Montag, 31. Oktober 2016

Was uns im Vatican gerade noch gefehlt hat

Darüber klärt uns Sandro Magister bei Settimo Cielo auf. Und leider muß er uns auch gleich mitteilen, daß diese Lücke bald gfüllt werden wird.
Hier geht´s zum Original:  klicken

      "IM VATICAN FEHLTE UNS NOCH VANDANA SHIVA. HIER IST SIE"

Dieses mal werden es weder Evó Morales- weder als Präsident Boliviens noch als Cocalero, Coca-Pflücker, noch der Ex-Kandidat der Ultralinken bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen Bernie Sanders sein, die wegen anderer Verpflichtungen die Einladung nicht annehmen konnten.

Aber zum Ausgleich- wird bei dem nächsten Zusammentreffen von Papst Franziskus mit den ihm so liebteuren "movimenti popolari" Vandana Shiva  erscheinen.

                                  Vandana

Gepriesen und umstritten. Es erregte Aufsehen, als vor 2 Jahren keine obskurantistische rechte Zeitung sondern das raffinierte Kult-Magazin des liberalen Denkens, der "New Yorker"  die Thesen der berühmen Ökologin zu Schrott reduzierte. Es ist praktisch nichts davon geblieben, angefangenb mit dem Gedanken, daß die Modernisierung der Landwirtschaft in Indien zu einer Unzahl von Selbstmorden bei den verzweifelten Bauern geführt habe.
                               
Hier ist der Link zum langen und sehr detaillierten Artikel des "New Yorkers" -geschrieben von Michael Specter, seit Jahren Spezialist für die Materie und schon Korrespondent in Rom und Moskau für die New York Times- auf den dann eine Antwort folgte, nach der die, die nicht so denken wie sie, im Dienst der Multinationalen Konzerne stehen, und eine noch kritischere Gegenantwort des Direktors des Magazins, David Remnick.

Hier der link zum Artikel von Specter:   klicken
und hier die Zusammenfassung des Disputs, den der unverdächtige Luca Sofri in der "Post" veröffentlicht hat:  klicken

Aber da war nichts zu machen, Shiva fährt unbeirrt fort, ihre apokalyptischen Thesen aufrecht zu halten, ungeachtet der Tatsache, daß die OGM (Genetisch modifizierte Organismen) ermöglichen, Milliarden von Bewohnern des Planeten zu ernähren und daß Dank der grünen Revolution Indien von einem Importeur von 11 Millionen Tonnen Weizen 1966 heute zum Produzenten von 200 Millionen Tonnen geworden ist.





Und sie zieht- natürlich unter dem Beifall der Ambientalisten à la mode- Trost aus jenem grünen Büchlein, das für viele von ihnen die Enzyklika "Laudato si´" ist.

Eine der letzten Vorstellungen Shivas gab es Mitte Oktober, beim Prozess wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen den multinationalen Biotechnik-Konzern Monsanto "beim Tribunal von Aia" .
Das war aber nicht der bekannte internationale Strafgerichtshof, sondern ein in der holländischen Hauptstadt aufgeführtes Theater,durch ein  Gericht von Anti-OGM-Aktivisten, mit der indischen Guru in großer Schleife.
Der Pseudo-Prozess endete mit der Verurteilung von Monsato wegen des Verbrechens des "Ökozids", einem für diese Gelegenheit erfundenen Verbrechen. Unter den Richtern war der Italiener Carlo Petrini, Gründer von Slow Food und bekannter Mitarbeiter des Osservatore Romano.

Unter den öffentlichen Anklägern durfte der Franzose Gilles-Eric, einziger Forscher der Welt, der bis heute eine Studie produziert hat, die die Giftigkeit der OGM zeigt, eine Studie, die dann zurück gezogen werden mußte, weil sie den wissenschaftlichen Standards nicht genügte.
Es ist eine Tatsache, daß von den drei großen  "T", die da sind "tierra, techo, trabajo" der Akzent dieses mal auf dem ersten T  liegen wird, der Erde und ihrer Gesundheit.

Der argentinische Aktivist Juan Gabois, Freund von Jorge Mario Bergoglio, der ihn zum Konsultor für Iustitia et Pax ernannt hat, wird die Begegnung im Vaticanischen Pressesaal vorstellen- und es gibt eine Menge Spekulationen wegen der Persönlichkeiten und Gruppen, die aus der ganzen Welt teilnehmen werden.

Aber die Anwesenheit von Vandana Shiva ist sicher. Und dann wird der Papst mit einem dieser kilometerlangen Rede-Manifeste, mit denen er schon die beiden vorhergehenden Treffen der movimento popolari gegengezeichnet hat- das erste fand 2014 in Rom und das zweite 2015  in Santa Cruz de la Sierra in Bolivien statt,das Treffen bekannt machen.

Jedesmal hat er seine eigene Deklination der christlichen Sozialdoktrin herausdestilliert- in dieser Tonart des mystischen Populisten- die so sehr den antikapitalistischen und alternativen Theorien eines Toni Negri oder eines Gianni Vattimo ähneln.

Dieser Philosoph (Vattimo) hat vor einem Jahr auf der Bühne des überfüllten Teatro Cervantes in Buenos Aires die Sache einer neuen "kommunistischen " und zugleich "papistischen" Internationale mit Franziskus als unbestrittenem Führer vorgetragen, der einzige- wie er sagte- der eine politische, kulturelle und religiöse Revolution gegen die Macht des Geldes führen kann, in diesem "Bürgerkrieg, der zur Zeit in der Welt geführt wird, und der sich als Kampf gegen den Terrorismus verkleidet, aber in Wirklichkeit der Klassenkampf des 21. Jahrhunderts gegen die Mehrheit derer ist, die sich gegen die Herrschaft des Kapitals stellen".

Sehen um zu glauben, die -spanischen- Auslassungen Vattimos findet man zwischen 15. und der 51. Minute dieses Videos von der Veranstaltung  "Internationales Forum zur Emanzipierung und für die Gleichheit. Aktualität der emanzipatorischen Traditionen", die so in Einklang mit den "movimenti popolari" Bergoglios stand.
Hier geht´s zum Video:  klicken

Quelle: Settimo Cielo, Sandro Magister

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen