Ansturm der Turkstämme aus der Tiefe Asiens und dann der Osmanen zum Opfer gefallen- das 2.Rom, Wirkstätte des Apostels Andreas, Sitz des Konzils und des Ökumenischen Griechischen Patriarchates, Stupor Mundi mit der prächtigsten Kirche der Christenheit, der Hagia Sophia, am 1.8.1571 war auch Zypern, venezianische Besitzung, nach langer Belagerung Beute der Osmanen geworden.
Der Festungskommandant von Famagusta aus altem venezianischen Adel, Bragadino, hatte am Ende die Stadt übergeben müssen- ihm war freies Geleit und Schonung der Bevölkerung zugesagt worden.
Leider war dieses Versprechen wohl der Taqqya geschuldet-denn der unglückliche Bragadino wurde lebendig gehäutet, seine Haut im Triumph nach Istanbul gebracht und dort ausgestellt- den Venezianern und den Christen zur Abschreckung.
Das sprach sich im gesamten Abendland herum.

Nun war für die Signoria der Lagungenstadt das Maß voll und sie gaben- endlich und viel zu spät müssen wir heute sagen- dem schon jahrelangen Drängen von Papst Pius V nach, die christlichen Staaten mögen die Hl. Liga zur Verteidigung der christlichen Länder und Inseln im östlichen Mittelmeer wirkungsvoller unterstützen.
Außer Venedig waren die Seerepubliken Genua und Pisa, das Königreich Neapel, Malta sowie Spanien zusammen mit dem Kirchenstaat Mitglieder dieser Liga, die den Türken mit einer großen Flotte, der größten, die die westliche Welt bis dahin gesehen hatte, in einer Seeschlacht entgegentreten wollte.

In Venedig wurde zu diesem Zweck und nach den Erfahrungen, die man bis dahin in Seegefechten gegen die Osmanen gemacht hatte, ein neuer Schiffstyp- die Galeasse- entwickelt ( Kombination aus geruderter Galeere und Großsegler) und im Akkordtempo im Arsenale gebaut.
Diese Schiffe waren hochbordig- sehr schwer zu entern- und hatten als Erste auch Kanonen an den Seiten, was sie dazu befähigte, Breitseiten abzufeuern, während der Bauzeit führte die Signoria zum Schein diplomatische Gespräche mit der Hohen Pforte und so konnten der Bau und das Sammeln der Flotte vor den Augen der türkischen Spione verborgen bleiben.

Die Flotte der Hl. Liga sammelte sich bei Messina/Sizilien und fuhr unter dem Oberkommando von Don Juan de Austria, dem unehelichen Sohn Kaiser Karls V und Stiefbruder König Philipps II, auf dem spanischen Flaggschiff La Real in Richtung Peloponnes.
Die Venezianer wurden von ihrem Admiral Agostino Barberigo und dem Dogen Venier angeführt, auch der Bruder des ermordeten Bragadino war an Bord, die Genuesen von ihrem Dogen Andrea Doria, die päpstliche Flotte fuhr unter dem Kommando Marcantonio Colonnas und die Malteser unter ihrem Großmeister.

                                  Seeschlacht von Lepanto - Quelle: Wikimedia Commons - Lizenz (CC-BY-SA 3.0)
                                                 Das Banner der Heiligen Liga


Ihr Kommen wurde spät bemerkt, der türkische Admiral Ali Pascha kümmerte sich nicht um die Anweisung aus Istanbul, sich in einer geschützten Buch auf die Lauer zu legen, er wollte die offene Seeschlacht.
Am 7.10.1571 morgens begann die Schlacht, die am Abend mit der Vernichtung der türkischen Flotte und dem Tod ihres Kommandanten endete.
Lepanto ist als die Seeschlacht mit den meisten Gefallenen an einem einzigen Tag in die Geschichte eingegangen.

Mit dem Sieg ( und dem ihm folgenden Frieden ist z.B. in Rom die Kirche Santa Maria della Pace gewidmet) begann vorerst eine Friedensphase im Mittelmeer.
Am 1. Jahrestag des Sieges-also heute vor 444 Jahren- stiftete Papst Pius V zum Dank für die Fürsprache und Hilfe der Hl. Jungfrau das Fest Unserer Lieben Frau vom Sieg, das Fest des Rosenkranzes.
Auch heute noch kommen am 7.10. eines jeden Jahres die Nachkommen der an der Schlacht beteiligten christlichen Adelsfamilien in Rom zum dankbaren Gedenken zusammen.

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