Samstag, 12. November 2016

Wenn Undenkbares wahr wird und die Pessimisten Recht behalten....

Und nein, es geht nicht um den Wahlausgang in den USA, der sehr wohl vorhersehbar war und auch nicht den Pessimisten Recht gab. Es geht um nicht weniger als um die Folgen einer Wahl, die schon vor 3 Jahren stattfand. Eugenio Scalfari ist genau der richtige und kongeniale Adressat für die mediale Weitergabe des antiquierten klerikalen Salonmarxismus des Pontifex.
Riccardo Cascioli  spricht es bei la Nuova Bussola Quotidiana aus: wir dürfen Eugenio Scalfari getrost als Sprecher des Bischofs von Rom betrachten,
Hier geht´s zum Original:   klicken

 "SCALFARI SPRECHER DES PAPSTES, INZWISCHEN IST DAS EINE TATSACHE"
Wir haben immer- zu Recht- betont, und tun das auch weiterhin, daß Interviews des Papstes nicht lehramtlich sind und deshalb als das verstanden werden müssen, was sie sein sollen:
eine mögliche Art den regierenden Pontifex kennen zu lernen und sein Denken besser zu verstehen.
Und wenn etwas fehl am Platze ist und dem, was bisher galt, zu widersprechen scheint, Geduld: eine Erklärung vor den Journalisten, die Verwirrung schafft oder fragwürdige Urteile offenbart, kann sicher die Lehre der Kirche weder ersetzen noch ändern.

                                             Eugenio Scalfari
                                                   Eugenio Scalfari, Papstsprecher

Das gilt auch für die letzten Äußerungen bei den fliegenden Pressekonferenzen und für die Kolloquien mit dem Gründer der Repubblica, Eugenio Scalfari, über deren letztes gestern zweiseitig in der römischen Tageszeitung berichtet wurde.
Und doch ist es schwer, einem unguten Gefühl von Bitterkeit zu entkommen, wenn man die Wiedergabe dieser in Interviews transformierten Gepräche liest. Als vor einigen Monaten, zu Beginn des Pontifikates das erste erschien, war es leicht den unkorrekten Scalfari anzugehen, der ein langes privates Gespräch als Interview ausgegeben hatte,
Der selbe alte Journalist war dann gezwungen zuzugeben, daß er es aus dem Gedächtnis transscribiert hatte und es weder eine Aufzeichnung noch Stichworte gab: es waren mehr oder weniger die Argumente, das war mehr oder weniger der Sinn, aber hoffentlich nicht die wirklichen Worte.

Die üble Geschichte wiederholte sich einige Monate später, ein Privatgespräch mit Scalfari, das in ein Interview umgewandelt wurde, zu kaufen in der Repubblica.
Seither erklärt Scalfari uns jedesmal, daß der Papst ihn anruft, um ihm dieses oder jenes zu erklären. Jetzt, nach 3 Jahren, müssen wir zugeben- während das Fehlverhalten Scalfaris außen vor bleibt-daß das ein modus operandi von Papst Franziskus ist.





Wie er in diesen Wochen gezeigt hat, zuerst beim Treffen mit den Lutheranern in Lund und dann mit den Volksbewegungen im Vatican- hat er die Gewohnheit angenommen, bei wichtigen Ereignissen seines Pontifikates Scalfari anzurufen oder zu treffen, um ihm die Bedeutung des Ereignisses und sein globales Projekt zu erklären, sehr wohl im Bewußtsein, daß der Gründer der Repubblica es in seiner Zeitung wiedergeben wird.

Der Schaden liegt nicht in der Familiarität, die der Papst mit einem der Champions des Laizismus in Italien hergestellt hat, im Gegenteil: diese Fähigkeit menschliche Beziehungen zu denen errichten, die weit entfernt sind, ist schön. Aber es ist nichtsdestoweniger seltsam um nicht zu sagen lästig, daß die Gläubigen bei Scalfari lesen müssen, was der Papst über die Kirche denkt und seine Sicht des Christentums ist.

Dazu kommt der sozusagen ein wenig problematische Inhalt dieser "Erklärungen".
Im Artikel vom 30. Oktober, am Vorabend der Zeremonie in Lund, berichtete Sclafari von einem Telefonat, in dem Papst Franziskus ihm 3 Tage vorher erklärte, daß sein Ziel die Verbrüderung aller Religionen sei, angesichts dessen, daß alle an den einen Gott glauben und die Vereinigung der christlichen Kirchen,
Was die Barmherzigkeit angehe- referiert Scalfari weiter- "paßt sie zum zentralen Punkt der Lutherischen Reformation, weil sie die Vermittlung des Priesters zwischen den Gläubigen und Gott überwindet."
Im gestrigen Interview entdecken wir dagegen, daß "Christus von einer Gesellschaft gesprochen hat, in der es die Armen, die Schwachen, die Ausgeschlossenen sind, die zu entscheiden haben" um nicht von den schon bekannten Theorien zu reden wie vom "Geld als Wurzel allen Übels" und der Ungleichheit, dem "größten Übel, das es in der Welt gibt".

Wie weit Franziskus wörtlich zitiert wird, wie genau Scalfari zitiert, wissen wir nicht, aber was Unbehagen erzeugt ist die Tatsache, daß sich die Interviews, Erklärungen, Pressekonferenzen vervielfachen und ein "de-facto-Lehramt" schaffen, das sich dank der von der Presse gerührten großen Trommel durchsetzt.
Und das wird Grund für einen Skandal, im wörtlichen Sinn des Wortes: es desorientiert und verwirrt viele Katholiken, besonders auch, weil es sich um Sätze handelt, die von denen benutzt und mißbraucht werden, deren Ziel die Zerstörung der Kirche ist.
Es genügt daran zu denken, was Scalfari aus den Worten des Papstes ableitet und wie genau diese Repubblica die Angelegenheiten der Kirche behandelt.

Quelle: R.Cascioli, La Nuova Bussola Quotidiana

  
  

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