Samstag, 17. Dezember 2016

80= "ingravescentem aetatem" (Paul VI)

Roberto De Mattei zum 80. Geburtstag des Papstes.
Hier geht´s zum Original bei "eponymousflower" : klicken


      "PAPST FRANZISKUS WIRD 80 - DIE MÖGLICHKEIT ZUM RÜCKTRITT"
"Papst Franziskus überquert die Schwelle von 80: "Ingravescentem aetatem", wie das motu proprio vom 21. November 1970 von Paul VI erklärte, das von allen Kardinälen -wenn sie dieses Alter erreichen- fordert, ihre Tätigkeit zu beenden und ihnen das Recht nimmt, am Konklave teilzunehmen, Paul VI hat diese Regel aufgestellt, um eine neue Montini-Kurie zu schaffen. Außerdem führte er damit einen fundamentalen Widerspruch gegen mehr als 1000 Jahre Praxis der Kirche ein.

Wenn das fortgeschrittene Alter die Leitung einer Diözese oder eines Dikasteriums verhindert und sogar einen Kardinal daran, einen Papst zu wählen, wie können wir uns einen Kardinal vorstellen, der sogar als Über-80-Jähriger Papst geworden ist? Kann er die Bürde der Kirche tragen?

Es waren jedoch nicht diese Überlegungen, die Papst Franziskus dazu veranlaßten, am 12.März 2015 zu sagen:
 "Ich habe das Gefühl, daß mein Pontifikat kurz sein wird, 4 bis 5 Jahre. Vielleicht ist es nicht so, aber ich habe das Gefühl, daß der Herr mich für eine kurze Aufgabe aufgestellt hat. Aber das ist ein Gefühl, deshalb lasse ich die Möglichkeiten offen."

Der wahre Grund für einen möglichen Rücktritt scheint nicht in der Abnahme der Fähigkeiten zu liegen, sondern darin, daß Papst Bergoglio sich keine zwei Jahre nach seiner Wahl dessen bewußt war- was Antonio Socci im Libero vom 20. November als den "unaufhaltsamen Niedergang eines Pontifikates" beschreibt.

Das Projekt von Papst Franziskus, die Kirche mit Hilfe der Bischofssynoden und verschiedenen Mitarbeitern zu "reformieren" ist  auf dem Weg und die Aufzeichnung des Heiligen Jahres ist mehr als enttäuschend.
Am 21. November 2016 schrieb Marco Politi in der Tageszeitung "Il Fatto quotidiano"
"Papst Franziskus hat die Heilige Pforte geschlossen, aber seine Botschaft wird durch das Grollen  einer unterirdischen Krise begleitet. In der Kirche findet ein Bürgerkrieg statt".

Der Streit ist- ob bewußt oder unbewußt-von Papst Franziskus selbst entfesselt worden, besonders nach der Apostolischen Exhortation "Amoris Laetitia" bewegt sich die Kirche nicht länger vorwärts sondern versinkt in einem von tiefen Felsspalten durchsetzten Gelände.

Das Scheitern von Papst Franziskus´ Pontifikat wurde bereits mit dem Barack H.Obamas verglichen.Innerhalb von 3 Jahren in Rom- was in Washington in 8 Jahren stattgefunden hat: der Übergang von einer initialen Euphorie zu einer finalen Depression, weil die gesetzten Ziele komplett verfehlt wurden.
Es wäre jedoch falsch, das Pontifikat von Papst Franziskus´ nur vom politischen Standpunkt aus zu betrachten. Papst Franziskus hätte Obamas "yes we can" niemals aussprechen können.





Für einen Papst ist im Gegensatz zu einem Politiker nicht alles möglich. Der Papst hat oberste, volle, unmittelbare und universale Autorität, aber er kann weder das Göttliche Gesetz ändern, das Jesus Christus der Kirche gegeben hat, noch das Naturrecht, das Gott in die Herzen aller Menschen eingeschrieben hat. Er ist der Vikar Christi, aber nicht sein Nachfolger. Der Papst kann auch nicht die Hl. Schriften oder die Tradition ändern, die die weitreichenden Regelung des Glaubens der Kirche formen, sondern muß sich ihnen unterordnen.

