Samstag, 29. Oktober 2016

Wie es den skandinavischen Katholiken gelang, daß ihnen eine Messe zugestanden wurde.

Mehr von Marco Tosatti bei "Pietro ed intorno" über das kommende ökumenische Luther-Happening in Lund und die erst spät konzedierte Messe für die katholischen Skandinavier. Der Satz des Pontifex. mit dem er seinen ursprünglichen Widerstand gegen eine Messe mit den skandinavischen Katholiken begründet "Man kann nicht Katholik und Sektierer sein" ist in diesem Zusammenhang doch etwas kryptisch und nicht leicht zuzuordnen.Vielleicht liefert der Pressesaal des Hl. Stuhls -wie üblich- eine Erklärung nach,
Hier geht´s jedenfalls zu Tosattis Original : klicken

"LUTHER MON AMOUR! ÖKUMENISCHES FIEBER, ABER DIE KATHOLIKEN MUSSTEN SCHWITZEN, UM DIE KATHOLISCHE MESSE ZU BEKOMMEN."

"Sie mußten ein bißchen schreien, die skandinavischen Katholiken um eine Messe mit dem Papst zu bekommen.  Zu Beginn war für den ökumenischen Besuch zur 500-Jahrfeier der Luther-Reformation in Lund- der eine große Debatte ausgelöst hat und immer noch auslöst, mit den Katholiken keine Begegnung welcher Art auch immer vorgesehen.

Und es hat einige Zeit gedauert und nicht wenig Kraftanstrengungen und Insistieren seitens der Bischöfe der kleinen Herde (cirka 115.000 Gläubige, großenteils Immigranten, aber es gibt auch jedes Jahr viele "örtliche" Konversionen) beim Staatssekretariat bedurft, um diese Sache- die so natürlich erschien, zu erreichen, und das ist die Begegnung des Stellvertreters Christi mit seiner Herde. Eine Herde, die seit Jahrhunderten in diskriminierenden Umständen lebt.
Heute vielleicht gemildert, aber trotzdem immer präsent.

Und am Ende kam eine Messe dabei heraus. In einem Stadions - gewährt ohne großen Enthusiasmus, außerdem nach dem was uns gesagt wurde, nur in einem Teil des Stadions. In der Tat muß man vorsichtig sein, nicht den grünen Rasenteppich zu beschädigen und für die Messe wurde der Sektor reserviert, in dem Schutzmaßnahmen und Berichterstattung möglich sind.



                     
Über diese "entrissene" Messe spricht der Pontifex in einem langen Pater Ulf Jonsson S.J., dem Direktor der schwedischen Jesuitenzeitung "Signum" gewährten Interview:

Der Pontifex sagt: "Man kann nicht Katholik und Sektierer sein. Man muß danach streben, mit den anderen zusammen zu bleiben."Katholik"und "Sektierer" sind zwei Worte, die sich widersprechen.
Deshalb hatte ich zu Beginn nicht vorgesehen, eine Messe für die Katholiken bei dieser Reise zu zelebrieren: ich wollte auf einem ökumenischen Zeugnis bestehen.
Dann habe ich gut über meine Rolle als Hirte einer katholischen Herde nachgedacht, die auch aus anderen benachbarten Ländern, wie Norwegen und Dänemark kommen werden. Dann - indem ich auf den dringenden Wunsch der katholischen Gemeinschaft reagierte- habe ich beschlossen, eine Messe zu feiern und die Reise um einen Tag zu verlängern.

Tatsächlich wollte ich, daß die Messe nicht am selben Tag und am selben Ort wie die ökumenische Begegnung stattfindet, um zu vermeiden, daß die Ebenen verwechselt werden.
Das ökumenische Treffen soll seinen tiefen Sinn im Geist der Einheit, der der meine ist, haben.
Das hat -wie ich weiß- organisatorische Probleme erzeugt, weil es in Schweden auch der Tag von Allerheiligen ist, der auch hier in Rom wichtig ist.
Aber um Mißverständnisse zu vermeiden, wollte ich, daß es so sei."

Der Prälat von Stockholm, Msgr. Anders Arborelius (Foto), der erste Prälat schwedischer Nationalität seit Beginn der lutherischen Reformation spricht über Konversionen:

"Jedes Jahr werden neue Konversionen zur Kirche von Schweden registriert, und einige dieser neuen Katholiken sind Ex-Pastoren -männlich oder weiblich. Zuletzt aber kommt eine gute Anzahl von Konvertiten aus den Freikirchen. Einige werden von der katholischen Spiritualität angezogen, der Treue zur Tradition, von der Sozialdoktrin, vom universalen Charakter der Kirche.
Es sind mehr oder weniger 100 Konversionen jedes Jahr."
Das Interview wurde von Zenit veröffentlicht.

Quelle: San Pietro ed intorno, M. Tosatti, Il Foglio

1 Kommentar:

  1. Langsam versteh ich den Denkfehler des Papstes, er denkt zu gut von seinen Schäfchen und denkt wir sind alle so toll, so stabil, so fromme, so gefestigt, dass er uns einfach uns selber überlassen kann.
    Das entspricht einerseits dem berühmten Evangelium von den 99 Schafen die einfach in (einem Pfersch wohl) in der der Steppe zurückgelassen werden, aber es widerspricht dem Evangelium von guten Hirt, wo ausdrücklich gesagt wird "er wird die fetten und starken behüten...."

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