Freitag, 21. Oktober 2016

Sandro Magister korrigiert den Papst und benutzt dabei den Rotstift


Der von A.Tornielli durch Aufnahme in die "Liste der Papstfeinde" geadelte Sandro Magister läßt sich auch dieses mal - wie nach der Bestrafung via Aberkennung der Akkreditierung beim Hl. Stuhl wg. Bruchs eines Nicht-Embargos- nicht einschüchtern oder verdrießen und bleibt bei seiner Linie in der kritischen Begleitung des aktuellen Pontifikates. Und dass tut er auch mit einer Liste, anscheinend dem dezeitigen Mittel der Wahl.
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  "SO VIELE IRRTÜMER, HEILIGKEIT. UND EINIGE SIND ROT ANGESTRICHEN"

Franziskus liebt die freifließende Rede, mit allen Risiken, die damit einhergehen, Hier eine Zusammenstellung seiner letzten Patzer, ein Dutzend in 4 Monaten. Der sensationellste betrifft. Chinas.


                                   

Wir haben zuletzt im vergangenen Juni eine gewisse Zusammenstellung von Interpretationsfehlern. Schnitzern, Gedächtnislücken und Irrtümern in den Reden des Papstes zusammengestellt.

"Der Papst ist nicht unfehlbar. Hier sind acht Beweise" (13.6.2016)

Seither hat Jorge Mario Bergoglio zwei dieser angezeigten Irrtümer wiederholt.

Zuerst Kardinal Schönborn mit einer Rolle zu schmeicheln, die er niemals hatte: die eines Sekretärs der Glaubenskongregation.
Zuerst hatte er ihn am 16. April während der Pressekonferenz beim Rückflug von Lesbos in diese Rolle befördert. Damals hatte das Vaticanische Pressebüro diesen Fehler im Transskript  korrigiert und das "Sekretär" durch einfaches "Mitglied" ersetzt.   

Aber am 16. Juni -in seiner Ansprache an die Priester Roms in der Lateranbasilika, wiederholte sich der Papst. Als er den Priestern erzählte, wie "Amoris Laetitia"richtig interpretiert, riet er ihnen, auf den "großen Theologen, der Sekretär der Glaubensdoktrin war, Kardinal Schönborn" zu hören.
Dieses zweite mal wurde der Irrtum im offiziellen Transskript nicht korrigiert. 
Etwas später jedoch -wurde er post ex berichtigt.

Als er die Episode von Jesus und der Ehebrecherin beschrieb, behauptete Franziskus-nach der offiziellen Mitschrift- "und Jesus spielt sozusagen den Dummen, er läßt Zeit verstreichen, schreibt auf der Erde."
Wirklich hatte der Papst gesagt: "Und Jesus spielt quasi den Schwachkopf" ein Ausdruck der im Italienischen ziemlich harsch klingt (vergleichbar mit zurückgeblieben).




Der zweite Rückfall hat mit einer imaginären Übersetzung zu tun, im Westen geprägt und modern in den USA und auf den Lippen der Politiker- das chinesische Wort "weiji" "Konflikt". Aber es besteht aus zwei Ideogrammen -von denen eines für "Risiko" und das andere für "Gelegenheit" 
steht.
Das erste mal präsentierte der Papst dieses "Hörensagen" am 24. April in einem Gespräch mit den Mitgliedern von Focolare. 
Und er wiederholte es am 18. Juni zum zweiten mal bei einem Besuch der Gemeinschaft der Villa Nazareth.

Aber dann stolperte Franziskus in neue Fehler, die dieser Liste angefügt werden müssen.

Einer davon hat eine größere Diskussion ausgelöst und wurde dann in der offiziellen Mitschrift der Worte des Papstes korrigiert.
"In der bereits zitierten Rede vom 16. Juni in San Giovanni in Laterano sagte Franziskus an einer bestimmten Stelle, daß er glaube, daß die"meisten sakramentalen Ehe ungültig seien"  weil die Eheleute "sich nicht bewußt seien", was sie tun.
Im folgenden Transskript wurde das Ganze durch "einige" herunter reguliert.

