Sonntag, 6. November 2016

Vatican 2016: Volksbewegungen und Säuberungen? Ein Nachtrag zum Weltjahrestreffen der Volksbewegungen in Rom.

Marinellys Tremamunno kommentiert bei La Nuova Bussola Quotidiana das gerade zu ende gegangen dritte Treffen der Volksbewegungen im Vatican und sieht etwas näher hin, wer oder was diese dem Papst so ans Herz gewachsenen Bewegungen sind, deren politische Überzeugungen ihm sehr nahe stehen zu scheinen. Die anderslautenden fortwährenden Beteuerungen aus der Kurie können nicht mehr so recht überzeugen..
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     "VOLKSBEWEGUNGEN, DIE IDEOLOGIE HINTER DEN SCHÖNEN WORTEN"
Papst Franziskus hat gestern das Dritte Welttreffen der Volksbewegungen beendet. Nach dem ersten Treffen von 2014 in Rom und dem vorjährigen in Bolivien, hat der Hl.Stuhl sie mit dem selben Schrei "Land, Haus und Arbeit für alle" begrüßt.
Das hat der Pontifex in seiner Rede vor den Teilnehmern bekräftigt, als er unterstrich, daß die Volksbewegungen der "Same des Wechsels" sind. Aber welcher Art von Wechsel?

Um sich ein Bild davon zu machen: "die neue Linke oder lateinamerikanische Linke ist in Zeiten der Globalisierung die Repräsentantin der Volksbewegungen, die die bestehende nationale und internationale Ordnung kritisiert und die einen sozialen Wechsel will."
So werden die Volksbewegungen von Prof. Hugo Casino in einem Artikel im "Brasilian Journal of International Relations" definiert, der hinzufügt, daß die Volksbewegungen ein  Phänomen aus Südamerika sind, dem Kontinent, auf dem der Papst geboren wurde.

"Die südamerikanischen Volksbewegungen entstammen der marxistischen Idee" das merkt Casino an und erklärt, daß die Bewegungen von demagogischen Caudillos organisiert werden. Der verstorbene Hugo Chavez  und Evó Morales- beide charismatisch und beide Vertreter eine wahren sozialen Projektes. Daher die Anwesenheit des bolivianischen Präsidenten bei den ersten beiden Begegnungen.
Heute stellt sich spontan die Frage: was sind diese aus Südamerika gekommenen Volksbewegungen?





Als Beweis die argentinische Delegation, die der "movimientos piqueteros". Der neue Berater von "Giustizia e Pace" im Vatican, der ausgewiesene Marxist Juan Grabois, hat aus seinem Land die Hauptprotagonisten des Protestes gegen die Regierung Macri mitgebracht: die Bewegung "Evita-CTEP" und die "Corriente Clasista Combativa" (CCC) wie die argentinische Zeitung La Nación berichtet.
"Movimento Barrios de Pie" soll der operative Zweig der politischen Partei der Linken "Movimento Libres del Sur" sein. Die Confederazione di Lavoratori dell´Economia Popolare (CTEP) ist ein Gewerkschaftsverbund, der gegen den "Neoliberalismus" kämpft und von Grabois geleitet wird, dem selben der den "Sozialismus des 21. Jahrhunderts " des Populisten Chavez lehrt.
Das wird ausführlich in den drei Lehrbüchern dokumentiert, die für die Arbeiter geschrieben und auf der offiziellen website veröffentlicht wurden. Schließlich die CCC, eine von der Kommunistischen Revolutionären Partei gegründete Gewerkschaftsorganisation.

Aber sind wir sicher, daß die Volksbewegungen keine politischen Parteien sind? Nicht nur, die "chavistische" Ideologie des Sozialismus der 21. Jahrhunderts ist in jedem Manifest zu finden: das Movimiento Nacional Campesino Indigeno" (MNCI),  ein anderer Teilnehmer, hat das operative Sekretariat der "Coordinadora Lateinamericana de Organizaciones del Campo" (CLOC) inne.
Eine "Widerstands"bewegung , deren Ziel der Aufbau des Sozialismus des 21. Jahrhunderts ist, wie man im Dokument des 21. Dezember 2012 lesen kann, das Evó Morales in einer Rede am Titicaca-See vorgelesen hat.

Der Sozialismus ist das Ziel der Volksbewegungen. "Jetzt ist das imperialistische Kapital unter der Kontrolle der Finanzwelt und der Multinationalen Konzerne, deshalb ist der Sozialismus das einzige System, das in der Lage ist, die Souveränität über unsere Völker zu erlangen und die Werte der Solidarität, der Internationalisierung und der Zusammenarbeit zwischen unseren Völkern in Kraft zu setzen."
Das liest man im Schlussdokument des 5. Kongresses der CLOC , der 2015 in Quito (Ecuador) in Gegenwart von Evó Morales und Rafael Correa stattfand

Heute bringt Jorge Mario Bergoglio die Volksbwegungen in den Vatican. Seine Vorgänger dagegen hätten vielleicht anders gedacht. Johannes Paul II wußte, welche Monster der Unterdrückung sich aus den Quellen der schönen Worte des Marxismus und der Illusion  der sozialen Gleichheit nähren.
"Er wußte, daß der reale Sozialismus- der Gleichheit durch Unterdrückung predigte - und die Frustration des Individuums, der Atheismus ist die Entwürdigung der menschlichen Person ist." Das sind die Worte Papst Benedikts XVI"

Quelle: La Nuova Bussola Quotidiana, Marinellys Tremamunno



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