Freitag, 25. November 2016

Der Krieg um die dubia


"Dubia zu übermitteln ist Standard im Kirchenleben. Es ist nicht unvernünftig eine klare Antwort zu erwarten"
Der Catholic Herald kommentiert den mittlerweile in der Kirche um die Dubia tobenden Kampf.
Hier geht´s zum Original:  klicken 

"DIE LEHRE DER KIRCHE UND DAS KANONISCHE RECHT KÖNNEN SCHWIERIGE GEWÄSSER SEIN.  DUBIA VERSUCHEN DIE VERWIRRUNG ÜBER ALLE ARTEN VON THEMEN ZU BEENDEN"

"Als ich heute nach etwas ganz anderem suchte, stieß ich auf der website des Liturgie-Büros der Bischofskonferenz der katholischen Kirche von England und Wales auf einen interessanten Satz: 

"Der Forderung nach Information folgend, hat die Bischofskonferenz von England und Wales der Päpstlichen Kommission Ecclesia Dei ein Dubium übermittelt, in dem bestätigt wird, daß der Römische Ritus in welcher Form der Liturgie sie auch immer gefeiert wird, die gebotenen Feiertage gemeinsam abgehalten werden.

Man bemerke den  Ton  in dem der technische Terminus Dubium hier verwendet wird.
Die Lateinische Wurzel bedeutet Zweifel- aber in diesem Kontext wäre "Frage" wohl eine bessere Übersetzung oder Forderung nach Klarstellung.
Auf jeden Fall- ist die Übermittlung von Dubia nach Rom-wie dieses Beispiel demonstriert, in sich selbst ein ganz normaler Vorgang in der Kirche.

Solche Dubia können und werden von Bischöfen (oder Gruppen von Bischöfen) über alle möglichen Arten von Themen formuliert werden,
Was die bestimmte Formulierung eines Satzes bedeutet oder nicht bedeutet, oder wie sie möglichst treu auf bestimmte "graue Gebiete" angewendet werden sollten ist nicht immer sofort klar.
In solchen Fällen könnte - anstatt abzuwinken- man eine Erklärung in einer kurzen , auf den Punkt gebrachten Frage (in manchen Fällen "ja oder nein") suchen- die an das dafür zuständige Amt gerichtet wird.

Vergessen wir nicht, daß solche Themen nicht nur in der Katholischen Kirche auftauchen. Das kürzlich ergangene Urteil des Obersten Gerichtshofes über Brexit bietet einen ziemlich nützlichen säkularen Vergleich.

Oder ein reales Beispiel, mehr oder weniger zufällig ausgewählt:

Dubium:
Unterscheiden sich Gebotene Feiertage in der Ordentlichen oder Außerordentlichen Form -angesichts dessen. daß die Feste oft mit den Tagen der Heiligen übereinstimmen?





Responsa
Nein, antwortet die Päpstliche Kommission Ecclesia Dei (das heißt, daß eine Person, die normalerweise die Messe.an einem Sonntag besucht, das aber am Himmelfahrts-Donnerstag nicht tut, deshalb seine/ihre Pflicht nicht versäumt hat.)

Dubium:
Sind bereits verheiratete Kandidaten für das Dauerdiakonat - und deshalb auch ihre Frauen - verpflichtet nach der Ordination "perfekte und dauernde Enthaltsamkeit" zu praktizieren?

Responsa
Nein- antwortete der Präfekt des Päpstlichen Rates für Gesetzestexte.
Dubium: 
Sind Mormonen-Taufen gültig?

Responsa: 
Nein, antwortete der Präfekt der  Heiligen Glaubenskongregation mit ausdrücklicher Zustimmung des Pontifex.
(Zufällig hatte die CDF auch einen interesanten Kommentar verfaßt, warum die Mormonentaufe-auch wenn sie gültig auszusehen scheint, nicht gültig ist)

Mir geht es hier einfach darum: bei Themen, wo eine legitime Frage was genau die gültige Lehre und/oder Praxis der Kirche ist, besteht, ist die Übermittlung eines Dubium (oder eines Satz von Dubia) durch einen oder mehrere Bischöfe absolute Standardpraxis.

So ist also die sie begleitende Erwartung, daß sie von der maßgeblichen Autorität eine klare und unzweideutige Antwort bekommen, um die Konfusion ein und für alle mal zu beseitigen.
Quelle: Catholic Herald

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