Einige bemerkten jedoch, daß unmittelbar darauf Bergoglio in der selben Rede eine etwas andere Meinung ausdrückte.
Nachdem er de facto gesagt hatte, daß er die meisten sakramentalen Ehen für ungültig halte, sagte er andererseits, daß er glaube, die in Argentinien in ländlichen Gebieten praktizierte einfache Kohabitation -wo, wie er sagte- sie dann eine Familie gründen und erst später in der Kirche heiraten-diese Ehen "wahre Ehe"seien, gesegnet durch die "eheliche Gnade".

Eine andere fragwürdige Meinung, die Franziskus zu wiederholen liebt, betrifft ein Kapitell in der mittelalterlichen Basilika in Vezelay, Frankreich.

"Auf diesem Kapitell " hat der Papst bei drei verschiedenen Gelegenheiten gesagt,"ist auf der einen Seite Judas gehängt, mit offenen Augen und heraushängender Zunge dargestellt und auf der anderen Seite ist der Gute Hirte, der mit ihm spricht. Und wenn wir genau hinsehen, aufmerksam, sind die Lippen des Guten Hirten auf der einen Seite traurig, aber auf der anderen Seite formen sie ein Lächeln,"

Wirklich definiert kein einziger Kunsthistoriker die zweite Figur als Christus, der Judas einfach zum Begräbnis mitnimmt. Aber der Papst liebt es, das so zu interpretieren, um die Barmherzigkeit Gottes für die letzten Sünder  zu bekräftigen. Und das hat er am 16. Juni bei den römischen Priestern, am 2. August vor den polnischen Bischöfen und am 2. Oktober vor den Journalisten beim Rückflug aus Azerbeidjan nach Rom gesagt.

Außerdem verfällt Bergolgio manchmal in linguistische Mißverständnisse. Z.B. beim Wort "estracomunitario"- was im Italienischen einfach jemanden bezeichnet, der nicht zur EU gehört.
Franziskus jedoch ist überzeugt, daß das Wort einen grausamen Unterton hat."Diese wahre Grausamkeit verwandelt Sie, die Sie aus einem anderen Land kommen, in einen "extra-comunitario", sie weisen euch aus der Gemeinschaft aus, sie heißen euch nicht willkommen, Das ist es, wogegen wir sehr stark kämpfen müssen."
Das sagte der Papst am 28. Juli zu jungen Italienern in Krakau während des WJT.

Bei anderen Gelegenheiten ist der Irrtum bezeichnend. Z.B. am 12. Oktober, als er vor der Konferenz der "Christlichen Weltgemeinschaft" sprach, zitierte Franziskus das Martyrium der Koptisch-Orthodoxen Mönche, die an den Küsten Libyens abgeschlachtet wurden.
Diese waren tatsächlich koptische Ägypter, aber Laien, keine Mönche. Hier gab es ex post keine Korrektur der Rede in der offiziellen Mitschrift.

Dann war da der Fall des spanischen Transsexuellen, dessen Geschichte Bergoglio am 2. Oktober 
während des Rückfluges von Azerbeidjan nach Rom erzählte.
Die vom Papst erzählte Geschichte differiert in verschiedenen Punkten von der, die der Transsexuelle in den Tagen seiner Audienz beim Papst zusammen mit seiner "Frau" am 24. Januar 2015 berichtet hatte.  

Über alle vom Papst erzählten Geschichten. der es für gegeben hält, daß Absolution und Kommunion "verheirateten" Transsexuellen  erteilt werden sollte, schweigt zur Tatsache, daß die anzuwendende Disziplin der Kirche es Transsexuellen nicht erlaubt, eine sakramentale Hochzeit zu feiern.

Mehr als eine Auslassung, hier hat Franziskus einen bewußten Bruch mit dieser Disziplin herbei geführt, aber ohne eine Erklärung abzugeben.

Man lese in diesem Zusammenhang den Kommentar von Christian Spaemann, Psychiater von Beruf und Sohn der berühmten deutschen Katholischen Philosophen Robert Spaemanns

"Papa Francesco und die Transsexuellen. Die Einwände von Spaemann Jr."

