Donnerstag, 22. Dezember 2016

Vittorio Messori : "Die Lehre bedeutet dem Papst wenig"

Bruno Volpe hat für "La Fede Quotidiana" Vittorio Messori zur aktuellen Kontroverse um Amoris Laetitia und die dubia interviewt.
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EXKLUSIV- Vittorio Messori: "Die Lehre bedeutet dem Papst wenig."

"Dieses Pontifikat hat eine einseitige Wahl zur Barmherzigkeit getroffen. Als Katholik bin ich beunruhigt"das geht aus den Notizen des Journalisten und Schriftstellers Vittorio Messori hervor                        

Frage:
"Messori, vor kurzem hat die Kleruskongregation in einem ihrer Dokumente gesagt, daß die Priester nicht rigide sein sollten. Was denken Sie darüber?"

Antwort V. Messori: 
"Ich habe nicht sehr gut verstanden, was sie damit sagen will, je nachdem. Meine Idee ist, daß der Priester und auch der Christ sowohl einen harten Kopf als auch ein sehr weiches Herz haben und jeden Legalismus vermeiden sollte. Weil es nicht möglich ist. bei den Prinzipien und den zentralen Ideen nachzugeben, und noch weniger bei der Doktrin, die respektiert werden muß, weil wir sonst Gefahr laufen, sie zu annullieren und den Relativismus zu fördern.
Ich denke alles in allem, daß diesem Papst die Doktrin wenig bedeutet."

Was denken Sie über die Rolle des Priesters in der heutigen Gesellschaft?
 "Der Priester ist die Inkarnation des et-et Katholischen, fest bei Prinzipien und Doktrin-wie ich sagte, aber mit einem empfänglichen Herzen. Deshalb ist Vorsicht geboten, um- wie ich sagte- zu vermeiden, in die Falle des Relativismus zu fallen, wenn man bei den Prinzipien zu sehr nachgibt. Ich denke, daß dieses Bild vom nicht  rigiden Priester Kind dieses Abweichens vom et-et ist, das wir heute mit Händen greifen können - ist."

"Was wollen Sie damit sagen?"
” Wir haben es im Jubiläumsjahr gesehen und das ist eine Konstante in diesem Pontifikat und dem einseitigen exzessiven Bestehen auf der Barmherzigkeit unter Auslassung von Gerechtigkeit und Sünde. Man vergißt so, daß der Mensch am Ende nach seinen Verdiensten und Fehlern gerichtet wird. Dieser Papst hat eine einseitige Wahl der Barmherzigkeit getroffen und ich frage mich, was wir tun sollten, die vielen Seiten aus dem Evangelium herausreißen, in denen Jesus streng und hart ist? 
Gott ist zweifelsohne Barmherzigkeit und Liebe, aber wir können das gleiche Kriterium nicht gleichzeitig auf Stalin und Mutter Teresa von Kalkutta anwenden."

"Bei Amoris Laetitia haben manche Theologen und auch ein Bischof von doktrinaler Unklarheit gesprochen. Sind Sie damit einverstanden?"
"Ich denke, es ist so, habe aber das Gefühl, daß das gewollt oder angestrebt ist.
Das ist typisch für die Jesuiten: etwas sagen und es nicht sagen. So viele Dinge machen mich sprachlos und deswegen und aus Verantwortungsbewußtsein bleibe ich ruhig, Sicher bin ich als Katholik alarmiert und besorgt, aber meine Einstellung unterscheidet sich von der anderer maßgebender Kollegen und Journalisten. Im Grunde frage ich mich, wer bin ich über den Papst zu urteilen? Weil ich überzeugt bin-und das wiederhole ich-daß die Doktrin Franziskus sehr wenig interessiert."

Quelle: La Fede Quotidiana

  

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