Das ist die Sackgasse, in der Papst Bergoglio sich heute befindet. Die Dubia, die die vier Kardinäle (Brandmüller, Burke, Caffarra und Meisner) der Glaubenskongregation vorgelegt haben, haben ihn auf eine tote Spur gezwungen. Die Kardinäle erwarten eine klare Antwort vom Papst zu "Amoris Laetitia"- mit einem ja oder nein zu den folgenden Fragen:

Können wiederverheiratete Geschiedene. die ihre objektiv sündhafte Situation nicht aufgeben wollen, in der sie sich bedinden, rechtmäßig das Sakrament der Eucharistie empfangen? Und allgemeiner: haben das Göttliche Gesetz und das Naturrecht noch absolute Gültigkeit oder erlauben sie in manchen Fällen Ausnahmen?

Die Antwort betrifft die Basis der Moral und des Katholischen Glaubens. Wenn das, was gestern gültig war, das heute nicht mehr ist, dann wird auch das, was heute gilt ist morgen nicht mehr gelten. Wenn aber die Moral sich mit der Zeit und den Verhältnissen ändert, ist die Kirche dazu bestimmt, im Relativismus der heutigen fließenden Gesellschaft unterzugehen.
Wenn das nicht der Fall ist, muß Kardinal Vallini,der in seiner Rede beim pastoralen Treffen der Diözese Rom am vergangenen 19. September sagte, daß wiederverheiratete Geschiedene -nach einer Fall-zu-Fall-Beurteilung zur Kommunion zugelassen werden können-  aus seinem Amt entfernt werden,
Am 2. Dezember wurde in "Avvenire", dem Medienorgan der CEI, der Standpunkt - daß "Amoris Laetitia" sehr klare Worte enthält, als sein eigener,-unter den der Papst sein imprimatur gesetzt habe- verbreitet.
Aber kann der Papst den Hirten die Autorität zu  urteilen übertragen, das Gesetz Gottes und das Naturrecht -bezüglich dessen, was Kirche ist- zu verändern?

Wenn ein Papst versucht, den Glauben der Kirche zu ändern, verzichtet er ausdrücklich oder unausdrücklich auf sein Mandat als  Vikar Christi und wird früher oder später gezwungen werden, auf sein Pontifikat zu verzichten.
Die Möglichkeit eines derart explosiven Resultates kann für 2017 nicht ausgeschlossen werden. Die selbst aufgezwungene Abdankung würde Papst Franziskus erlauben, das Feld als mißverstandener Reformer zu verlassen und die Verantwortung für sein Scheitern der ....der Kurie zuzuerkennen. 

Sollte das passieren, wird es sich eher nach dem nächsten Konsistorium ereignen, das Papst Franziskus erlaubt, noch einmal eine neue Gruppe von Kardinälen, die ihm nahe stehen einzufügen, um das Hl. Kollegium bei der Wahl seines Nachfolgers zu beeinflussen. Die andere Möglichkeit ist die brüderliche Ermahnung durch die Kardinäle, die sobald sie öffentlich bekannt wird, mit der Entschlossenheit zu Irrtümern und Häresien korrespondiert.


Nichts ist falscher als der Satz von Kardinal Hummes über die totale Zahl der Kardinäle Sie sind nur vier, wir sind 200.

Abgesehen davon, daß um die Treue zum Evangelium zu bezeugen, man nicht auf Zahlen setzt, was sind die 200 Kardinäle-oder um genau zu sein, es sind 227- auf die Hummes sich bezieht-die sich von ihren Mitbrüdern entfernt haben? Haben sie sich wirklich durch ihr Schweigen von Papst Franziskus entfernt? 
Die ersten Bemerkungen zur Unterstützung der Dubia durch Kardinal Paul J,Cordes, em. Präsident des Päpstlichen Rates Cor Unum und Kardinal George Pell, Präfekt des Wirtschaftssekretariates, sind bedeutungsvoll. Einige fangen an, ihr Schweigen zu brechen. Da sind keine 200, aber sicher mehr als vier."

Quelle: Roberto De Mattei, eponymousflower

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