Bei einer anderen Gelegenheit machte der Papst eine falsche Vorhersage, mit dem Ergebnis, daß er sich selbst auf Kollisionskurs zum columbianischen Episkopat wiederfand.

Der Irrtum betraf das Ergebnis des Referendums vom 2. Oktober zur Übereinkunft zwischen dem Kolumbianischen Staat und den Guerillas der Revolutionsarmee Kolumbiens.


Franziskus hatte bei einem Gespräch mit Repräsentanten des WJC am 26. September in Santa Marta den Sieg des Ja vorausgesehen, hatte die Befürworter der Übereinkunft als Personen," die alles für den Frieden wagen" gepriesen und die Gegner als Personen abgeurteilt, "die alles wagen, um den Krieg fortzusetzen und das verletzt die Seele."


Nur war das, was siegte, das Nein und unter den Gegnern des Vertrages war ein Großteil der Columbianischen Kirche, der auch den Frieden ersehnt, aber nicht unter diesen Bedingungen.
So sehr, daß zur Unterschrift unter das Dokument am 27. September Kardinal Parolin aus Rom herbeieilte. Aber es war kein Bischof anwesend und die Bischofskonferenz hatte die Columbianer eingeladen, nach ihrem Gewissen mit ja oder nein zu stimmen.

Glücklicherweise sind diese Worte des Papstes nicht in die offiziellen Aufzeichnungen eingegangen, weil sie bei einem privaten Treffen ausgesprochen und durch die Teilnehmer des Treffens bekannt gemacht wurden. 

"Papst Franziskus im Dialog mit Mitgliedern des Jüdischen Weltrates"

Der Präsident der columbianischen Bischofskonferenz, Luis Ausgusto Quiroga unternahm den Versuch, das umzudeuten und sagte Radio Vatican:
"Es ist nicht so, daß manche ja zum Frieden sagen und andere nein. Jene, die nein sagen, denken, daß das Übereinkommen in einigen Punkten korrigiert werden muß , aber auch sie wollen Frieden. Dieses ist kein Fall von Krieg oder Frieden."

Aber der vielleicht  sensationellste Irrtum , in den Bergoglio hinein stolperte, betraf China.

Am 2. Okotober -beim Rückflug von Azerbeidjan nach Rom, äußerte sich Franziskus zu einigen neuen Themen, die damals niemand verifizieren konnte.

Das erste: "Die Vaticanischen Museen haben eine Ausstellung in China organisiert, die Chinesen werden ihrerseits eine im Vatican zeigen."

Das zweite: "Vor einigen Tagen fand eine Konferenz in der (Päpstlichen) Akademie der Wissenschaften über Laudato Si´ statt und dabei war eine Chinesische Delegation des Präsidenten anwesend. Und der Chinesische Präsident hat mir ein Geschenk geschickt."

Am 7. Oktober jedoch, veröffentlichte die Agentur Eglises d´Asie, die berufene Stimme der Pariser Missionsgesellschaft ein ausführliches Dokument, das beide neue Themen negiert.

"Hat Präsident Xi Jinping wirklich Papst Franziskus ein Geschenk geschickt?" 

Um mit den Vaticanischen Museen zu beginnen: die hatten tatsächlich vom 5- Februar bis zum 2.Mai dieses Jahres eine Ausstellung über das Papsttum, die Katholische Orient-Mission und die Liturgie und die Sakramente organisiert. Jedoch nicht in der Volksrepublik China sondern im Haus des ...Feindes, in Taipeh, der Hauptstadt Taiwans.

Und was das angenommene Geschenk vom Chinesischen Präsidenten Xi Jinping für den Papst angeht, hat die gründliche Rekonstruktion durch "Eglises d´Asie" nicht weniger als ein "undenkbar" ergeben.

Am 11. Oktober stellte die Agentur "Asia News" des Päpstlichen Institutes für Auswärtige Mission in Mailand die Rekonstruktion durch "Eglises d´ Asie" für die Leser in Italienisch,  Englisch. Spanisch und Chinesisch zur Verfügung.

 " Églises d'Asie, “Hat Präsident Xi Jinping Papst Franziskus wirklich ein GEschenk geschickt?" 

 Quelle: www.chiesa, S.Magister

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