Donnerstag, 20. Oktober 2016

Roberto De Mattei fragt: "Zu welcher Kirche gehört Papst Franziskus?"

Der von Tornielli auf die Dissidentenliste gesetzte Historiker Roberto De Mattei  (Vorsicht : Dissident!) stellt sich die fundamentale Frage, welcher Kirche wohl Jorge M. Bergoglio angehören mag. Die ist so leicht nicht zu beantworten. Lesen wir also, zu welcher Antwort er bei corrispondenza romana kommt. 
Hier geht´s zum Original:  klicken

       "ABER WELCHER KIRCHE GEHÖRT PAPST BERGOGLIO AN?"

Zwei Jahrestage wiederholen sich 2017:  der 100. Jahrestag der Erscheinung von Fatima vom 13. Mai 1917 und der 500. Jahrestag von Luthers Revolte, die am 31. Oktober 1517 in Wittenberg in Deutschland begann. Aber ins nächste Jahr fallen auch noch zwei Jahrestage, über die weniger gesprochen wird: der 300. Jahrestag der offiziellen Gründung der Freimaurer (London, 24. Juni 1717) und der 100. Jahrestag der Russischen Oktoberrevolution vom 26. Oktober 1917 (nach dem in Rußland gebräuchlichen Julianischen Kalender, nach dem Gregorianischen am 8. November)

Zwischen der Protestantischen und der Kommunistischen Revolution -über die Französische Revolution, Kind der Freimaurerei, verläuft unauflöslich ein roter Faden, den Pius XII in seiner berühmten Rede "Nel Contemplare" vom 12. November 1952 zwischen den drei historischen Phasen spannte, zwischen dem Protestantismus, dem Illuminismus und dem marxistischen Atheismus.
"Christus ja, Kirche nein" dann "Gott ja, Christus nein" und endlich der gottlose Schrei "Gott ist tot" wie "Gott hat es nie gegeben."
In den ersten Negierungen des Protestantismus- beobachtete Plinio Corrêa de Oliveira-waren schon die anarchischen Sehnsüchte des Kommunismus vertreten: "Wenn in der Sicht Luthers ausdrücklich nur Luther Luther war, trug die Lutherischen Explosionen bereits alle unwägbaren Elemente voll und ganz und auch implizit in sich: den Geist Voltaires und Robespierres, den Geist von Marx und Lenin."

Unter diesem Aspekt sind die von Sowjet-Russland seit 1917 verbreiteten Irrtümer eine Kette von ideologischen Abweichungen von Marx und Engels und gehen auf die ersten protestantischen Häresien zurück.
Die lutherische Revolution von 1517 kann also als eines der negativsten Ereignisse der Menschheitsgeschichte betrachtet werden, gleichrangig der freimaurerischen von 1789 und der kommunistischen von 1917.
Es ist die Botschaft von Fatima, die die Verbreitung der kommunistischen Irrtümer vorhersah, und die in sich implizit die Zurückweisung der Irrtümer des Protestantismus und der Französischen Revolution enthält.

Der Beginn des Jahrhunderts der Erscheinung von Fatima-am 13. Oktober 2016 wurde unter eine Decke des Schweigens begraben. An genau diesem Tag hat Papst Franziskus in der Aula Paul VI um die Tausend lutheranischen "Pilger" empfangen und wurde mit einer Statue von Martin Luther geehrt, die auf den Bildern, die A, Socci als einer der ersten auf seiner facebook-Seite verbreitete, zu sehen ist,
 Am kommenden 31. Oktober wird sich Papst Franziskus darüber hinaus nach Lund in Schweden begeben, wo er an der gemeinsamen protestantisch-kommunistischen Zeremonie zum Gedenken des 500. Jahrestages des Protestantismus teilnehmen wird. Wie man in vom Lutherischen Weltbund für die Einheit der Christen herausgegebenen Komuniqué liest, ist das Ziel des Ereignisses: "die Gaben der Reformation herauszustellen und für die dauernde Trennung der Christen beider Traditionen um Vergebung zu bitten."

Der Theologe und Valdeser Pastor Paolo Ricca, seit Jahrzehnten mit dem ökumenischen Dialog befaßt, hat seine Zufriedenheit ausgedrückt: " weil es zum erstenmal einen Papst gibt, der der Reformation gedenkt. Das stellt meiner Meinung nach einen Schritt vorwärts dar, der ....zum II.Vaticanischen Konzil anschließt, seine Texte einschließt und so einige Prinzipien der fundamentalen Themen der Reformation wertet- Zeichen einer entscheidenden Entwicklung im Verhältnis von Katholiken und Protestanten.
Am Gedenken teilzunehmen, wie der oberster Repräsentant der Katholischen Kirche sich vorgenommen hat, bedeutet meiner Meinung nach, die Reformation als ein positives Ereignis in der Geschichte der Kirche zu betrachten, das auch dem Katholizismus gut getan hat. Die Teilnahme am Gedenken ist eine Geste von großer Relevanz  auch für den Papst. der sich nach Lund begibt , ins Haus der Lutheraner, als ob er zur Familie gehöre. Mein Eindruck ist, daß er -auf eine Weise, die ich nicht definieren kann, sich auch als Teil der Christenheit fühlt, die aus der Reformation entstanden ist."



