Sonntag, 27. November 2016

Advent

Nun ist er wieder da der Advent, aller Panik zum Trotz leuchten allüberall die Lichterketten und besinnliche Adventsfeier jagt gemütlichen Adventskaffee, alles redet lautstark von der Stille und hält sie doch nicht aus.
Ich wollte nun eigentlich einen ganz langen Beitrag über den Advent schreiben, aber irgendwie krieg ich das nicht zustande, daher nur kurz:
Wenn man so in Kirche und Welt guckt, dann kann einem schon Angst und Bange werden, man hat das Gefühl Dinge, die man für fest und sicher hielt, die sind ins Wanken geraten, man hat das Gefühl in wirklich spannenden Zeiten zu leben, wo man nicht sicher sein kann, was noch wird.
Und man möchte geradezu, als gläubiger Mensch heulen über all die fortschreitende Entchristlichung allüberall.
Als nichtgläubiger Mensch mag man darüber jubeln, aber auch die nichtchristgläubigen sind sich so gar nicht einig, was sie denn anstatt dessen gerne hätten.
Von daher scheint die ganze kuschelige, übliche Adventszeit, irgendwie sich aufzulösen, man merkt wie es wegbröckelt, und wenn ich ehrlich bin, finde ich es einerseits absolut schlimm und andererseits wieder nicht ganz so schlimm,  weil es ehrlicher ist.
So wird sich wohl der volle Ernst der Adventszeit, die Wahrheit der liturgischen Texte,  die nicht nur (eigentlich gar nicht) von der romantischen, netten, besinnlichen Weihnachtszeit künden, sondern von der Wiederkunft Christi am Ende der Tage, der kommen wird, zu richten die Lebenden und die Toten,, wieder mehr ins Bewusstsein drängen.
Romano Guardini schreibt irgendwo vom eschatologischen Ernst, der wieder in die Kirche und den Sinn des einzelnen hinein müsse, damit die Kirche ihren Weg in der Zeit gehen könne, ja es scheint als habe der liebe Gott diese Idee Guardinis aufgegriffen und sorgt dafür, dass wir wieder mehr im Bewusstsein der Wiederkunft Christi anfangen zu leben, einfach weil das ganze Drumherum in dem man sich als Kirche so nett verstecken konnte, wegfällt.

hier ist das Zitat im Zusammenhang
Man hört oft sagen, das Christentum müsse wieder stärker seinen eschatologischen Charakter gewinnen. Die »eschata«, die letzten Dinge, sind das, was am Ende der Zeit geschieht: daß Christus wiederkommt, daß Er Gericht hält, daß die alte Schöpfung untergeht und die neue ersteht *28. »Eschatologisch« aber ist jene Haltung, in welcher diese letzten Dinge zu ihrem Recht kommen. Und nicht nur so, daß der Gläubige weiß, Welt und Geschichte werden einmal ein Ende nehmen, alles wird in das Gericht Christi gelangen und die Ewigkeit so sein, wie dessen Urteil fällt - sondern daß er sich bewußt ist, was einst offen hervortreten soll, hat jetzt, verborgen und widersprochen, schon begonnen. Damit ist aber auch gesagt, daß das, was jetzt ist, noch nicht seine wahre Gestalt hat. Was Menschen und Dinge wirklich sind, wird sich erst offenbaren, wenn der Herr wiederkommt.


was man draus lernen kann ist, dass unser Problem schon älter ist, das Buch aus dem es stammt "Vorschule des Betens" ist 1954 zuerst erschienen, von daher ist es so originell nun nicht, dass  man sich irgendwie, als Christ gemütlich in dieser Welt eingerichtet hat, und damit aber auch gut war und man so engagiert war mit allen anderen mitzuarbeiten, diese Welt so richtig gut zu machen, also das zu korrigieren, was angeblich alles verkehrt ist, in der Welt.
Im Grunde ist das ein löbliches Unterfangen, aber auch eins, von dem der Christ wissen sollte, das kann nur Gott machen und von ihm kommt die Rettung und die Befreiung, für unser Tun gilt: Stückwerk ist es!
Von daher, finde ich, haben wir, gerade angesichts all dessen, was so den Frommen (uns) beunruhigt, erschreckt, besorgt, die Möglichkeit den Advent in seiner vollen Bedeutung zu leben.
Marana tha, komm Herr Jesus, Amen

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