Montag, 3. Oktober 2016

Lesung vom Tage, oder was die Zerstörung Ninives mit dem barmherzigen Samariter zu tun hat?!

Ich finde es, ich schrieb es schon öfter, immer wieder faszinierend, wie die Messtexte passen, auch und wenn sie scheinbar nicht passen, und ich habe mir angewöhnt, darin das Wirken des Heiligen Geistes zu sehen.
Wie die meisten guten Ideen, stammt auch diese nicht von mir, sondern ist übernommen, nur leider weiß ich nicht mehr von wem.
Woher die Idee stammt, das weiß ich aber noch.
Ich hatte mal eine Bibelbetrachtung eines evangelischen-lutherischen Pastors, die haben nämlich auch eine Leseordnung und im Vorwort schrieb der Pastor, er haben, gerade gegen Kriegsende und im absoluten Elend der Nachkriegszeit, die Leseordnung schätzen gelernt, gerade weil sie ihm da oft gegen den Strich ging.
Er habe aber im sich Einlassen darauf, auch wenn es ihm oft, in all dem Elend, wie Hohn erschien, was da an Schrifttext serviert wurde, gemerkt, dass es immer gepasst hat, auch wenn es auf den ersten Blick unpassend erschien und er, oft versucht war, einen anderen Text zu wählen.

In diesem Sinn, auch wegen des bescheidenen Wetters habe ich in die Messtexte von heute geguckt, und siehe da, sie sind voller ernster Mahnungen.



Da ist zum einen die Rede von der Stadt Ninive (das heutige Mossul)  und dem Propheten Jona, der die Vernichtung angedroht wird, und deren Bewohner  dann, in Sack und Asche, Buße tun, weswegen die Stadt nicht vernichtet wird.
Der zweite Lesungstext ist aus dem Brief des Apostels Paulus an die Galter, die Galter waren keltische Stämme, die in der heutigen Türkei siedelten und die sich zu Christus bekehrt hatten, und denen der Apostel schreiben muss "
Ich bin erstaunt, dass ihr euch so schnell von dem abwendet, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, und dass ihr euch einem anderen Evangelium zuwendet.
Doch es gibt kein anderes Evangelium, es gibt nur einige Leute, die euch verwirren und die das Evangelium Christi verfälschen wollen.
Wer euch aber ein anderes Evangelium verkündigt, als wir euch verkündigt haben, der sei verflucht, auch wenn wir selbst es wären oder ein Engel vom Himmel.
Was ich gesagt habe, das sage ich noch einmal: Wer euch ein anderes Evangelium verkündigt, als ihr angenommen habt, der sei verflucht.


Unter diesem Hintergrund, mutet das Evangelium, die bekannte Geschichte mit dem Mann der unter die Räuber gefallen ist, und an dem Priester und Levit vorrübergehen, irgendwie unpassend an.
Üblicherweise wird die Perikope  ja so interpretiert, der arme Mann, die bösen Kleriker,  der gute Samariter, was ja sich ja,  fast zwingend, aus der Vorgeschichte, der Frage des Gesetzeslehrers, "wer ist mein Nächster?" ergibt,
Und meist sollen die  Zuhörer dahin gebracht werden, sich mit dem barmherzigen Samariter zu identifizieren.
Interessanterweise habe ich noch keine Predigt gehört, die auf die Idee gekommen ist, dass Jesus eventuell mit uns, den armen Mann  meinen könnte, der unter die Räuber gefallen ist, wie es eben die Lesungen von heute nahelegen.
Das wäre eine notwendige Änderung der Perspektive, weil wir ja das Problem haben, die  einen, wie die anderen, dass sie zwar schrecklich gerne dem lieben Jesuskind,. oder dem Bruder Jesus helfen täten, bei seinem Werk, die Welt in einen netten Aufenthaltsort zu verwandeln, die einen halt so, die anderen halt anders. Jedoch  die einen, wie die anderen sich selber nicht gerne als diejenigen wahrnehmen, die erlöst werden müssen durch das Leiden und den  Tod Jesus des Christus, weil wir uns doch alle als gute Menschen sehen, die doch nicht von sich selber erlöst werden müssen.

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