Immer noch nach diesem Ricca ist der Hauptbeitrag den Papst Franziskus leistet: "seine Kraft, das Papsttum neu zu erfinden, sei es durch die Suche nach einem neuen und anderen Modus das Amt des Bischofs von Rom zu verstehen und zu leben. Diese Suche- angenommen daß meine Lektüre -könnte sehr weit tragen, weil der Modus in dem es in den letzten 1000 Jahren verstanden und gelebt wurde- ein großes Hindernis für die Einheit der Christen war. Mir scheint, daß Papst Franziskus sich auf ein anderes Modell des Papsttums als das traditionelle zubewegt, was die anderen Kirchen als neuen Standpunkt annehmen könnten. Wenn es so wäre, könnte dieses Thema im ökumenischen Umfeld ganz neu bedacht werden."

Die Tatsache, daß dieses Interview am 9. Oktober von der als halboffiziöse Vatican-Site betrachteten Vatican-Insider veröffentlicht wurde, läßt daran denken, daß diese Interpretation der Reise nach Lund und der päpstlichen Absichten von Papst Franziskus autorisiert und gefördert wird.

Im Verlauf der Audienz für die Lutheraner am 13. Oktober hat Papst Bergoglio auch gesagt, daß der Proselytismus das "stärkste Gift" gegen den Ökumenismus ist. "Die größten Reformatoren sind die Heiligen" fügte er hinzu "und die Kirche muß immer reformiert werden."
Diese Worte enthalten gleichzeitig -wie so oft in seinen Reden- eine Wahrheit und eine Täuschung.
Die Wahrheit ist, daß die Heiligen, vom Hl. Gregor VII bis zum Hl. Pius X die größten Reformatoren
waren.

Die Täuschung besteht in der Behauptung, daß die Pseudoreformatoren- wie Luther- wie HEilige hzu betrachten seien. Die zweite Behauptung nach der Proselytismus-also der missionarische Geist- das "stärkste Gift für den Ökumenismus" ist, muß dagegen umgekeht werden: der Ökumenismus, so wie man ihn heute versteht, ist das stärkste Gift für den missionarischen Geist der Kirche. Die Heiligen sind immer von diesem Geist bewegt worden, angefangen mit mit jenen Jesuiten die im 16. Jahrhundert .in Brasilien, im Kongo und Indien missionierten, während ihre Mitbrüder Diego Lainez, Alfonso Salmeron und Pietro Canisio -vereint im Konzil von Trient die Irrtümer des Lutherismus und Calvinismus bekämpften.
Aber für Papst Franziskus darf , wer außerhalb der Kirche ist, nicht konvertieren. In der Audienz vom 13. Oktober antwortete er aus dem Stegreif auf die Fragen einiger Jugendlicher: "Mir gefallen die guten Lutheraner, die Lutheraner, die wirklich dem Glauben Jesu Christi folgen. Dagegen gefallen
 mir die lauen Katholiken und die lauen Lutheraner nicht."
Mit einer weiteren Sprachdeformation definiert Bergoglio "gute Lutheraner"  als jene Protestanten, die nicht  dem Glauben Jesu Christi folgen, sondern einer ihrer Deformationen und als "laue Katholiken", jene Kinder der Kirche, die die Gleichsetzung zwischen der Wahrheit der Katholischen Religion und dem Irrtum des Lutherischen ablehnen.

Alles das führt dazu, daß man sich fragt, was am 31. Oktober in Lind passieren wird. Wir wissen, daß zum Gedenken eine gemeinsame Zelebration -basierend auf dem katholisch-lutherischen Leitfaden "Common Prayer" , das auf dem Dokument "Vom Konflikt zur Kommunion. Gemeinsames lutherisch-katholisches Gedenken an die Reformation 2017, herausgegeben von der römischen
katholisch-lutherischen Kommission für die Einheit der Christen" beruht.
Es gibt diejenigen, die zu Recht denken, daß die Interkommunion" zwischen Katholiken und Lutheranern ein Sakrileg wäre, weil die Lutheraner  nicht an die Transsubstantiation glauben.
Aber vor allem wird das aussagen, daß Luther kein Erzhäretiker sondern ein zu Unrecht verfolgter Reformator ist und daß die Kirche die "Gaben der Reform" annehmen sollte.
Wer sich darauf versteift, die Verurteilung Luthers als gerecht zu betrachten und seine Anhänger als Häretiker und Schismatiker anzusehen sollten streng von Papst Franziskus´ getadelt und ausgeschlossen werden. Aber zu welcher Kirche gehört Jorge Mario Bergoglio?
Roberto De Mattei

Quelle: R.De Mattei, Corrispondenza Romana


  

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen