Mittwoch, 19. Oktober 2016

Schwarze Listen & Vatican-Prawda


Nach längerem Schweigen hat sich der Vaticanist Francesco Colafemina auf seinem blog Fides  et Forma mit einem Beitrag, der gleich den explosiven Titel "Vatican-Prawda" trägt,  zurück gemeldet. 
Es ist möglich, daß die von Hyperbergoglianer Tornielli und seinem siamesischen Gesinnungszwilling nach bester Stalin-Sowjet-Tradition veröffentlichte "Liste der Feinde Bergoglios" den entscheidenden
Anstoß gegeben hat.
Nicht nur, daß die Hillary-Gate-Wikileaks Bekanntgabe der Pläne der Kandidatin für die 
Katholische Kirche Fragen zum Zustandekommen des aktuellen Pontifikates Fragen 
aufwerfen- diese neue Perversion der Papolatrie und eines hemmungslosen Personenkultes  werfen ebenfalls kein gutes Licht auf den Zustand an der Spitze der Una Sancta. LESEN!
Hier geht´s zum Original:  klicken

VATICAN-PRAWDA

"Ich erinnere mich noch an eine Unterhaltung mit einem befreundeten Vaticanista, der heute in die Verteidigungstruppen Bergoglios "embedded" ist. Es war 2011 oder vielleicht 2010.
Ich half ihm ein bißchen bei der Redaktion eines Buches, das den internen Krieg im Vatican-aber nicht nur- thematisierte, der gegen Benedikt XVI entfesselt worden war. Er erzählte mir von dem Projekt einer Informationsplattform, die von einer berühmten Zeitung eingerichtet würde und an der er sich beteiligen wollte. Ich gestehe Ihnen, daß ich damals den Sinn dieser Operation nicht richtig verstanden habe. 
Zahlreiche Erfahrungen dieser Art, auch wenn sie von berühmten Namen unterstützt wurden,  hatten sich als authentische Flops erwiesen. Warum sollte eine nationale Zeitung in  ein mehrsprachiges Portal investieren, das der Katholischen Kirche gewidmet ist, dieser so kontroversen und marginalen Institution?

Jetzt nach fast 6 Jahren, erscheint mir das Projekt klarer.
Die mails von John Podesta, Clintons Wahlkampfmanager, die Wikileaks enthüllt hat, helfen uns zu verstehen. In einer mail vom 11. Februar 2012 - genau ein Jahr vor dem Rücktritt  Benedikts XVI antwortet Podesta dem Aktivisten Sandy Newman, der einen  "Katholischen Frühling" heraufbeschwor, um die "mittelalterliche Diktatur" der  katholischen Hierarchie zu überwinden. Er tut das, indem er vorgibt, zwei progressistische Katholische Bewegungen geschaffen zu haben, die aber zu einer neuen Stufe von Druck geführt hätten.
Genau so kann man über das on-line-Projekt denken, das als einseitiger ad-hoc Resonanzboden des aktuellen Pontifikates dienen soll, das dem "obskurantistischen" Benedikts folgen sollte.
Eine wichtige Tatsache ist, daß - dem Himmel sei Dank-wir Tag für Tag besser  verstehen, daß diese Funktion medialen Drucks  nicht direkt an die Wirklichkeit der Kirche gebunden ist, sondern an eine geopolitische Dimension, deren Instrument die Kirche Bergoglios sicher  ist und nicht ihre Hauptdarstellerin.

Heute präsentiert diese Zeitung in einem der Prawda würdigen Artikel ihren Lesern die Gleichung: "katholisch traditionalistisch = Freund von Putin". 
In Wirklichkeit ist der Titel über der Papierausgabe der Zeitung emblematisch:

"DIE ANTI-FRANZISKUS-KATHOLIKEN SIND VON DER MACHT PUTINS  ANGEZOGEN."
Eine fundamentale Prämisse, weil die Grundidee ist, daß das was Katholiken anzieht, nicht der Staatsmann Putin und seine geopolitische Vision sind, sondern seine "Macht". Mit anderen Worten am Ende der Rechnung ist es immer der Fehler Putins, des perfekten Diktators, des tyrannischen Mannes, der die Macht atmet, des Feindes der Demokratie, homophob und intolerant, des reichen Freundes der russischen Magnaten usw. 
Der  Autor dieser Assoziation, von dem man  nur eine flüchtige Erwähnung am Ende des Artikels findet, auch wenn der Titel glauben läßt, daß er das Hauptargument dieser Pseudo-Enquete sei, ist ein bekannter Soziologe, Freund der Baltischen Republiken, der in letzter  Zeit versucht, aus der Russophobie wieder eine Schönheit zu machen - Dank  seiner Verbindungen zur neo-konservativen Welt Amerikas.  

Läßt man das Gift des Lettlandfreundes beiseite, dessen Sätze sicher unangreifbar sind in ihrer Authentizität und ihrem Selbstvertrauen, sagen wir, daß in dem Artikel durch ein Sieb wissenschaftlicher Akribie tatsächlich die Dissidenten erkannt werden, die authentischen Feinde, die Gegner Bergoglios.  
Das gilt für den "emeritierten" Vaticanisten des L´Espresso, Sandro Magister, für Professor De Mattei, über Antonio Socci und viele andere, von denen man nur Namen und Vornamen zitiert - in einer Art Liste der medialen Ächtung, würdig der Erinnerung eines Lucius Cornelius Silla.

Es ist die plastische Demonstration des kommenden Krieges. nur einfach ein Konflikt  zwischen Rußland und den Vereinigten Staaten, aber ein Konflikt zwischen der ideologischen  "Bulle" eines seiner Identität, seiner Wurzeln, seiner nicht verhandelbaren ethischen  Bezüge beraubten Westens und allen Ländern, die im Gegenteil ihre Identität, ihre Wurzeln und ihre eigenen Werte verteidigen und fördern. Rußland ist ein Beispiel und in diesem Sinn ein uns nahes Beispiel, weil wir von einer christlichen Nation sprechen. Aber Rußland ist auch  ein Modell der Koexistenz der kulturellen und religiösen Verschiedenheit. Ein gegenteiliges  Modell zu dem des Versagens der forzierten Integration in Frankreich, in Deutschland und in  Groß-Britannien. Rußland ist ganz einfach im Visier, weil es die einzige Macht ist, die sich  der unipolaren amerikanischen Sicht widersetzt.

Was es auch sei, die Benutzung des Journalismus um offensichtlich störende Minderheiten zu marginalisieren, ghettosieren und zu kriminalisieren, die nicht mit der bedingungslosen Zustimmung zu Bergoglio konform sind, ist ohne Beispiel. 
Sie ist beispiellos. wenn man wir bedenken, daß die sogenannte Kirche der Barmherzigkeit,  ihr wahres Gesicht in Rache und Perfidie zeigt. 
Sie ist beispiellos, weil diese Benutzung der Presse zu Zwecken der Geopolitik - deren Endziel  die Annullierung aller Meinungsfreiheit und das Lächerlichmachen des Dissidententums ist, voll zeigt, welcher Macht der Journalismus dient.
Ein hysterischer Journalismus, der immer wieder ziemlich kindliche Methoden benutzt, um sich auf das Niveau einer wohlfundierten Borderline Dissoziation zu landen: die Sedisvakantisten mit Ultranationalisten assoziieren, De Mattei einen "Kontrollraum" zusprechen, eine Hypothese über die Teilnahme der Kardinäle an einer politisch-theologischen Fronde, um bei den vorgeblich aus Rußland stammenden Finanzierung zu landen, das ist als ob man die Intrige eines Romans von Joseph Thornborn schriebe aber sicher kein Journalismus.
Genau so lächerlich ist es, daß diese "Opposition" von einem Professor der Catholica als Okzidentalismus eingeschätzt wird, während sie anschließend bezichtigt wird, von der Macht  Putins angezogen zu werden. Es gibt den Willen, eine böse und bösartige "Suppe" zu kreieren, um alles und alle hinein zu tun, die Dissidenz zu  Bergoglio jedem Element der sozialen Disqualifikation zuzuordnen: Traditionalismus, Sedisvakantismus, Ultratraditionalismus, Esoterik, Hypertraditionalismus, Ultraprogressismus, Putinismus.
Alles Konzepte, die im Artikel angewandt werden: einem authentischen Manifest der Gedankenpolizei des Denkens des neuen Vaticanischen Regimes.
Eine ähnliche Attacke mit einer ebenso mächtigen Gewalt, daß es so aussieht wie ein Ausdruck, um jedes Dissidententum definitiv zum Schweigen zu bringen und auch der geringsten Autorität zu berauben.
Die Dissidenz, die zum Schweigen gebracht werden soll, ist die gegen die Ideologie eines Westens, der der Religion der political correctness vorbehalten ist. Die Dissidenz gegen das Einreissen ethischer, kultureller, spiritueller Grenzen, zwischen den Völkern, die einem einheitlichen universalen Paradigma angehören.
Das mußte man natürlich erwarten. Im November 2013 hatte ich Auszüge aus einem sehr interessanten Buch von Père Malachi Martin über die Kirche und ihre geopolitische Perspektive veröffentlicht.

Besonders dieses: "Die Reduktion des Papstes in seinem hohen Amt, wäre das Resultat, daß die Überzeugung, daß das Petrinische Amt päpstlichen Ursprungs ist, so wie es von den Römischen Päpsten bis ins letzte Drittel des 20. Jahrhunderts praktiziert wurde, ist nichts anderes, als durch die Zeit der kulturellen Moden bedingt war, die sich hinter uns seit Jahrhunderten entwickelt hatte und es ist  deshalb Zeit, ihm die Wichtigkeit zu nehmen, um den "Geist des II. Vaticanums" befreien zu können, um eine Kirche zu formen, die an das fortschrittliche Konzept einer neuen Epoche angepaßt ist, die sich sehr von den vorigen unterscheidet.
Reibungen, die den Körper der Katholischen Kirche in jenen Tagen  ihrer Agonie quälen werden. Weil ihre Schmerzen aus ihrem Inneren kommen werden, orchestriert von ihren Führern und ihren Mitgliedern. Kein äußerer Feind wird diese Situation herbeigeführt haben. Viele werden dieses neue Regime akzeptieren. Viele werden Widerstand leisten. Niemand auf der Erde könnte die Glieder des sichtbaren Körpers der Katholischen Kirche zusammenhalten, als sei sie ein kompakter lebender Organismus."
(Malachi Martin, "The Keys of This Blood", Simon and Schuster, 1990.)

Quelle: Francesco Colafemina, Fides et Forma

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen