Samstag, 15. Oktober 2016

Zwischendrin was Lustiges aus dem Vatikan

Ohne das Folgende, in  irgendeiner Form,  werten zu wollen, vorhin bescherte mir der Vivat Verlag, den ich anundfürsich sehr mag,  den Lacher zum Frühstück.
Bewirbt  er doch nett und freundlich eine absolut überteuerte Bibelausgabe, und wenn ich sagen absolut überteuert, so meine ich das auch, also eine bebilderte Einhheitsübersetzung, in ökumenischer Verantwortung (chiques Wort, soll wohl durch die Blume mitteilen, dass die neue Einheitsübersetzung nicht mehr ökumenisch ist, weil keiner mehr mitmachen wollte, bei der neuen Neuübersetzung der Einheitsübersetzung, aber egal) für schlappe eintausendvierhundertachtzig Euro an.
Das ist mehr als ein Mindestlöhner im Monat verdient, entspricht also, wenn wir den  Mindestlöhner heute mit einem Tagelöhner zur Zeit Jesu gleichsetzen, dem Wert von ca. 30 Denaren.*
Highligt ist ein Rindsledereinband mit ein bisschen Goldjedöns, vergoldet, nicht massiv und innen drin ein bisschen Kunstdruck, auch teilweise mit Goldfarben,
Also schon ein edles, schönes Teil,. dass wohl mittels der Schönheit, die nach Dostojewski die Welt retten wird, versucht den Inhalt rüberzubringen, was löblich, sehr löblich ist.
Dennoch kapiere ich nicht, wo in dem Ding die knapp eineinhalb tausend Euro Wert stecken sollen, außer in der limitierten Auflage.

Das ganze heißt auch Vatikanbibel, suggeriert zumindest mir, dass das unter Mitwisserschaft , Billigung und Unterstützung des Vatikans aufgelegt wurde.
Find ich ja alles nicht verkehrt, wer zuviel Geld hat, bitte, so what.
Aber legt man das sozusagen auf den Hintergrund der seit dreieinhalbjahren eingeführten römischen Bescheidenheit (Ford Fiesta statt Papamobil, Polyestersoutane statt anständiger Soutane, aus Leinen, oder gar dünner Wolle, Hotel Sancta Marta (ist zwar auch 4 Sterne, aber egal) statt Apostolischer Palast, dann muss man einfach lachen.
Realsatire vom Feinsten einfach.
Am liebsten hätte ich an den Papst geschrieben, was er davon hält!

Zur Klarstellung sei gesagt, der obige Beitrag ist  nicht ganz ernst gemeint, im Grunde ist mir der ganze Formalkram und die ganzen Äußerlichkeiten langsam schnurz, die die da in Rom veranstalten. Postfaktisch ist ja angeblich das Kennzeichen unserer Epoche und ja die Kirche hat es noch seltenst in ihrer Geschichte hingekriegt sich von den jeweiligen Moden sicher zu distanzieren.
Sie hat meinst den Eindruck erweckt, doch drauf zu hoffen, dass der Zeitgeist sie endlich, endlich so sehr zeiht, dass  die Stricke, die sie an Christus binden reisen, und sie endlich dahin kommt, dem lieben Gott zeigen zu könne, was er so verkehrt gemacht hat.
Und es ist diese Bindung an Christus die die Kirche immer wieder davor bewahrt hat, sich in der Säure des jeweiligen Zeitgeistes  ganz aufzulösen, sondern es ist immer nur fast geschehen.
Von daher beten wir einfach und lassen die alle grad machen.

* man geht davon aus, dass der Lohn eines Tagelöhners einen Denar betrug, Selbstverständlich kann man das alles nicht eines zu eins umrechnen, aber man kann davon ausgehen, dass der Mindestlöhner heute davon grad so leben kann, was auch für den Tagelöhner zur Zeit Jesu galt, weswegen der Vergleich schon, m.E, irgendwie trifft.

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